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Update-Müdigkeit: Noch immer viele Fritzbox-Router ungeschützt online

AVM Fritzbox: Zwei Drittel der Anwender haben die Sicherheitslücke nicht gestopft Zur Großansicht

AVM Fritzbox: Zwei Drittel der Anwender haben die Sicherheitslücke nicht gestopft

Sicherheitsexperten warnen: Auf einem Drittel der weit verbreiteten Fritzbox-Internetrouter ist ein seit Monaten verfügbares Sicherheits-Update nicht installiert. Die Geräte sind damit offen für gefährliche und potentiell teure Manipulationen.

Eine Untersuchung der Security-Redaktion von "heise online" hat ernüchternde Ergebnisse erbracht. Eine Fernüberprüfung von 170.000 Routern des deutschen Herstellers AVM ergab, dass ein seit Februar verfügbares wichtiges Software-Update auf 34 Prozent der Geräte immer noch nicht installiert worden ist. Das sei nur ein Prozentpunkt mehr als noch vor vier Wochen.

Ein erschreckendes Ergebnis angesichts der Gefahren, die die alte Softwareversion birgt. Ein Fehler im Betriebssystem der Router ermöglicht Fremden vollen Zugriff auf die Geräte, wenn deren Fernzugriffs-Funktion aktiviert ist. In Einzelfällen sollen Kriminelle den Anwendern der Geräte binnen weniger Minuten mehrere Tausend Euro Schaden verursacht haben. Das Update behebt diese Fehler und schließt dieses Einfallstor.

Erstmals liegen "heise online" jetzt auch Informationen darüber vor, bei wie vielen der noch nicht aktualisierten Fritzboxen die Fernzugriffs-Funktion noch aktiv ist: Es sind 8,5 Prozent, also rund 14.000 allein innerhalb der getesteten Stichprobe. Insgesamt seien hochgerechnet noch mehrere Millionen Router in Deutschland potentiell angreifbar - etwa über mit Schadcode manipulierte Webseiten.

Zwar deckt der Test von "heise online" nur einen Teilbereich des Telekom-Netzes ab, doch da Fritzboxen nach Schätzungen des Herstellers in rund der Hälfte aller deutschen Haushalte stehen, dürfte die Zahl ungeschützter Router gravierend sein.

Jetzt die Fritzbox absichern - testen und Update einspielen

Bereits im Januar hatten Nutzer über ungewöhnliches Verhalten ihrer Fritzbox-Router berichtet. Darunter automatisierte Anrufe zu ausländischen Mehrwertnummern und daraus folgende hohe Rechnungen. Das Update für die betroffenen Fritzbox-Modelle wurde im Februar veröffentlicht. Man kann nur spekulieren, warum trotz häufiger Warnungen noch so viele Nutzer nicht gehandelt haben. Fest steht, dass die Update-Müdigkeit deutscher Fritzbox-Nutzer schlimme Folgen haben kann. Schadcodes, die das Leck ausnutzen, stehen laut "heise online" längst im Netz bereit.

Ob auch Ihr Router von der gefährlichen Sicherheitslücke betroffen ist, können Sie mithilfe dieses Tests überprüfen. Wie Sie das wirklich einfach zu bewerkstelligende Sicherheitsupdate vornehmen, lesen Sie auf dieser Support-Seite von Fritzbox-Hersteller AVM. Auch einige W-Lan-Repeater und Powerline-Module von AVM sind betroffen. Lesen Sie hier, ob Ihre Geräte dazu gehören und wie Sie sie auf den neuesten, sicheren Stand bringen.

Anmerkung der Redaktion: Inzwischen hat sich AVM zu den von "heise online" veröffentlichten Zahlen geäußert. Dem Unternehmen zufolge liegen die Update-Quoten deutlich höher. Laut AVM "haben so gut wie alle Anwender mit aktiviertem Fernzugriff das Update durchgeführt". Zudem liege die Quote von mit dem Update bestückten Fritzboxen "zwischen 100 Prozent bei annähernd allen Providern mit automatischer Update-Funktion und deutlich über 80 Prozent bei Retail-Produkten."

