Joe-Biden-Witze Das Trump-Trauma weglachen

Humor ist das beste Mittel gegen Angst. Nach Donald Trumps Wahlsieg verbreiten sich im Netz Hunderte Weißes-Haus-Witze. Mitten drin: ein störrischer Nochvizepräsident Joe Biden. Die besten Sprüche im Überblick.

Vizepräsident Joe Biden, Präsident Barack Obama
AP

Vizepräsident Joe Biden, Präsident Barack Obama

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Eine alte Lebensweisheit lautet: Man kann nicht gleichzeitig lachen und Angst haben. Angesichts der US-Wahl hatten viele Menschen ihr Lachen erst einmal verloren. Nach dem Sieg des Rechtspopulisten Donald Trump überwogen im liberalen Lager Gefühle wie Entsetzen, Wut und Fassungslosigkeit. Hinzu dürfte bei vielen ein besonders unangenehmes Urgefühl gekommen sein: das der Ohnmacht.

Zwar mögen Tausende Amerikaner auf die Straße gehen, um gegen Trump zu protestieren. Zwar mögen Experten die wirtschafts- und außenpolitischen Pläne des republikanischen Immobilienmilliardärs zerpflücken. Zwar mögen Kritiker ihm Korruption, Lug und Betrug anlasten. Doch es hilft ja nichts. Trump hat die Präsidentschaftswahl gewonnen und wird am 20. Januar 2017 als 45. Präsident der Vereinigten Staaten vereidigt.

Der beste Weg aus der Ohnmacht ist Akzeptanz. Wenn man schon an den Umständen nichts ändern kann, so kann man wenigstens die eigene Einstellung ändern. Man muss nichts gutheißen, aber doch die Dinge annehmen, wie sie sind.

Ein Großmeister der Akzeptanz meldete sich unmittelbar nach Trumps Wahlsieg zu Wort. Bereits in seiner ersten Rede forderte Präsident Barack Obama die US-Bürger dazu auf, alles zu tun, damit der kommende Präsident Erfolg haben könne, das Land zu führen und wieder zu vereinen.

Weniger meisterhaft in Sachen Akzeptanz zeigte sich Vizepräsident Joe Biden. Bei Obamas Anmerkung, die Sonne sei auch an diesem Tag wieder aufgegangen, schaute er fragend gen Himmel. Jemand schnitt Obamas Rede zusammen, legte eine Stelle, in der Biden sich bekreuzigt, unter die Szene, in der Obama Trump viel Glück bei der Führung des Landes wünschte - und fertig war das Bild vom renitenten Biden.

Das Video war der Startschuss für eine weltweite Web-Bewegung. Für eine Koalition der Akzeptanzverweigerer, die nun versucht, sich auf andere Weise von ihrem Trump-Trauma zu therapieren. Mit Humor.

Und so häufen sich in den sozialen Netzen die Witze mit stets derselben Rollenverteilung: Biden als trotziges Kind, das Bosheiten und infantile Streiche gegen Trump plant; Obama als Mutter Vernunft, die ihren Schützling zu mäßigen versucht. Die Witze lassen sich grob in drei Kategorien unterteilen.

1. Verweigerung

Um einen Präsidenten Trump zu verhindern, gibt Biden ihm nicht die Adresse vom Weißen Haus.

Als Trump irgendwann doch auf dem Parkplatz vorfährt, will Biden sich wahlweise vor ihm verstecken oder Trump den Zutritt versperren.

Als Trump das Weiße Haus dann betreten hat, will Biden ihm das WLAN-Passwort nicht verraten.

Außerdem würde sich Biden gern den Anti-Trump-Protesten anschließen. Obama muss alle Register ziehen, um seinen Vize davon abzuhalten.

2. Sabotage

Jetzt, da sich Trumps Einzug ins Weiße Haus schon nicht vermeiden lässt, will es Biden dem neuen Präsidenten dort zumindest so ungemütlich wie möglich machen. Er versteckt erst einmal die Schlüssel zum Situation Room und die Batterien für die Fernbedienung.

Dann will er fiese Fallen à la "Kevin allein zu Haus" bauen. Doch da macht Obama nicht mit.

Den neuen Präsidenten im Badezimmer einzuschließen hält Obama ebenfalls für keine so gute Idee.

Immerhin: Das Speiseeis darf Biden noch schnell aufessen, damit der verhasste Republikaner nichts abkriegt.

3. Streiche

Biden überlegt, Trump Burritos essend im Sombrero zu empfangen, als Anspielung auf dessen feindselige Äußerungen gegen Mexikaner. Obama sagt: "No, we can't."

