Netzwelt-Ticker: Neues iPad verliert sein 4G-Label

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Keine leeren Versprechen mehr: Apple streicht das 4G aus der Gerätebeschreibung des iPad. Außerdem: Iran verbietet Firmen, ausländische Server zu benutzen und der Streit ums Urheberrecht wird aggressiv und schmutzig.

Mehr Pixel, mehr Speed: So sieht das neue iPad aus Fotos
Matthias Kremp

Seit Apple mit dem neuen iPad die dritte Gerätegeneration des erfolgreichen Tablets auf den Markt gebracht hat, häufen sich die Beschwerden wegen nicht eingelöster Versprechen zum superschnellen Übertragungsstandard 4G. Mit dieser Fähigkeit wurde aus Cupertino ordentlich Reklame gemacht. Doch es gab lange Gesichter, als sich zeigte, dass die 4G/LTE-Technik nur in den USA holperfrei funktioniert. In Australien hatte der Konzern daraufhin sogar eine Rücknahmeaktion angeboten.

Um sich weiteren Ärger mit nörgelnden Kunden zu ersparen, haben die Apple-Verantwortlichen nun begonnen, die Gerätebezeichnung zu ändern, wie 9to5mac.com berichtet. Statt wie bisher unter dem Label "Wi-Fi + 4G" angeboten zu werden, firmiert das Gerät nun unter "iPad Wi-Fi + Cellular". Für die Apple Stores in den USA, Großbritannien und weiteren Ländern wurden die Änderungen schon aktiviert, im deutschen Apple Store trug das Tablet bis zum Montagnachmittag noch die alte 4G-Bezeichnung.

Iran verbietet Firmen die Nutzung ausländischer Server

Iran ist auf dem Weg zum landesweiten Intranet ein weiteres Stück vorangegangen. Wie die Agentur AFP meldet, verbot die Regierung in Teheran Banken, Versicherungen und Telefongesellschaften, die Dienste ausländischer Internetanbieter in Anspruch zu nehmen. Ab sofort sei nur noch die Nutzung von im Inland registrierten Providern zulässig. Auch für Universitäten und die öffentliche Verwaltung soll der Server-Bann gelten. Laut offizieller Begründung ziele das Verbot keineswegs auf die Überwachung der Bürger ab; stattdessen werden Sicherheitsbedenken vorgeschoben.

Tatsächlich war Iran wiederholt das Ziel von zum Teil massiven Hackerattacken. So wurde erst Ende April 2012 die iranische Ölindustrie angegriffen. Durch einen Virus sollten offensichtlich Daten von den Servern des Erdölministeriums gelöscht werden, Hauptziel der Aktion sei das wichtigste Ölexportterminal des Landes auf der Insel Khark im Persischen Golf gewesen. 2010 war der Stuxnet-Wurm in Rechner des iranischen Nuklearprogramms eingedrungen. Dadurch waren einige zur Urananreicherung verwendete Zentrifugen lahmgelegt worden.

Der Streit ums Urheberrecht wird schmutzig

Manche Kontrahenten in der Auseinandersetzung um geistiges Eigentum schaden ihrem Anliegen eher, als sie ihm nutzen. Während sich einige um Mäßigung und Ausgewogenheit bemühen und wie "FAZ"-Herausgeber Frank Schirrmacher "Schluss mit dem Hass!" fordern, gießen andere noch Öl ins Feuer. Sängerin Jule Neigel gingen offensichtlich die Pferde durch, als sie Musik-Konsumenten im Streit ums Urheberrecht eine "verkrustete Internet-Herrenrassenidee" vorhielt. Auch andernorts ist die Debatte endgültig im Niveaukeller angekommen, wie die munter grassierenden Nazi-Vergleiche zeigen.

Da wollten einige wie immer selbsternannte Anonymi wohl nicht zurückstehen und waren sich nicht zu schade für die Veröffentlichung der Adressen und Telefonnummern einiger Unterstützer der Kampagne "Wir sind die Urheber". Überhaupt scheinen Anonymous-Hacker derzeit Spaß an fragwürdigen Aktionen zu haben. So hatten sie den Web-Auftritt des britischen Providers Virgin Media mit einer DDoS-Attacke lahmgelegt, nachdem der Anbieter auf gerichtliche Anweisung hin begonnen hatte, seinen Kunden den Zugang zu The Pirate Bay zu sperren. Die Betreiber des Torrent-Verzeichnisses waren wenig erfreut, sie kritisierten den Virgin-Media-Hack. Sie würden für ein freies Internet eintreten, man solle nicht die hässlichen Methoden derer anwenden, "die uns hassen".