abr

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insgesamt 10 Beiträge
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1. ein oder zwei Drittel?
s.4mcro 22.04.2014
unter dem Bild steht, dass 2 Drittel der Anwender kein Update gemacht haben - im Artikel allerdings 1 Drittel. Was ist nun korrekt?
2. erstmal abwarten
per.roentved 22.04.2014
Auch ich hab nicht *sofort* meine 7390 EWE-Edition upgedatet. "Never change a running system", wer weiß, was alles nach dem Update nicht mehr funktioniert. Aufgrund der nationalen Medienhysterie hab ich mich dann doch entschlossen, upzudaten. Das Warten hatte sich aber gelohnt, da ich nicht das normale 7390 Update brauchte, sondern ein spezielles von EWE zur Verfügung gestelltes, welches aber erst ein Paar Tage später zur Verfügung stand. Und trotzdem: nach dem Update war der DSL Zugang gestört. Wo ich sonst täglich um 3.00 Uhr nachts einen Zwangs-Disconnect mit sofortigem Re-Connect hatte, hatte ich nun nach dem Update ca. 6-7 Disconnects, mitten über den Tag verteilt, die teilweise auch 15 Min. oder so anhielten. Toll! :-( Abhilfe schaffte nur eine Einstellung in DSL Configs der Fritzbox, wo man über DSL->Sörtsicherheit den Punkt "vorherige DSL Version verwenden" anklicken muß. Seitdem ist wieder alles so wie vorher...
3.
dochlinux 22.04.2014
Ich mache immer drn test ob alles auf dem neusten Stand ist.Ich finde es sehr wichtig, und ich habe es nie bereut !!
4. optional
thomas.b 22.04.2014
Einige Leute interessiert das Thema Aktualisierung gänzlich nicht. Ob nun aus Unwissen, Naivität oder Faulheit. Wenn dann was passiert, wird nach dem Staat gerufen.
5.
rulamann 22.04.2014
Zitat von sysopSicherheitsexperten warnen: Auf einem Drittel der weit verbreiteten Fritzbox-Internetrouter ist ein seit Monaten verfügbares Sicherheits-Update nicht installiert. Die Geräte sind damit offen für gefährliche und potentiell teure Manipulationen. http://www.spiegel.de/netzwelt/web/internetsicherheit-fritzbox-router-noch-immer-sicherheitsluecke-a-965557.html
Wen wunderts? Um Schlag 0.00 Uhr fliegen immer noch zig Leute aus einem Onlinegame weil der Router immer noch auf standard-reconnect steht. Desweiteren braucht keiner zig Serverdienste auf der Krücke laufen lassen, ein Router mit wenig Möglichkeiten ist hier oft das bessere.
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Zum Autor
  • Andreas Brohme
    Gadgets, Apps, neue Technologien - der Hamburger Andreas Brohme schreibt seit über 20 Jahren über Neues aus Digitalien. In seiner Freizeit spielt er - ganz analog - vor allem Gitarre.

