Kampf gegen IS-Propaganda Twitter setzt auf Mithilfe der Nutzer

Twitter geht verstärkt gegen islamistische Propaganda beim Kurznachrichtendienst vor. Nicht nur wird mehr Personal eingesetzt - auch die Nutzer sollen mithelfen.

IS-Propaganda via Twitter: Dschihadisten schwärmen von blühenden Landschaften
DPA

IS-Propaganda via Twitter: Dschihadisten schwärmen von blühenden Landschaften


Washington - Der "Islamische Staat" (IS) wird beim Verbreiten seiner Propaganda von Tausenden Anhängern unterstützt. Allein zwischen Oktober und November 2014 zählte das US-Politikinstitut Brookings mindestens 46.000 Profile bei Twitter, die Sympathien mit dem IS erkennen lassen. Der Kurznachrichtendienst will nun mit mehr Personal gegen islamistische Propaganda vorgehen.

"Wir nehmen das ernst und haben die betreffenden Teams aufgestockt", schrieb der Chefjurist des Unternehmens an einen Ausschuss des US-Kongresses. Ziel von Twitter sei es, Inhalte von Unterstützern der Terrormiliz IS so schnell wie möglich aus seinem Dienst zu entfernen.

Twitter werde das Netzwerk allerdings nicht selbst nach möglichen IS-Tweets durchforsten, schrieb Unternehmensjurist Vijaya Gadde. Alle Tweets zu durchsuchen, sei angesichts der Menge nicht möglich. Stattdessen sollten Nutzer das Unternehmen über eine Meldefunktion auf Nachrichten aufmerksam machen. Dann werde geprüft, ob die Tweets gegen die Regeln verstoßen. "Wir haben Tausende Twitter-Profile von Terror-Organisationen oder Unterstützern suspendiert, weil ihre Gewaltdarstellungen gegen unsere Nutzungsbedingungen verstoßen", erklärte Gadde in dem Brief.

Twitter hatte erst kürzlich Konten entfernt, in denen Anhänger der Terrorgruppe IS und der Islamistengruppe Boko Haram zu Gewalt aufgerufen hatten. Kurz darauf berichtete Twitter, der Onlinedienst habe Drohungenerhalten, weil er Nutzerkonten mit Verbindungen zum IS blockiert hatte.

Die US-Abgeordneten hatten Twitter gebeten, mehr gegen die Verbreitung extremistischer Propaganda von Terroristen zu unternehmen. IS-Kämpfer nutzen Twitter und andere Online-Netzwerke massiv, um ihre Gräueltaten zu präsentieren und Anhänger anzulocken.

Das US-Politikinstitut Brookings hat auch ausgewertet, wie sich die IS-Unterstützer bei Twitter zusammensetzen. Demnach wurden bei den im vergangenen Herbst gezählten 46.000 Profilen drei Viertel der Tweets auf Arabisch versendet. Die meisten kamen aus dem Irak und Syrien sowie aus Saudi-Arabien, Ägypten und anderen arabischen Ländern.



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insgesamt 3 Beiträge
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Seite 1
prosäkular 14.03.2015
1.
So wird sich IS nicht besiegen lassen. Klar kann man Twitter-Accounts schliessen, aber so ein Account ist in 2 Minuten wieder neu eingerichtet. Man sollte sich allerdings die IP-Adressen von IS-Propagandisten merken und die Leute dann offline zur Rechenschaft ziehen.
maxehaxe 14.03.2015
2.
verstehe nicht ganz, warum es schwer sein sollte, IS-posts herauszufiltern. Wovon lebt denn Twitter? Von #hashtags. Also kann man doch gezielt nach Tweets mit diesem Bezug suchen. Klar sind da auch viele (hoffentlich deutlich mehr) Meinungen gegen den IS vertreten. Aber jeden Tweet mit #thedress zu überprüfen wäre wohl etwas zu viel des Guten. Aber ansonsten ist es gut, dass die Nutzer mit angehalten werden zu helfen. Tatsächlich ist Propaganda eine der stärksten Waffen des IS. Nicht umsonst reisen aus aller Welt Sympathisanten dorthin...
troll_von_luftikus 14.03.2015
3. Gehen wir mit dem Mainstream ...
diese Aktion kostet nix und wird von den Medien weltweit kostenlos verbreitet. Wer braucht diesen Dienst eigentlich? Leute, die der Welt morgens mitteilen müssen, wie ihr Stuhlgang war!
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