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Java: Schwere Sicherheitslücke betrifft Millionen Rechner

Java-Hersteller Oracle hat ein schweres Sicherheitsproblem zugegeben. Allein in Deutschland sind zig Millionen Rechner betroffen, Kriminelle nutzen die Lücken bereits für Angriffe über manipulierte Websites. Nutzer sollten umgehend die Software aktualisieren.

Angriff auf Browser (Symbolbild): Java-Lücke gefährdet Windows-Rechner Zur Großansicht
Corbis

Angriff auf Browser (Symbolbild): Java-Lücke gefährdet Windows-Rechner

Die Java-Technik ist praktisch für Programmierer: Sie schreiben eine Software einmal, und dann läuft sie - theoretisch - ohne viel Anpassung unter Windows, Mac und Linux. Möglich macht das die sogenannte Java-Laufzeitumgebung, eine auf vielen Computern standardmäßig installierte Erweiterung. Hersteller Oracle gibt an, dass 1,1 Milliarden Desktop-Computer weltweit Java nutzen.

Umso schwerer wiegt die nun von Oracle veröffentlichte Warnung: Java-Nutzern wird geraten, ein in der Nacht zum Freitag veröffentlichtes Java-Update zu installieren. Betroffen sein dürften viele der 1,1 Milliarden Java-Desktops, denn die Sicherheitslücke ist sowohl in Java 7 als auch in der Vor-Version 6 zu finden.

Kriminelle nutzen die Sicherheitlücke bereits für Angriffe

Vier Sicherheitslücken sollen die nun veröffentlichte Aktualisierung schließen. Drei der Lücken bewertet Oracle mit der höchsten Gefährlichkeitsstufe. Eine der nun gestopften Sicherheitslücken sei für Netzwerkangriffe "leicht" auszunutzen, heißt es in der Oracle-Warnung.

Ein erfolgreicher Angriff könnte dazu führen, dass Unbekannte die Kontrolle über das Betriebssystem erlangen, Programme installieren und diese ausführen können, wie sie wollen. Da bei vielen Browsern ein Java-Plugin installiert ist, sind Angriffe über speziell präparierte Websites denkbar.

Die Java-Sicherheitslücke wird laut Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) schon jetzt ausgenutzt. Das BSI warnt, dass in Deutschland bereits manipulierte Werbebanner auf Onlineangeboten aufgetaucht seien, die zur Infektion von Rechnern genutzt werden. Laut BSI wird bei den manipulierten Bannern die Java-Lücke beispielsweise genutzt, um die Banking-Trojaner "Citadel" und "Hermes" auf Rechnern zu installieren.

So aktualisieren Sie Java

Ob man die aktuellste Java-Version installiert hat, kann man auf Oracles Java-Hilfsseite überprüfen.

Wird eine veraltete Version entdeckt, wird automatisch ein passender Download der aktuellsten Version angeboten. Eine Übersicht aller Java-Versionen zum manuellen Download bietet Oracle auf dieser Website.

