Deutsche im Netz Fürchten ja, schützen nein

Die Deutschen fürchten sich mehr vor dem Internet als früher, zeigt eine aktuelle Umfrage. Gleichzeitig aber befolgen viele nicht einmal elementare Sicherheitsregeln.

Netzwerkkabel: Deutsche fürchten sich im Netz
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Netzwerkkabel: Deutsche fürchten sich im Netz


Die Deutschen sind vorsichtiger im Umgang mit dem Internet geworden. Das ist das Ergebnis einer Umfrage von TNS Infratest für die Initiative "Deutschland sicher im Netz", die am kommenden Dienstag vorgestellt wird, und SPIEGEL ONLINE vorab vorlag.

Demnach fühlen sich fast 60 Prozent beim Öffnen von E-Mail-Anhängen unsicher, rund 40 Prozent wähnen sich bei Online-Bankgeschäften gefährdet. Und das, obwohl die Befragten seltener von eigenen negativen Erfahrungen berichteten als ein Jahr zuvor.

Paradox auch: Trotz zunehmender Sorge schützen sich laut der Umfrage viele Deutsche nur unzureichend vor digitalen Gefahren. So nutze jeder Vierte dasselbe Passwort für verschiedene Internet-Anwendungen - keine gute Idee. "Vier von fünf Cyberangriffen könnten abgewehrt werden, wenn Anwender einfache Grundregeln beachten würden", sagt Michael Littger, Geschäftsführer von "Deutschland sicher im Netz".

Die Initiative wird unter anderem von Branchenverbänden und IT-Unternehmen getragen, Schirmherr ist der Bundesinnenminister. Für die Umfrage wurden mehr als 2000 Internetnutzer in Deutschland interviewt.

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insgesamt 38 Beiträge
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frankasten 21.06.2015
1. Das ist ja auch zum Fürchten!
Die Menschen sind gut beraten, das Internet und ganz allgemein vernetzte Infratrukturen nicht allzu tief in ihr Leben vordringen zu lassen. Wie bei allen Dingen, die einem im Leben begegnen, sollte sich jeder die Frage stellen: "Was verstehe ich von der Materie wirklich? Kontrolliere ich diese Materie oder kontrolliert sie mich?" Fällt die Antwort darauf eher mau aus? Dann ist Vorsicht im Umgang mit dieser Materie angebracht. Das ist beim Homo Sapiens sozusagen eine ziemlich fest verdrahtete Verhaltensweise, die ihn zwar neugierig sein läßt, aber nebenher mit Skepsis, Aberglauben, Religion etc. erdet. Und das ist gut so. Die meisten Menschen wissen den Ausschaltknopf zu schätzen. Soviel zum Flyer der IT-Branche, die schon mit jeder Menge unnützer Ideen in den Startlöchern steht und noch nicht einmal fehlerfreie Software hinbekommt. Man muß sie lieben, anders geht es nicht.
farang 21.06.2015
2. vorbeugen
mit antivirus software vorbeugen ist sicher gut, nur sind diese so kompliziert zu bedienen, dass ich sie allesamt wieder gelöscht habe. surfe komplett ohne schutz. gehe langsam richtung rente, und fühle mich mit der kompliziertheit dieser programme überfordert.
Machmal Hin 21.06.2015
3. Ich fürchte mich vor dem Staat im Netz, nicht vor Kriminellen
Gegen die Kriminellen im Netz kann man was machen. Das Befolgen einfacher Regeln hat mich bis heute komplett geschützt. Gegen die Schnüffelei und die Manipulation des Netzes durch den Staat hingegen sind die Mittel begrenzt. Davor habe ich Angst. Es fängt hier beim Lesen der Spiegel Artikel schon an. Will der Staat ganz bestimmte sehr heikle Themen nicht sehen, dann erscheinen sie hier auch nicht. Offiziell heißt es dann "Keine sicheren Quellen vorhanden" oder so. So etwas hätte man vom Spiegel vor Jahren niemals gedacht. Eine sehr verstörende Situation.
ichsagemal 21.06.2015
4.
...ist das nicht auch für uns alles Neuland? Mama und Papa haben uns eingebläut, stets die Wohnungstür sorgfältig zu schließen. Für die digitale Welt fehlt diese 'Schulung'. Folge: ein Gesetzt muss her! Wir regeln doch auch sonst alles so gerne.
mat_1972 21.06.2015
5.
Bei solchen Themen ist es immer lustig, wenn man mal mit IT-Dienstleistern spricht, die den Mittelstand supporten. Kleines Beispiel: Zitat IT-Leiter: "Den Vorständen machen wir keinen Virenschutz drauf. Die aufpoppenden Meldungen verwirren die nur." Ausserdem hatte sich mal einer der feinen Herren beschwert, dass sein Rechner durch Virenscanner zu langsam wurde. Oder schon etwas länger her: "Mir egal ob IPhones sicher sind oder nicht. Der IT-Leiter bekommt so ein Ding ebenso alle Abteilungsleiter." Dass VPN (E-Mail etc.) funktionieren musste ist ja auch klar. Auch lustig: Es sollte einmal eine Kennwortrichtlinie eingeführt werden. Kennwortalter max 30 Tage, Mindestens 8 Zeichen mit Sonderzeichen. Das war exakt 2 Wochen lang aktiv, danach musste es wieder abgeschaltet werden, weil man es vom deutschen Otto-Normal-Benutzer wohl nicht verlangen kann, sich Kennwörter auszudenken und sich an diese dann auch noch später zu erinnern. Beschwerde über Beschwerde. Witzig.
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