Internetsicherheit 28 Prozent der Deutschen sind im Netz schutzlos

Viele Deutsche halten sich in Sachen Internetsicherheit nicht einmal an grundlegende Standards, allen Datenskandalen zum Trotz. Laut einer Studie haben 28 Prozent keinen Virenschutz. Jeder Zehnte versucht sich zu helfen, indem er online falsche Angaben macht.

Notebook-Nutzerin: Fast ein Drittel der Deutschen hat keinen Virenschutz
Getty Images/ National Geographic Creative

Notebook-Nutzerin: Fast ein Drittel der Deutschen hat keinen Virenschutz


Hamburg - Das Vertrauen deutscher Internetnutzer in die Technik ist nicht besonders ausgeprägt - und doch tun viele bei Weitem zu wenig, um sich selbst vor elementaren Gefahren im Netz zu schützen. Knapp 70 Prozent machen sich Sorgen um ihre persönliche Daten, ergab die repräsentative Studie "Daten & Schutz 2013" des GfK Vereins. Für die Studie wurden im September 1500 Internetnutzer befragt.

72 Prozent haben der Studie zufolge ein Virenschutzprogramm auf ihrem Rechner installiert, um sich vor Kriminellen und Hackern zu schützen. 28 Prozent aber haben demzufolge aber eben keines. Selbst mit einer simplen virenverseuchten Website könnten Kriminelle diesen Nutzern sehr leicht Schadsoftware unterjubeln. Etwa Erpresserprogramme wie den sogenannten BKA-Trojaner. Besonders selten schützen sich der Studie zufolge, die nicht täglich sondern nur "ein oder mehrmals im Monat" im Internet unterwegs sind - von dieser Gruppe geben nur 55 Prozent an, einen Virenscanner zu nutzen.

Auch Programme, die den Internetverkehr filtern und sicherer machen sollen, sogenannte Firewalls, kommen bei weitem nicht überall zum Einsatz: 59 Prozent der Internetnutzer gaben an, so eine Software zu nutzen. Manche der Befragten wissen aber vermutlich einfach nicht, dass ihr Betriebssystem eine integrierte Firewall besitzt.

Misstrauen gegen E-Mails

Bei E-Mails gaben eben so viele an, misstrauisch zu sein: Nachrichten von unbekannten Absendern werden entweder nicht geöffnet oder sogar gleich gelöscht. Einen Spamfilter haben rund die Hälfte der Nutzer installiert - wobei hier vermutlich von manchen Befragten der integrierte Spamfilter ihres Webmail-Anbieters nicht mit eingerechnet wurde.

Auf kompliziertere Schutzmaßnahmen verzichtet der Großteil Internetnutzer, trotz des NSA-Skandals und aller Warnungen vor Cyberkriminalität.

Sichere Passwörter nutzt nach der GfK-Verein-Studie demnach nur jeder vierte. Immerhin noch 23 Prozent der Befragten gaben an, ihre Passwörter regelmäßig zu ändern. Auf Verschlüsselungsprogramme für E-Mails setzen nur 5 Prozent der Befragten - trotz der NSA-Affäre. Spätestens seit Juni müssen Internetnutzer davon ausgehen, dass ihre E-Mails unter Umständen überwacht werden. Auch der Einsatz von Software zum anonymen Surfen ist nur für eine Minderheit ein Thema. Gerade einmal 4 Prozent haben solche Programme installiert.

Statt sich zusätzliche Software zu besorgen und einzurichten, greifen Internetnutzer offenbar lieber zu einfacheren Tricks: 12 Prozent gaben an, zum Beispiel bei sozialen Netzwerken einen Phantasienamen anzugeben oder Angaben zu fälschen. Jeder zehnte hat außerdem eine separate E-Mailadresse, zum Beispiel für Spiele oder Preisausschreiben. Gegen staatliche Überwachung und Kriminelle helfen diese Maßnahmen allerdings kaum.

Die beiden wichtigsten Grundregeln für einen ans Internet angeschlossenen Computer sind in jedem Fall:

  • Installieren Sie einen Virenscanner, halten Sie ihn mit Updates aktuell.
  • Stellen Sie sicher, dass die Betriebssystem-Firewall aktiv ist oder installieren sie eine Firewall von einem anderen Anbieter.
  • Weitere Tipps für Internetsicherheit finden sich etwa auf den Seiten des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik.
  • Wie Sie sich im Internet noch besser schützen können, lesen Sie hier:

    cis



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    insgesamt 107 Beiträge
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    Seite 1
    cor 21.11.2013
    1. Internet-Führerschein
    Nur 28 Prozent? Das überrascht mich. Wann kommt eigentlich der Internet-Führerschein? Der ist schon längst überfällig.
    criticalsitizen 21.11.2013
    2. st doch genauso wie mit en Zigaretten, es wird nicht darüber nachgdacht oder sich ein
    und dann kommt ja der Wunsch, Schnäppchen zu jagen. Das Internet ist ja bereits seit einigen Jahre Obsolet und durch das E-Commerce-Net abgelöst. Und das will die Rehierung nun statt Schule und Bildung fördern..
    glen13 21.11.2013
    3.
    Zitat von sysopGetty Images/ National Geographic CreativeViele Deutsche halten sich in Sachen Internetsicherheit nicht einmal an grundlegende Standards, allen Datenskandalen zum Trotz. Laut einer Studie haben 28 Prozent keinen Virenschutz. Jeder Zehnte versucht sich zu helfen, indem er online falsche Angaben macht. http://www.spiegel.de/netzwelt/web/internetsicherheit-28-prozent-der-deutschen-sind-im-netz-schutzlos-a-934824.html
    Natürlich gibt es viele Menschen, die sich mit Internetbelangen gut auskennen. Es gibt aber auch eine große Anzahl derer, die so gut wie gar nichts wissen und sich trotzdem von dem schön bunt blinkenden Bildschirm angezogen fühlen. Man sollte über diesen Typ Nutzer nicht lachen, sondern sich mal klar machen, dass viele einfach mit der sich schnell verändernden Technik bei PCs, Smartphone, UE nicht mehr mitkommen. Das ist ganz normal und ist ein ein Problem, dass sich im Laufe der Zeit von selbst erledigen wird, da immer mehr Nutzer mit diesen Techniken aufwachsen und sie als Bestandteil ihres Lebens sehen. Man muss Wege finden, den unerfahrenen Nutzern die einfachsten Schutzmechanismen nahe zu bringen. Ständige Zeitungsberichte helfen dabei, sollten diese Nutzer aber nicht als Deppen darstellen.
    topsecrets 21.11.2013
    4. Präservativierung
    Gegen richtig Hacker hat keiner einen Schutz. Nicht einmal Regierungen. Diese Spezie ist immer einen Schritt voraus. Ein Computer zum arbeiten und ein Comp für`s Netz. Dann könnt ihr von mir aus machen was ihr wollt.
    chico11mbit 21.11.2013
    5. Windows Umfrage
    Wurde nach Betriebssystem gefragt? Ansonsten sind die Werte der Umfrage wertlos... OSX User z.B. haben in den seltensten Fällen Antivirensoftware drauf, da es bei Standard-Systemeinstellungen obsolet ist.
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