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1.
LeBigMacke 31.08.2012
Zitat von sysopCorbisJava-Hersteller Oracle hat ein schweres Sicherheitsproblem zugegeben. Allein in Deutschland sind zig Millionen Rechner betroffen, Kriminelle nutzen die Lücken bereits für Angriffe über manipulierte Websites. Nutzer sollten umgehend die Software aktualisieren. http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,853092,00.html
Deshalb habe ich schon seit langem Javascript standartmäßig deaktiviert und aktiviere es manuell, wenn ich mir einigermaßen sicher bin, dass die Inhalte einer Website vertrauenswürdig sind.
2.
sk2212 31.08.2012
Warum wird hier bitte mit keiner Silbe erwähnt, dass so ein Browser-Java-Plugin immer noch MANUELL vom Benutzer ausgeführt werde muss. Besagte Werbebanner können nicht einfach Java-Code ausführen, ohne dass der Benutzer auf "Plugin ausführen" geklickt hat.
3.
brazzy 31.08.2012
Zitat von LeBigMackeDeshalb habe ich schon seit langem Javascript standartmäßig deaktiviert und aktiviere es manuell, wenn ich mir einigermaßen sicher bin, dass die Inhalte einer Website vertrauenswürdig sind.
Nur dass Java und Javascript ungefähr so viel miteinander zu tun haben wie Rot und Brot.
4.
brazzy 31.08.2012
Zitat von sk2212Warum wird hier bitte mit keiner Silbe erwähnt, dass so ein Browser-Java-Plugin immer noch MANUELL vom Benutzer ausgeführt werde muss. Besagte Werbebanner können nicht einfach Java-Code ausführen, ohne dass der Benutzer auf "Plugin ausführen" geklickt hat.
Weil das für die Standardkonfiguration der meisten Benutzer nicht schlimmt - da ist das Plugin aktiviert und führt alle Applets automatisch aus. Was aber wirklich erwähnt werden müsste: Java-Applets benutzt praktisch niemand mehr - man holt sich mit dem Plugin immere neue Sicherheitslücken ins Haus ohne davon irgend einen Nutzen zu haben. Am sinnvollsten ist es, das Plugin einfach aus dem Browser zu entfernen (Die Java-Laufzeitumgebung selbst kann man behalten).
5.
jsuelwald 31.08.2012
@LeBigMacke Die Lücke betrifft Java und nicht JavaScript (das wird z.B. in http://www.webmaster-eye.de/JavaScript-versus-Java-Der-Unterschied.359.artikel.html erklärt) Zu dem eigentlichen Problem: 1. Klar, sowas passiert 2. Updates müssen aber schneller passieren 3. Und "1x im Monat auf Updates prüfen", so wie es im Java Updater voreingestellt ist, reicht nicht. Das muss täglich sein.
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Schad- und Spähsoftware
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Trojaner
Wie das Trojanische Pferd in der griechischen Mythologie verbergen Computer-Trojaner ihre eigentliche Aufgabe (und Schädlichkeit!) hinter einer Verkleidung. Meist treten sie als harmlose Software auf: Bildschirmschoner, Videodatei, Zugangsprogramm. Sie werden zum Beispiel als E-Mail-Anhang verbreitet. Wer das Programm startet, setzt damit immer eine verborgene Schadfunktion ein: Meist besteht diese aus der Öffnung einer sogenannten Backdoor , einer Hintertür, die das Computersystem gegenüber dem Internet öffnet und durch die weitere Schadprogramme nachgeladen werden.
Virus
Computerviren befallen vorhandene Dateien auf den Computern ihrer Opfer. Die Wirtsdateien funktionieren – zumindest eine Zeit lang - weiterhin wie zuvor. Denn Viren sollen nicht entdeckt werden. Sie verbreiten sich nicht selbständig, sondern sind darauf angewiesen, dass Computernutzer infizierte Dateien weitergeben, sie per E-Mail verschicken, auf USB-Sticks kopieren oder in Tauschbörsen einstellen. Von den anderen Schad- und Spähprogrammen unterscheidet sich ein Virus allein durch die Verbreitungsmethode. Welche Schäden er anrichtet, hängt allein vom Willen seiner Schöpfer ab.
Rootkit
Das kleine Kompositum führt die Worte "Wurzel" und "Bausatz" zusammen: "Root" ist bei Unix-Systemen der Benutzer mit den Administratorenrechten, der auch in die Tiefen des Systems eingreifen darf. Ein "Kit" ist eine Zusammenstellung von Werkzeugen. Ein Rootkit ist folglich ein Satz von Programmen, die mit vollem Zugriff auf das System eines Computers ausgestattet sind. Das ermöglicht dem Rootkit weitgehende Manipulationen, ohne dass diese beispielsweise von Virenscannern noch wahrgenommen werden können. Entweder das Rootkit enthält Software, die beispielsweise Sicherheitsscanner deaktiviert, oder es baut eine sogenannte Shell auf, die als eine Art Mini-Betriebssystem im Betriebssystem alle verdächtigen Vorgänge vor dem Rechner verbirgt. Das Gros der im Umlauf befindlichen Rootkits wird genutzt, um Trojaner , Viren und andere zusätzliche Schadsoftware über das Internet nachzuladen. Rootkits gehören zu den am schwersten aufspürbaren Kompromittierungen eines Rechners.
Wurm
Computerwürmer sind in der Praxis die getunte, tiefergelegte Variante der Viren und Trojaner. Im strengen Sinn wird mit dem Begriff nur ein Programm beschrieben, das für seine eigene Verbreitung sorgt - und der Programme, die es transportiert. Würmer enthalten als Kern ein Schadprogramm , das beispielsweise durch Initiierung eines eigenen E-Mail-Programms für die Weiterverbreitung von einem befallenen Rechner aus sorgt. Ihr Hauptverbreitungsweg sind folglich die kommunikativen Wege des Webs: E-Mails, Chats, AIMs , P2P-Börsen und andere. In der Praxis werden sie oft als Vehikel für die Verbreitung verschiedener anderer Schadprogramme genutzt.
Drive-by
Unter einem Drive-by versteht man die Beeinflussung eines Rechners oder sogar die Infizierung des PC durch den bloßen Besuch einer verseuchten Web-Seite. Die Methode liegt seit einigen Jahren sehr im Trend: Unter Ausnutzung aktueller Sicherheitslücken in Browsern und unter Einsatz von Scripten nimmt ein auf einer Web-Seite hinterlegter Schadcode Einfluss auf einen Rechner. So werden zum Beispiel Viren verbreitet, Schnüffelprogramme installiert, Browseranfragen zu Web-Seiten umgelenkt, die dafür bezahlen und anderes. Drive-bys sind besonders perfide, weil sie vom PC-Nutzer keine Aktivität (wie das Öffnen einer E-Mail) verlangen, sondern nur Unvorsichtigkeit. Opfer sind zumeist Nutzer, die ihre Software nicht durch regelmäßige Updates aktuell halten - also potenziell so gut wie jeder.
Botnetz
Botnets sind Netzwerke gekidnappter Rechner - den Bots. Mit Hilfe von Trojaner-Programmen, die sie beispielsweise durch manipulierte Web-Seiten oder fingierte E-Mails auf die Rechner einschleusen, erlangen die Botnet-Betreiber Zugriff auf die fremden PC und können sie via Web steuern. Solche Botnets zu vermieten, kann ein einträgliches Geschäft sein. Die Zombiearmeen werden unter anderem genutzt, um millionenfache Spam-Mails zu versenden, durch eine Vielzahl gleichzeitiger Anfragen Web-Seiten in die Knie zu zwingen oder in großem Stile Passwörter abzugrasen. (mehr bei SPIEGEL ONLINE)
Fakeware, Ransomware
Das Wort setzt sich aus "Fake", also "Fälschung", und "Ware", der Kurzform für Software zusammen: Es geht also um "falsche Software" . Gemeint sind Programme, die vorgeben, eine bestimmte Leistung zu erbringen, in Wahrheit aber etwas ganz anderes tun. Häufigste Form: angebliche IT-Sicherheitsprogramme oder Virenscanner. In ihrer harmlosesten Variante sind sie nutzlos, aber nervig: Sie warnen ständig vor irgendwelchen nicht existenten Viren und versuchen, den PC-Nutzer zu einem Kauf zu bewegen. Als Adware-Programme belästigen sie den Nutzer mit Werbung.

