EU-Studie zu Netzneutralität Telekom-Firmen bremsen Tauschbörsen aus

Internet-Telefonie und Tauschbörsen werden in Europa oft gebremst oder gar weggefiltert. Zu diesem Ergebnis kommt der Bericht eines EU-Gremiums zur Regulierung von Telekommunikationsmärkten - 400 Telekom-Firmen wurden zu ihrer Durchleitungspraxis befragt.

Netzwerkkabel (hier am Supercomputer Juropa): Provider blockieren und filtern Traffic
DPA

Netzwerkkabel (hier am Supercomputer Juropa): Provider blockieren und filtern Traffic


Netzneutralität sieht anders aus: Eine nun bekannt gewordene Studie des Gremiums europäischer Regulierungsstellen für elektronische Kommunikation (Gerek) kommt zu dem vorläufigen Ergebnis, dass Telekommunikationsanbieter in Europa gezielt gegen das Prinzip der Gleichbehandlung verschiedener Datenströme verstoßen.

Mittels spezieller Filtertechniken wie der Deep Packet Inspection suchen Festnetz- und Mobilfunkbetreiber nach Tauschbörsen-Datenverkehr (P2P) und drosseln dann gezielt die P2P-Übertragungsraten. Die Datenbremsen funktionieren dabei je nach Anbieter auf unterschiedliche Weise.

Einige verwenden anwendungsspezifische Techniken. Damit wird bestimmter Traffic erfasst und gedrosselt, zum Beispiel Video-Streaming. Auch VoIP, das Telefonieren übers Internet, ist betroffen. VoIP ist oft von vornherein, vor allem in Mobilnetzen, vertraglich untersagt und wird entsprechend blockiert.

Von den insgesamt 400 seit Dezember 2011 befragten Anbietern, 250 Festnetz-Provider und 150 Mobilfunker, erklärte laut Studie ein Viertel, damit solle Sicherheitsbedenken Rechnung getragen werden, außerdem wolle man so das Spam-Aufkommen reduzieren.

Bislang liegt der Europäischen Kommission nur der besagte Vorabbericht vor, der vollständige Abschlussbericht der Gerek, der auch die Bundesnetzagentur angehört, soll noch im zweiten Quartal 2012 veröffentlicht werden. Damit wird die Debatte um Netzneutralität (hier mehr zum Hintergrund und den Definitionsproblemen) mit neuen Daten unterfüttert, außerdem sind noch in diesem Sommer weitere Berichte zu Wettbewerbsfragen und Qualitätsstandards geplant.

meu

Mehr zum Thema


Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 7 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
daskänguru 15.03.2012
1. Ja ja freies Land freies Web
Zitat von sysopDPAInternet-Telefonie und Tauschbörsen werden in Europa oft gebremst oder gar weggefiltert. Zu diesem Ergebnis kommt der Bericht eines EU-Gremium zur Regulierung von Telekommunikationsmärkten - 400 Telekom-Firmen wurden zu ihrer Durchleitungspraxis befragt. http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,821485,00.html
Wo ist Herrr zu Guttenberg, er ist der EU Berater für ein freies Internet. Da muß er doch eingreifen wenn Verbindungen geblockt werden, und eine Kontrolle der Verbindungen stattfindet. Kann ja wohl nicht sein? Wo führt das noch hin wenn die Provider ohne rechtliche Grundlage mal einfach so drosseln und blocken.
essen1907 15.03.2012
2.
Zitat von sysopDPAInternet-Telefonie und Tauschbörsen werden in Europa oft gebremst oder gar weggefiltert. Zu diesem Ergebnis kommt der Bericht eines EU-Gremium zur Regulierung von Telekommunikationsmärkten - 400 Telekom-Firmen wurden zu ihrer Durchleitungspraxis befragt. http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,821485,00.html
Die Überschrift ist so ja falsch. Es sind Telekommunikationsunternehmen aber keine Telekom-Firmen. Eine klare Verfälschung der Tatsachen und das grenzt schon an Rufschädigung für die Deutsche Telekom AG.
essen1907 15.03.2012
3. Falsche Überschrift
Zitat von sysopDPAInternet-Telefonie und Tauschbörsen werden in Europa oft gebremst oder gar weggefiltert. Zu diesem Ergebnis kommt der Bericht eines EU-Gremium zur Regulierung von Telekommunikationsmärkten - 400 Telekom-Firmen wurden zu ihrer Durchleitungspraxis befragt. http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,821485,00.html
Das ist eine falsch gewählte Überschrift. Es sind Telekommunikationsunternehmen aber keine Telekom-Firmen. So wird fälschlicherweise der Anschein erweckt es handle sich um Firmen der Deutschen Telekom AG was schlicht weg falsch ist und eher in Richtung Rufschädigung geht.
Anaconda 15.03.2012
4.
Zitat von sysopDPAInternet-Telefonie und Tauschbörsen werden in Europa oft gebremst oder gar weggefiltert. Zu diesem Ergebnis kommt der Bericht eines EU-Gremium zur Regulierung von Telekommunikationsmärkten - 400 Telekom-Firmen wurden zu ihrer Durchleitungspraxis befragt. http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,821485,00.html
Ueber Torrent kann man auch Linux-Images downloaden und ARD-Mediathek ist auch streaming, und zwar legales. Wird das jetzt auch verboten?
wählersuchtpartei 15.03.2012
5. Anmerkung
Zitat von essen1907Das ist eine falsch gewählte Überschrift. Es sind Telekommunikationsunternehmen aber keine Telekom-Firmen. So wird fälschlicherweise der Anschein erweckt es handle sich um Firmen der Deutschen Telekom AG was schlicht weg falsch ist und eher in Richtung Rufschädigung geht.
Augen auf bei der Namenwahl - das gilt insbesondere auch für Firmennamen! Bei positiven Schlagzeilen besteht seltsamerweise auch keiner auf die korrekte Bezeichnung - und man profitiert gerne vom Mitnahme-Effekt bei einem auch allgemein verwendeten Begriff ... übrigens, wenn von den "Banken" die Rede ist, kann der gemeine Leser auch sehr wohl unterscheiden, dass nicht unbedingt nur die 'DEUTSCHE Bank' o./u. ihre Tochterunternehmen gemeint ist. Übrigens als Kunde der Deutschen Telekom habe ich auch bei anderen Webseiten schon festgestellt, dass die regelmäßig haken, z.b. Blogspot-Seiten. Es scheint so, dass auch bei den "normalen" Seiten nicht alle die gleiche Durchlass-Fähigkeit bzw. -Geschwindigkeit haben. Wofür zahle ich denn?!
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.