iPhone-6-Fertigung Apple-Zulieferer soll chinesische Arbeiter ausbeuten

Eine chinesische Organisation beklagt illegale Überstunden, massiven Druck und unsichere Arbeitsbedingungen bei der Produktion von Teilen für das iPhone 6. Es ist nicht das erste Mal, dass der Zulieferbetrieb in der Kritik steht.

Apple iPhones in China: Zulieferbetrieb wird für für schlechte Arbeitsbedingungen kritisiert
REUTERS

Apple iPhones in China: Zulieferbetrieb wird für für schlechte Arbeitsbedingungen kritisiert


Die chinesische Organisaion China Labor Watch erhebt schwere Vorwürfe gegen den Apple-Zulieferer Jabil. Am Standort Wuxi sollen Arbeiter viermal mehr Überstunden machen als erlaubt, um mit der Produktion von Teilen für das iPhone 6 nachzukommen. Die Arbeitsbedingungen seien unsicher, so die Organisation, der Druck auf die Arbeiter enorm hoch. Die Fabrik gehört der US-Firma Jabil aus Florida, rund 30.000 Menschen sind dort beschäftigt.

Die Jabil-Fabrik in Wuxi war von China Labor Watch bereits im vergangenen Jahr angeprangert worden. Damals sollen Plastikteile für das iPhone 5C dort produziert worden sein. Apple hatte versprochen, die Anschuldigungen an den Zulieferer zu überprüfen und die Zustände vor Ort zu prüfen. Nun legt China Labor Watch nach.

Laut der Mängelliste gibt es zwar einige Verbesserungen, die meisten der kritisierten Verstöße sollen aber weiterhin bestehen oder sich noch verschärft haben. Bemängelt werden unter anderem zwingend vorgeschriebene Überstunden, Diskriminierung von Schwangeren, schlechte sanitäre Einrichtungen, verkürzte Pausen und versperrte Notausgänge. Die Organisation dokumentiert einige der Vorwürfe auch mit Fotos.

Apple hat zu den Vorwürfen bisher nicht Stellung bezogen. Der Konzern steht seit Jahren in der Kritik, die Arbeitsbedingungen seiner Zulieferer in China nicht ausreichend zu kontrollieren. Vor allem das riesige Unternehmen Foxconn, das mit mehr als einer Million Mitarbeitern für viele Firmen die Fertigung technischer Geräte übernimmt, geriet wegen schlechter Arbeitsbedingungen in die Schlagzeilen.

ore

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insgesamt 22 Beiträge
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cor 25.09.2014
1. Wer im Glashaus sitzt
HP, IBM, Intel, Lucent, Nokia, Philips, Samsung, Siemens,... Eine Auswahl der Kunden, die Jabil beliefert. Bevor man hier nun wieder Apple an den Pranger stellt, sollte man erst mal überprüfen, ob nicht vielleicht das Gerät, mit dem man einen Kommentar hier im Forum erfasst, nicht evtl. ein Teil von Foxconn oder Jabil enthalten könnte. Die Chance ist grösser, als so manch einer glauben möchte.
Flying Rain 25.09.2014
2. Und
Und täglich grüßt das Murmeltier....ist Ausbeutung nicht bei den meisten Geräten aus China standart?
wll 25.09.2014
3. Kein Titel
Ja, nee, is klar - "Apple Zulieferer". Jabil beliefert so ziemlich jedes Technologieunternehmen mit Komponenten bzw. erbringt Dienstleistungen. Beispielsweise Research in Motion, Nokia, Samsung, Intel, IBM, Cisco, HP, Canon etc. Aber natürlich ist wieder mal Apple allein schuld an den Mißständen in deren Fabriken, der Rest läßt nur sozialverträglich und moralisch einwandfrei produzieren. Danke, SPON, für soviel ausgewogene Berichterstattung. Dürfen wir dann bei der Präsentation der nächsten Generation Nokia- oder Samsung-Smartphones mit einem Update rechnen oder fährt der Spiegel nur bei Apple Trittbrett?
boeseHelene 25.09.2014
4.
warum wird immer nur Apple genannt? Die ganze Branche lässt bei den selben Zuliefern fertigen auch auf meinem HTC One X steht hinten Foxconn
bluemetal 25.09.2014
5. Das geht gar nicht !
Die Überstunden-Weltmeister sind doch wir Deutschen. Unglaublicher Skandal, alles machen die Chinesen uns nach !!! ;)
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