Schad- und Spähsoftware
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Trojaner
Wie das Trojanische Pferd in der griechischen Mythologie verbergen Computer-Trojaner ihre eigentliche Aufgabe (und Schädlichkeit!) hinter einer Verkleidung. Meist treten sie als harmlose Software auf: Bildschirmschoner, Videodatei, Zugangsprogramm. Sie werden zum Beispiel als E-Mail-Anhang verbreitet. Wer das Programm startet, setzt damit immer eine verborgene Schadfunktion ein: Meist besteht diese aus der Öffnung einer sogenannten Backdoor , einer Hintertür, die das Computersystem gegenüber dem Internet öffnet und durch die weitere Schadprogramme nachgeladen werden.
Virus
Computerviren befallen vorhandene Dateien auf den Computern ihrer Opfer. Die Wirtsdateien funktionieren – zumindest eine Zeit lang - weiterhin wie zuvor. Denn Viren sollen nicht entdeckt werden. Sie verbreiten sich nicht selbständig, sondern sind darauf angewiesen, dass Computernutzer infizierte Dateien weitergeben, sie per E-Mail verschicken, auf USB-Sticks kopieren oder in Tauschbörsen einstellen. Von den anderen Schad- und Spähprogrammen unterscheidet sich ein Virus allein durch die Verbreitungsmethode. Welche Schäden er anrichtet, hängt allein vom Willen seiner Schöpfer ab.
Rootkit
Das kleine Kompositum führt die Worte "Wurzel" und "Bausatz" zusammen: "Root" ist bei Unix-Systemen der Benutzer mit den Administratorenrechten, der auch in die Tiefen des Systems eingreifen darf. Ein "Kit" ist eine Zusammenstellung von Werkzeugen. Ein Rootkit ist folglich ein Satz von Programmen, die mit vollem Zugriff auf das System eines Computers ausgestattet sind. Das ermöglicht dem Rootkit weitgehende Manipulationen, ohne dass diese beispielsweise von Virenscannern noch wahrgenommen werden können. Entweder das Rootkit enthält Software, die beispielsweise Sicherheitsscanner deaktiviert, oder es baut eine sogenannte Shell auf, die als eine Art Mini-Betriebssystem im Betriebssystem alle verdächtigen Vorgänge vor dem Rechner verbirgt. Das Gros der im Umlauf befindlichen Rootkits wird genutzt, um Trojaner , Viren und andere zusätzliche Schadsoftware über das Internet nachzuladen. Rootkits gehören zu den am schwersten aufspürbaren Kompromittierungen eines Rechners.
Wurm
Computerwürmer sind in der Praxis die getunte, tiefergelegte Variante der Viren und Trojaner. Im strengen Sinn wird mit dem Begriff nur ein Programm beschrieben, das für seine eigene Verbreitung sorgt - und der Programme, die es transportiert. Würmer enthalten als Kern ein Schadprogramm , das beispielsweise durch Initiierung eines eigenen E-Mail-Programms für die Weiterverbreitung von einem befallenen Rechner aus sorgt. Ihr Hauptverbreitungsweg sind folglich die kommunikativen Wege des Webs: E-Mails, Chats, AIMs , P2P-Börsen und andere. In der Praxis werden sie oft als Vehikel für die Verbreitung verschiedener anderer Schadprogramme genutzt.
Drive-by
Unter einem Drive-by versteht man die Beeinflussung eines Rechners oder sogar die Infizierung des PC durch den bloßen Besuch einer verseuchten Web-Seite. Die Methode liegt seit einigen Jahren sehr im Trend: Unter Ausnutzung aktueller Sicherheitslücken in Browsern und unter Einsatz von Scripten nimmt ein auf einer Web-Seite hinterlegter Schadcode Einfluss auf einen Rechner. So werden zum Beispiel Viren verbreitet, Schnüffelprogramme installiert, Browseranfragen zu Web-Seiten umgelenkt, die dafür bezahlen und anderes. Drive-bys sind besonders perfide, weil sie vom PC-Nutzer keine Aktivität (wie das Öffnen einer E-Mail) verlangen, sondern nur Unvorsichtigkeit. Opfer sind zumeist Nutzer, die ihre Software nicht durch regelmäßige Updates aktuell halten - also potenziell so gut wie jeder.
Botnetz
Botnets sind Netzwerke gekidnappter Rechner - den Bots. Mit Hilfe von Trojaner-Programmen, die sie beispielsweise durch manipulierte Web-Seiten oder fingierte E-Mails auf die Rechner einschleusen, erlangen die Botnet-Betreiber Zugriff auf die fremden PC und können sie via Web steuern. Solche Botnets zu vermieten, kann ein einträgliches Geschäft sein. Die Zombiearmeen werden unter anderem genutzt, um millionenfache Spam-Mails zu versenden, durch eine Vielzahl gleichzeitiger Anfragen Web-Seiten in die Knie zu zwingen oder in großem Stile Passwörter abzugrasen. (mehr bei SPIEGEL ONLINE)
Fakeware, Ransomware
Das Wort setzt sich aus "Fake", also "Fälschung", und "Ware", der Kurzform für Software zusammen: Es geht also um "falsche Software" . Gemeint sind Programme, die vorgeben, eine bestimmte Leistung zu erbringen, in Wahrheit aber etwas ganz anderes tun. Häufigste Form: angebliche IT-Sicherheitsprogramme oder Virenscanner. In ihrer harmlosesten Variante sind sie nutzlos, aber nervig: Sie warnen ständig vor irgendwelchen nicht existenten Viren und versuchen, den PC-Nutzer zu einem Kauf zu bewegen. Als Adware-Programme belästigen sie den Nutzer mit Werbung.

Die perfideste Form aber ist Ransomware : Sie kidnappt den Rechner regelrecht, macht ihn zur Geisel. Sie behindert oder verhindert das normale Arbeiten, lädt Viren aus dem Netz und stellt Forderungen auf eine "Reinigungsgebühr" oder Freigabegebühr, die nichts anderes ist als ein Lösegeld: Erst, wenn man zahlt, kann man mit dem Rechner wieder arbeiten. War 2006/2007 häufig, ist seitdem aber zurückgegangen.
Zero-Day-Exploits
Ein Zero-Day-Exploit nutzt eine Software-Sicherheitslücke bereits an dem Tag aus, an dem das Risiko überhaupt bemerkt wird. Normalerweise liefern sich Hersteller von Schutzsoftware und die Autoren von Schadprogrammen ein Kopf-an-Kopf-Rennen beim Stopfen, Abdichten und Ausnutzen bekanntgewordener Lücken.
Risiko Nummer eins: Nutzer
Das größte Sicherheitsrisiko in der Welt der Computer sitzt vor dem Rechner. Nicht nur mangelnde Disziplin bei nötigen Software-Updates machen den Nutzer gefährlich: Er hat auch eine große Vorliebe für kostenlose Musik aus obskuren Quellen, lustige Datei-Anhänge in E-Mails und eine große Kommunikationsfreude im ach so informellen Plauderraum des Webs. Die meisten Schäden in der IT dürften von Nutzer-Fingern auf Maustasten verursacht werden.
DDoS-Attacken
Sogenannte distribuierte Denial-of-Service-Attacken (DDoS) sind Angriffe, bei denen einzelne Server oder Netzwerke mit einer Flut von Anfragen anderer Rechner so lange überlastet werden, bis sie nicht mehr erreichbar sind. Üblicherweise werden für solche verteilten Attacken heutzutage sogenannte Botnetze verwendet, zusammengeschaltete Rechner, oft Tausende oder gar Zehntausende, die von einem Hacker oder einer Organisation ferngesteuert werden.

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