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iShareGossip: Pöbel-Plattform kommt auf den Index

Schluss mit den Pöbeleien: Die Website iShareGossip kommt auf den Index. Die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien hat ihre Drohung wahr gemacht - die Umsetzung kann allerdings etwas dauern.

Mobbing-Website iShareGossip: Bald nicht mehr über Suchmaschinen erreichbar Zur Großansicht

Mobbing-Website iShareGossip: Bald nicht mehr über Suchmaschinen erreichbar

Die Internetsite isharegossip.com kommt auf den Index der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BpjM). Dies kündigte Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) am Donnerstag in Berlin an. Die Gerüchte- und Mobbing-Site war in den vergangenen Tagen mit öffentlichen Hetzbeiträgen und derben Beleidigungen gegen Jugendliche in die Schlagzeilen geraten.

Die Betreiber der Plattform wollen Geld damit verdienen, dass sie ein Forum für anonyme Beschimpfungen und Beleidigungen bieten. Ein über die Website angezettelter Streit zwischen Berliner Schülern eskalierte und endete in einer brutalen Schlägerei. Etwa 20 Jugendliche prügelten am Samstagabend einen 17-Jährigen bewusstlos, der einen auf der Plattform entbrannten Streit schlichten wollte. Er wurde mit schweren Kopfverletzungen in ein Krankenhaus eingeliefert, konnte das Krankenhaus am Mittwoch wieder verlassen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt.

Die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien hatte den Betreiber des Online-Angebots bis zum Donnerstag Zeit für eine Stellungnahme gegeben und bereits angekündigt, das Angebot auf den Index zu setzen, falls keine Stellungnahme eingehen werde. Diese Drohung wurde nun wahr gemacht.

Die Forderung von Eltern, die Seite ganz abzuschalten, ist damit freilich nicht umgesetzt. Internetseiten, die von der Bundesprüfstelle indiziert werden, können auf den deutschen Versionen der einschlägigen Suchmaschinen wie Google, Bing oder Yahoo nicht mehr ohne weiteres gefunden werden. Die sechs größten Suchmaschinen in Deutschland hatten sich 2007 in einer freiwilligen Selbstverpflichtung bereiterklärt, die von der Behörde indizierten Seiten nicht mehr in den Suchergebnislisten anzuzeigen. Allerdings wird die technische Umsetzung der Sperrung einige Tage in Anspruch nehmen.

