Internetkriminalität Bayern bildet Informatiker zu Cyber-Cops aus

Um Straftaten im Internet zu bekämpfen, fahndet Bayern nach jungen Informatikern. Neue Computerspezialisten erhalten nach SPIEGEL-Informationen einen Intensivkurs zum Polizeibeamten - die sonst bei der Polizei übliche mehrjährige Ausbildung können sie so umschiffen.


Im Kampf gegen die wachsende Internetkriminalität hat Bayern als erstes Bundesland eine Sonderlaufbahn für Computerspezialisten geschaffen. Um erfolgreich nach den weltweit verstreuten Tätern fahnden zu können, die auf höchstem technischen Niveau operieren, wird das Personal des Bayerischen Landeskriminalamts (LKA) künftig mit jungen Informatikern von Fachhochschulen aufgestockt.

Den neuen Mitarbeitern bleibt nach SPIEGEL-Informationen die bei der Polizei übliche mehrjährige Ausbildung erspart: Weil dies zu viel Zeit kosten würde, werden die Informatiker in einem Intensivkurs zum Polizeibeamten ausgebildet.

Grund für die bayerische Initiative ist der Zuwachs bei Fällen von Industriespionage, die der deutschen Wirtschaft angeblich jährlich Milliardenschäden zufügt. Die Spione hacken sich meist unbemerkt über sogenannte Trojaner in die Systeme auch kleiner und mittelständischer Unternehmen und saugen Daten ab.

"Alle zwei Sekunden wird irgendwo auf der Welt eine Schadsoftware ins Netz gestellt", so der bayerische LKA-Präsident Peter Dahte. "Bei der Bedrohung unserer Gesellschaft stehen Straftaten im Internet inzwischen an dritter Stelle hinter Terrorismus und Organisierter Kriminalität."

jol

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insgesamt 12 Beiträge
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efka526 24.07.2010
1. Lieber die Merk-befreite ausbilden
Bayern sollte lieber Frau Merk, ihres Zeichens Justizministerin in Bayern, ein paar Schulungen geben um ihre Medienkompetenz zu steigern. Dann verschont diese Populistin vielleicht die Netzgemeinde von ihren abstrusen Theorien ("Videospiele machen Vergewaltiger")...
ratbag 24.07.2010
2. .
---Zitat--- Den neuen Mitarbeitern bleibt nach SPIEGEL-Informationen die bei der Polizei übliche mehrjährige Ausbildung erspart: Weil dies zu viel Zeit kosten würde, werden die Informatiker in einem Intensivkurs zum Polizeibeamten ausgebildet. ---Zitatende--- Na wenn das so einfach ist.... warum macht man das nicht bei jedem Polizisten? Crashkurs Polizist. Wenn man sich die Kollegen so anschaut kann ich mir das gut vorstellen. Das was die meisten so drauf haben, kann man in 4 Wochen locker lernen. Würde dem Staat viel Steuern ersparen!
k4l 24.07.2010
3. kt
bei dem lohn wird sich sicher kein studierter informatiker herablassen...
unterländer 25.07.2010
4. Ach ja, der Titel
Zitat von ratbagNa wenn das so einfach ist.... warum macht man das nicht bei jedem Polizisten? Crashkurs Polizist. Wenn man sich die Kollegen so anschaut kann ich mir das gut vorstellen. Das was die meisten so drauf haben, kann man in 4 Wochen locker lernen. Würde dem Staat viel Steuern ersparen!
Damit Sie mit Ihren Vorurteilen endlich recht hätten? Die Polizeiausbildung in den Bundesländern und beim Bund selbst ist meines Wissens eine der anspruchsvollsten weltweit. Sie dauert durchschnittlich mehr als 30 Monate. Aber das wird Sie schwerlich überzeugen können, da Sie ja laut eigenen Angaben die meisten Polizeibeamten kennen.
murdoc2010 25.07.2010
5. kt
Zitat von k4lbei dem lohn wird sich sicher kein studierter informatiker herablassen...
Naja, wenn man die üblichen TVöD Verträge des öffentlichen Dienstes bekommt, ist das doch gar nicht so schlecht - allerdings abhängig vom Abschluss. Ein Diplominformatiker würde demnach nach TvÖD 13 eingestuft werden - mit Master sicherlich ähnlich hoch. Ein Mensch von der FH (Bachelor oder Diplom) max Level 11, was aber immernoch mehr ist, als ich (Dipl Inf. Uni) direkt bei meinem Einstieg in der freien Wirtschaft bekommen habe. (2010). Sollte man verbeamtet werden, sieht es da noch besser aus. Gleich als A13 Beamter anzufangen - was will man mehr. Wie bei Lehreren an Gymnasien.
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