Biden überlegt, Mini-Duschgel im Badezimmer zu drapieren, um Trump zu ärgern. Denn Trump hatte im Wahlkampf mehrfach den Zusammenhang zwischen seinen angeblich großen Händen und seinem angeblich großen Penis betont. Obama sagt: "No, we can't."

Biden schlägt vor, eine aggressive Katze in einer Schublade zu verstecken und diese mit einer Notiz zu versehen, dass Trump doch mal versuchen solle, nach dieser Pussy zu grapschen. Im Wahlkampf war ein Video aufgetaucht, in dem sich Trump selbst als Pussygrapscher brüstet. Obama sagt: "No, we can't."

Da sein Chef ihm alles verbietet, fragt Biden ihn ab sofort einfach nicht mehr, sondern schreitet beherzt zur Tat.

Um Trump zu verwirren, versteckt Biden einen kenianischen Pass in Obamas Schreibtisch und einen Gebetsteppich im Schlafzimmer des Weißen Hauses. Schließlich hatte Trump im Wahlkampf die Verschwörungstheorie verbreitet, dass Obama Muslim und gar kein amerikanischer Staatsbürger sei.

Von starken Frauen lässt sich ein Macho wie Trump ja sicher verunsichern. Und so malt Biden kurz vor der Schlüsselübergabe noch schnell "Michelle 2020" an die Decke des Schlafzimmers im Weißen Haus. In Leuchtfarbe.

Bonuswitz

Nachdem Biden ein wenig Dampf abgelassen hat, wird ihm irgendwann doch mulmig zumute. "Bitte lass mich mit dem nicht allein!", fleht er Obama an. Zumindest in diesem Punkt kann ihn sein Chef beruhigen. "Du gehst, wenn ich gehe", erinnert er ihn.



