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23. Februar 2013, 09:22 Uhr

IT-Sicherheit

Auch Microsoft meldet Hacker-Angriff

Facebook, Twitter, Apple - und nun auch Microsoft: Der Software-Konzern hat zugegeben, dass Unbekannte in Computer von Mitarbeitern eindringen konnten. Noch ist unklar, wer dahinter steckt. Die US-Regierung kündigt ein hartes Vorgehen gegen Hacker-Angriffe an.

Hamburg - Nach Facebook und Twitter hat auch Microsoft einen Hacker-Angriff gemeldet. Wie das Unternehmen am Freitag mitteilte, handelt es sich um einen ähnlichen Angriff, wie ihn Facebook in der vergangenen Woche gemeldet hatte. Bei Facebook hatten Unbekannte eine Java-Sicherheitslücke ausgenutzt, um Rechner zu infiltrieren. Ebenfalls wurde Apple so gehackt - eine Spur führt dabei nach Osteuropa in die Ukraine.

Microsoft erklärte, der Angriff sei vor einiger Zeit geschehen. Dabei sei Software auf eine kleine Anzahl Computer eingeschleust worden, darunter auch Macs. Es gebe keine Hinweise, dass Kundendaten gestohlen worden seien. Bei Twitter, das Anfang Februar ausgespäht worden war, konnten Hacker auf rund 250.000 Nutzerdaten zugreifen. Bisher waren Großunternehmen eher zögerlich, was die Bekanntgabe von Angriffen angeht.

Die US-Regierung hat angekündigt, den Kampf gegen Cyber-Kriminalität und Industriespionage im Internet zu einem Schwerpunkt zu machen. Dabei verwiesen Regierungsvertreter stets auf China als Ursprung solcher Attacken - und nannten Handelssanktionen als ersten Schritt gegen offenbar staatlich gesteuerte oder geduldete Hacker-Angriffe. Im Extremfall wollen die USA auf derartige Bedrohungen mit konventionellen Waffen reagieren.

Mehrere US-Zeitungen, darunter "New York Times" und "Wall Street Journal", hatten von Hacker-Angriffen berichtet. Sie führen die Angriffe auf China zurück. Für andere Hacker-Angriffe auf Unternehmen wie Coca-Cola macht das US-Sicherheitsunternehmen Mandiant ebenfalls China verantwortlich. Die Experten hatten in der vergangenen Woche einen Bericht veröffentlicht, in dem sie anhand von Indizien eine Vielzahl von Hacker-Angriffen auf den Standort einer geheimen Cyber-Einheit der chinesischen Armee in Shanghai zurückführen.

Trittbrettfahrer versuchen seitdem offenbar, das Interesse an dem Report auszunutzen. Die Sicherheitsfirma Symantec berichtet von E-Mails in schlechtem Japanisch, die eine PDF-Datei mit dem Bericht enthalten. Ruft man die PDF-Datei auf, wird der Rechner infiziert.

ore/AP

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