Die perfideste Form aber ist Ransomware : Sie kidnappt den Rechner regelrecht, macht ihn zur Geisel. Sie behindert oder verhindert das normale Arbeiten, lädt Viren aus dem Netz und stellt Forderungen auf eine "Reinigungsgebühr" oder Freigabegebühr, die nichts anderes ist als ein Lösegeld: Erst, wenn man zahlt, kann man mit dem Rechner wieder arbeiten. War 2006/2007 häufig, ist seitdem aber zurückgegangen.
Zero-Day-Exploits
Ein Zero-Day-Exploit nutzt eine Software-Sicherheitslücke bereits an dem Tag aus, an dem das Risiko überhaupt bemerkt wird. Normalerweise liefern sich Hersteller von Schutzsoftware und die Autoren von Schadprogrammen ein Kopf-an-Kopf-Rennen beim Stopfen, Abdichten und Ausnutzen bekanntgewordener Lücken.
Risiko Nummer eins: Nutzer
Das größte Sicherheitsrisiko in der Welt der Computer sitzt vor dem Rechner. Nicht nur mangelnde Disziplin bei nötigen Software-Updates machen den Nutzer gefährlich: Er hat auch eine große Vorliebe für kostenlose Musik aus obskuren Quellen, lustige Datei-Anhänge in E-Mails und eine große Kommunikationsfreude im ach so informellen Plauderraum des Webs. Die meisten Schäden in der IT dürften von Nutzer-Fingern auf Maustasten verursacht werden.
DDoS-Attacken
Sogenannte distribuierte Denial-of-Service-Attacken (DDoS) sind Angriffe, bei denen einzelne Server oder Netzwerke mit einer Flut von Anfragen anderer Rechner so lange überlastet werden, bis sie nicht mehr erreichbar sind. Üblicherweise werden für solche verteilten Attacken heutzutage sogenannte Botnetze verwendet, zusammengeschaltete Rechner, oft Tausende oder gar Zehntausende, die von einem Hacker oder einer Organisation ferngesteuert werden.


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