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joes.world 13.11.2016
1. Was hat Deutschland den USA nicht alles zu verdanken!
Nachdem Nazi-Deutschland hunderttausende Amerikaner getötet hatte, rächten sich die USA nicht. Im Gegenteil halfen sie Deutschland, mit viel Geld und auch dem know how wie Demokratie zu funktionieren hat, ein demokratisches, wirtschaftlich starkes Westdeutschland aufzubauen. Dann beschützten sie ihren ehemaligen Kriegsgener vor der UDSSR, Und als die Vereinigung kam, profitierte die DDR davon, dass Deutschland - auch durch die USA - ein reiches Land geworden war. In dem genügend Reichtum da war, um in die DDR zu fließen und den Lebensstandard der Menschen rasch zu verbessern. Ungarn, Polen, die Balten hatten keinen großen Bruder und blieben nach dem Fall des Eisernen Vorhanges viel weniger wohlhabend als die ehemaligen Bürger der DDR. Und so ist es heute noch. Es war also immer gut für uns, wenn die USA stark waren. In den letzten Jahren wurden die USA immer schwächer. Seit Jahrzehnten wird die Mittelschicht kleiner und ärmer. Und ein im Inneren starker Staat braucht eine große, wohlhabende Mittelschicht. Ohne die, werden die USA immer schwächer werden. Und das kann nicht im Sinne eines freiheit-liebenden Europas sein. Obama hat leider versagt. Bei uns wird immer über eine Gesundheitsversicherung für alle gesprochen, die er eingeführt hätte. Die Idee war ja gut. Die Umsetzung von Obama aber, war katastrophal. Sogar Bill Clinton sprach davon, dass das so nichts ist. Viele Millionen können sich die Zahlungen für Obamas Gesundheitsversicherung nicht mehr leisten. Er hat sie falsch angelegt, politisch verbockt. Die Bevölkerung verarmt. Schlimm für die Menschen in den USA und schlecht für unsere Sicherheit. Denn nur ein innerlich starkes Amerika wird uns auch in Zukunft beistehen wollen und können. Hillary Clinton hätte den Niedergang Amerikas weiter geführt, Sie ist so abgehoben vom realen Leben der Menschen, dass sie selber in einer Blase aus Intrigen, Gegengeschäften und Deals auf Kosten der Masse lebt. Washington mit seinen tausenden Lobbyisten, die alle nicht die Interessen der großen Mehrheit vertreten, denkt und kümmert sich nur um sich und seinesgleichen. Deshalb wäre der Abstieg Amerikas mit Clinton weiter gegangen. Trump ist eine Unbekannte. Seine politische Unerfahrenheit eine Gefahr. Aber, und auch das wird bei uns nicht verstanden, in den USA sind Präsidenten viel besser kontrolliert als z. B. eine Merkel. Da gibt es keinen Kauder, der die Abgeordneten nötigt, so zu stimmen, wie Merkel das will. Die Kongressabgeordneten sind, verglichen mit unseren Ja-Sagern im Bundestag, viel freier und ihren eigenen Agenden verpflichtet. Die USA haben in den beiden Häusern viel mehr Pluralität, als man sich das bei uns in Berlin vorstellen kann. Deshalb würde Trump, wenn er wirklich Unsinn macht, schneller weg sein, als sich das viele bei uns vorstellen können.
joes.world 13.11.2016
2. Deshalb sollten wir nun langsam versuchen
die Realität - und die ist nun einmal so, dass die USA einen neuen Präsidenten haben - positiv zu sehen. Wir sollten das Ganze als Chance sehen und uns fragen: wie können wir davon profitieren? Wenn Trump es schaffen sollte, den Mittelstand wieder zu vergrößern, wohlhabender zu machen - ist das in unserem langfristigem Interesse. Denn nur ein innerlich starkes Amerika wird uns mittelfristig und langfristig beistehen können. Außerdem werden Frankreich, Deutschland, die Nordstaaten vielleicht durch Trumps Wahlsieg aufgerüttelt. Reduziert die Zehntausenden Lobbyisten in Brüssel. Gestattet Lobbyisten nur mehr dann Gespräche mit Politikern wenn sie registriert sind und öffentlich Buch darüber führen, wen sie wann für welche Sache trafen. Macht Brüssel transparent! Dann besinnt euch eurer Verpflichtung, GB entgegen zu kommen. Junckers & Co will GB Steine in den Weg legen. Was für erbärmliche Geschöpfe, diese Junckers & Co. Entmachtet sie endlich, ersetzt sie durch bessere Leute. Lasst die EU durch sie nicht weiter schwächen und dann endgültig zerstören. In Deutschland muss auch ein Umdenken einsetzen. Wir müssen mehr Geld für Verteidigung ausgeben. Zuerst aber, die Mißstände bei Beschaffung und Verwaltung beenden. Denn ansonsten versichert das Mehr an Geld nur wieder. Alle Verteidigungsminister der letzten Jahrzehnte (inklusive der augenblicklichen) haben das nicht vermocht. Merkel muss endlich über ihren eigenen Schatten springen und nicht immer nur „kleine Mini-Merkels“ (klar, die liegen ihr, weil sie ihr gleichen) in wichtige Ämter bringen, sondern endlich auch FACHKRÄFTE. Auch wenn die ganz anders als sie selber sind. Nicht wehleidig sein, Frau Merkel. Professionalität ist nun gefragt. Und nicht weiter, nur die um sich zu scharren, die wie sie selber sind. Hören wir endlich auf, nur zu motzen, wie unzufriedene Kinder. Sehen wir Trump als Chance für die EU. Geht endlich an die Arbeit, Politiker und macht das Beste daraus. Beginnt endlich LANGFRISTIG zu denken. Trefft jetzt Entscheidungen, die in der Zukunft für ein stärkeres Europa führen werden. Und die Medien sollten endlich wirklich ihrer Aufgabe nachkommen. Und die Entscheidungen (oder eben hinausgezögerten Entscheidungen und somit den Stillstand) unserer Politiker viel kritischer, viel investigativer als bisher beobachten und viel härter und öfters kritisieren.
Mario V. 13.11.2016
3. Frei nach Heinz Erhardt...
"Ich hab selten so gelacht." Mehr zum Thema hier: https://1.bp.blogspot.com/-ibv67_m8IqE/WCajGvjiAII/AAAAAAACa-g/0wderwD6AdgkdG2cogSpvMYomBYc92voACLcB/s1600/TRUMP+obamaGRta.jpg+large.jpg
tartarin 13.11.2016
4. T entfernen
Vor dem Auszug im Januar könnten die Obama-Leute alle T-Caps von den Computertastaturen entfernen.. War das nicht schonmal mit "dubya"?
forenposter 13.11.2016
5. Biden hat sich nicht an dieser Stelle bekreuzigt
Auch in einem Artikel über Internetmemes wäre ein klein wenig Recherche angebracht. Joe Biden bekreuzigt sich nicht als über Trump gesprochen wird, diese Szene kam als Obama über ihn redete. Es wurde in dem im Artikel verlinkten Video nur so zusammengeschnitten. Das Video der Obama-Rede findet man bei YouTube und kann das schnell selbst nachvollziehen. Wenn man ein bißchen aufpasst, merkt man auch, dass sich der Sonnenschein auf Obamas Gesicht im zusammengeschnittenen Video ein kleines bißchen zu schnell verändert.
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