mak/dpa

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insgesamt 16 Beiträge
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1. Jetzt weiß auch der letzte von dieser Seite
snowboarding_3 24.03.2011
Diese Indizierung ist mit Abstand die Sinnloseste von Allen! Ich hatte vorher noch nie etwas von der Seite gehört und habe sie eben aus Neugierde angeklickt. Die Server sind total überlastet. Kein Wunder, wenn z.B. der Spiegel diese Seite sogar explizit in der Headline benennt und auch alle anderen News-Outlets darüber berichten. Zumal die "Indizierung" schon alleine durch die Eingabe der Seite in die Adresszeile zu umgehen ist. Und überhaupt ist alles, was auf dem Index steht, als Kiddie noch viel interessanter. Ich spreche da aus Erfahrung. Eine Indizierung könnte in diesem Falle für den Betreiber gar profitabel sein. So nach dem Motto: "Wir lassen uns den Mund nicht verbieten!" Sicher nicht schlecht fürs Image. Interessanterweise steht auf bild.de zum Sachverhalt folgendes: "Auf einer widerlichen Internetseite (BILD erwähnt den Namen nicht) hetzen seit Monaten Berliner Jugendliche über Mitschüler." Wobei es dann doch etwas komisch wirkt, auch noch darauf hinzuweisen, das sie die Seite nicht nennen weil sie folglich ja so viel verantwortungsvoller als die anderen Medien mit dieser Mobbing-Seite umgehen.
2. -
Rausschmeisser 24.03.2011
(Weiss nicht wo der alte Thread hin ist, deshalb nehme ich hier das Klowand-Argument wieder auf) Der Unterschied einer Klowand vor einigen Jahren zu dieser Webseite: - Eine Klowand ist lokal. iSG ist weltweit einsehbar. - Bei einer Klowand kann das Opfer den Spruch durchkritzeln oder übersprayen. - Wurden die Schikanierungen zuviel, konnte man notfalls in eine neue Gegend ziehen, wobei Telefonterror bleibte; was im Internet steht, bleibt für immer archiviert und das Opfer wird stigmatisiert - Für Klowände gibt es keine Suchmaschine. Im Netz kann ich nach Namen suchen und es wird mir alles kompakt präsentiert. - Mit Klowand-Sprüchen lässt sich kein Geld verdienen, auch auf einer moralisch bedenklichen Webseite lassen sich Banner schalten. - Heutzutage kann man mit dem Handy ein Foto vom Opfer machen und es gleich hochladen, früher brauchte man eine Schnappschuss-Kamera, musste den Film entwickeln lassen und das Foto dann teuer mit einem Fotokopierer auf Blätter kopieren, wobei der Kopf des Opfer und der nackte Körper der/des Pornodarstellers/in deutlich schlecht retouchiert aussahen, danach zeitaufwendig überall aufhängen. Auffällig ist, wie viele Jugendliche nicht begreifen, dass das Internet ein Medium wie TV oder gedruckte Zeitungen ist, und somit Abbildungen der Opfer ohne deren Einverständnis nicht veröffentlicht werden dürfen, da diverse verschiedene Gesetze, wie z.B. das Mediengesetz, gelten. Man sieht auch, wie schlecht die Gesetzeslage für das Internet definiert ist und es braucht unbedingt weltweit gültige Gesetze. Da die Webseite in den U.S.A. gehostet ist, zeigt auch, dass gerade dieses Land nachziehen muss. Verglichen mit Europa haben die miserable Menschenrechte, wenn man dort überhaupt davon reden kann. Was den Betreiber der Webseite angeht: Er spornt die Jugendlichen an, selbst Fotos hochzuladen. Im Blog spielt er ein Katz und Maus-Spiel mit den Behörden und über eine Google-Suche habe ich gesehen, wie er in einem Warez-Forum Werbung für seine Webseite macht, ohne Reue zu zeigen und sogar ziemlich lässig "...endlich könnt ihr anderen eins auswischen, ganz anonym... etc.". Gemäss der Wortwahl scheint der Betreiber selber noch ziemlich jung und verstört-soziopathisch zu sein. Diese Webseite muss nicht gesperrt, sondern gelöscht werden!
3. Bitte geben Sie einen Titel für den Beitrag an!
HariboHunter, 25.03.2011
Die Schriften der Jugend sind jetzt jugendgefährdend. Ein Akt der Hilflosigkeit?
4. Aktionismus pur
zyzzleflyx 25.03.2011
Zitat von sysopSchluss mit den Pöbeleien: Die Website iShareGossip kommt auf den Index. Die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien hat ihre Drohung wahr gemacht -*die Umsetzung*kann allerdings etwas dauern. http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,752987,00.html
Eine Website "indizieren". Das ist eine absolut sinnvolle Maßnahmen a'la von der Laien. Naja, Hauptsache die Presse schreibt man hätte etwas getan, im Kampf gegen das oberpöse Internet welches unsere Kinder schändet und verdirbt. Was für tolle Blitzmerker da wohl bei der BPjM sitzen?
5. Ankündigungsministerin II
baloo55 25.03.2011
Hat die Ministerin zu dem Thema keine fachkundigen Berater? Schröder ist doch sonst nicht beratungsresistent, denke ich an ihre Dissertation. Die Indizierung befördert doch das Ganze nur. Die Seite bekommt wesentlich mehr Aufmerksamkeit durch diese Aktion und Verbreitung. Die Seite ist ja durch die Indizierung nicht unerreichbar. Die Ministerin will offenbar durch bloßen Aktionismus punkten. Es dreht sich alles nur noch um mediale Aufmerksamkeit. Die Politiker verkommen immer mehr. Alles aber auch alles sehen sie durch die Brille anstehender Wahlen oder generell ob es taugt in den Medien wahrgenommen zu werden.
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