Auch das noch:

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insgesamt 13 Beiträge
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1. ach gott
Nonvaio01 14.05.2012
Zitat von sysopMatthias KrempKeine leeren Versprechen mehr: Apple streicht das 4G aus der Gerätebeschreibung des iPads. Außerdem: Iran verbietet Firmen, ausländische Server zu benutzen und der Streit ums Urheberrecht wird aggressiv und schmutzig. http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,833100,00.html
es hat doch wirklich keiner erwartet das man ueber all 4G hat, das liegt ja wohl doch noch am provider, das das ding das kann ist keine frage.
2. falsch
jimapollo 14.05.2012
Zitat von Nonvaio01es hat doch wirklich keiner erwartet das man ueber all 4G hat, das liegt ja wohl doch noch am provider, das das ding das kann ist keine frage.
Es liegt nicht am Provider. Der LTE-Chip im neuen iPad ist mit unseren LTE Frequenzen inkompatibel, somit - nein, bei uns kann es das Ding nicht. Wenn also Apple einer Klagewelle entgehen will, ist dies der einzig vernünftige Weg. Billig aber rechtlich OK
3. Apple-Hochmut
puqio 14.05.2012
Da werden ohne Nachdenken Dinge versprochen, die sich gar nicht umsetzen lassen. Typisch Apple! Und erst wenn es gar nicht mehr geht nimmt man sich ein Stück zurück und gesteht seine Fehler ein. Letzteres wäre ok wenn es denn so wäre. Aber nein, da schieben einige die Schuld für Apple's Versagen doch lieber gleich wieder in die Schuhe anderer. Was für eine moderne Firma! Brauchen wir das wirklich?
4. 4g
warlock2 14.05.2012
Das liegt nicht nur am Provider, sondern an der Antenne im Gerät. 4G Frequenzen sind nicht in allen Ländern gleich. Entweder waren die amerikanischen Ingenieure zu dumm daran zu denken oder sie haben gedacht, der Ipad User ist zu dumm das zu merken. Lol! Es hätte auf jeden Fall den Gewinn verringert!
5.
Konstruktor 14.05.2012
Zitat von puqioDa werden ohne Nachdenken Dinge versprochen, die sich gar nicht umsetzen lassen. Typisch Apple! Und erst wenn es gar nicht mehr geht nimmt man sich ein Stück zurück und gesteht seine Fehler ein. Letzteres wäre ok wenn es denn so wäre. Aber nein, da schieben einige die Schuld für Apple's Versagen doch lieber gleich wieder in die Schuhe anderer. Was für eine moderne Firma! Brauchen wir das wirklich?
Das ist kompletter Mumpitz. Das ist überall die Regel gerade außer bei Apple. Bei Apple ist eine solche Diskrepanz sehr außergewöhnlich. Genau das ist auch die Ursache für die hohe Zufriedenheit der Nutzer. Wobei das "4G" beim iPad tatsächlich korrekt ist, auch in Deutschland, denn laut ITU-Klassifikation *ist* HSPA+ mit bis zu 42Mb/s "4G": ITU redefines 4G to include LTE, WiMAX and HSPA+ (http://www.intomobile.com/2010/12/18/itu-reverses-its-decision-lte-wimax-and-hspa-are-now-4g/) Übrigens ist nach der *ursprünglichen* "4G"-Definition auch das aktuelle LTE eben gerade *nicht* "4G", denn ursprünglich hätte das 100Mb/s Durchsatz gebraucht, was kein reales LTE bisher wirklich leistet. Es gibt also nur zwei Möglichkeiten: • Entweder man stampft das eh diskreditierte Label "4G" komplett ein. • Oder man kapiert und akzeptiert, was es *wirklich* bedeutet. Das Geschrei über dieses Detail ist völlig überzogen, aber gerade im angelsächsischen Raum sind auch die kleinsten Dinge immer noch für eine Klage gut.
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