Jugendschutz Britische Internet-Anbieter führen Pornosperre ein

Der Plan von Premierminster Cameron ist aufgegangen: Die vier größten britischen Internet-Provider führen sogenannten Opt-in-Sperren für Sex im Netz ein. Wer online nackte Körper sehen will, muss das seinem Anbieter künftig explizit mitteilen.

Kein Zugang: Einige Britische Provider wollen anzügliche Ausziehinhalte blockieren
DPA

Kein Zugang: Einige Britische Provider wollen anzügliche Ausziehinhalte blockieren


Internet-Nutzer in Großbritannien müssen sich künftig entscheiden: Porno oder nicht? Wie die vier größten Internet-Anbieter des Landes am Dienstag mitteilten, sollen ihre Kunden künftig gezwungen sein, beim Aufruf pornografischer Inhalte "eine aktive Entscheidung" zu treffen. Wer Nacktbilder oder -filme im Netz sehen möchte, müsse dies seinem Provider per Opt-In-Verfahren mitteilen, sich also ausdrücklich dazu bekennen, pornografische oder andere jugendgefährdende Inhalte sehen zu wollen. Kunden, die das nicht tun, wird ein Filter vorgeschaltet, der derartige Inhalte blockiert.

Bisher bieten Internetprovider in Großbritannien und vielen anderen Ländern ihren Kunden in der Regel die Möglichkeit, Jugendschutzfunktionen zu aktivieren oder entsprechende Software zu installieren. Bürgerrechtler kritisieren, das Vorgehen der Provider sei ein erster Schritt hin zu einer Internet-Zensur.

Die Netzanbieter reagieren mit ihrem Schritt auf einen im Juni veröffentlichten Bericht über die Sexualisierung von Jugendlichen. Der Autor des von der Regierung in Auftrag gegebenen Berichts, der Familienrechtsanwalt Reg Bailey, hatte kritisiert, dass die Jugendschutzfilter der Anbieter standardmäßig abgeschaltet seien, also eine aktive Handlung der Eltern erfordern. In seinem Bericht hatte er ein Opt-In-Verfahren gefordert, wie es jetzt umgesetzt werden soll.

Quasi zeitgleich stellt Premierminister David Cameron heute die Website Parentport vor. Sie soll besorgten Eltern als Anlaufstelle dienen. Das neue Internetangebot soll Bürgern die Möglichkeit geben, sich über Fernsehsendungen, Werbung, Produkte und Dienstleistungen zu beschweren, die ihrer Ansicht nach jugendgefährdend sind. Als Betreiber der Seite fungieren dem "Guardian" zufolge die Advertising Standards Authority, der BBC Trust, das British Board of Film Classification, die Regulierungsbehörde Ofcom, die Press Complaints Commission, das Video Standards Council und die Organisation Pan European Game Information (PEGI), die Jugendschutz-Klassifikationen für Videospiele vornimmt.

Die vier Provider, die sich für das Opt-In-Verfahren entschlossen haben sind BT, Sky, TalkTalk und Virgin. Angaben darüber, ab wann sie die neuen Funktionen einführen wollen, blieben die Anbieter bislang schuldig.

mak

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cosmo72 11.10.2011
1. Testballon zur Einschränkung der Meinungsfreiheit im Internet
Testballon zur Einschränkung der Meinungsfreiheit im Internet - natürlich fängt man mit fragwürdigem an (auch wenn es populär ist). Die Kinderschänder und Co werden auch gleich mit den Bombenbauanleitungen wieder aus dem Hut gezaubert! Machen Sie sich aber klar, dass das global synchron abläuft! st hier auch geplant, in den USA - überall wo die EU/Bilderberger-Faschisten die Demokratie ersetzen wollen! Die Gesetzentwürfe kreisen schon lange - in allen westlichen Schein-"Demokratien"! Aber es wird in den USA/UK/D an Gesetzen gearbeitet, die Ruhe im Internet erzeuge sollen, was Rede-, Meinungsfreiheit und kontroverse Berichterstattung angeht... USA: H.R. 6123: 110th Congress This is a bill in the U.S. Congress originating in the House of Representatives ("H.R."). 2007-2008 Megan Meier Cyberbullying Prevention Act Megan Meier Cyberbullying Prevention Act - Amends the federal criminal code to impose criminal penalties on anyone who transmits in interstate or foreign commerce a communication intended to coerce, intimidate, harass, or cause substantial emotional distress to another person, using electronic means to support severe, repeated, and hostile behavior. http://www.govtrack.us/congress/bill.xpd?bill=h110-6123 Wer da nicht ganz flott mit dem Übersetzen nachkommt : Strafmassnahmen verhägt gegen denjenigen, der eine Kommunikation unternimmt, die beabsichtigt [...](ernste Dinge ausgelassen) Kummer/ /Qual/Leid bei einer anderen Person erzeugt Strafe für eine Absicht - nicht die Tat, nicht wegen dem festgestellten Gesundheitsschaden etc, nein wegen Kummer/Qual/Leid - nach der Gesetzgebung dürfren Sie bald nur noch nach 200 Warnfenstern in ein Forum und stünden noch immer mit einem bein im Knast wenn Sich jemand unangenehm berührt fühlt von Ihren Worten! UK: With newspapers increasingly moving online, he said the regulatory systems for papers and TV needed to be revised. Currently they are monitored by separate watchdogs. http://www.telegraph.co.uk/news/uknews/1554289/Blair-backs-new-online-journalism-regulator.html# D: Doch wir werden weiter Diskussionen führen, wie wir Meinungsfreiheit, Demokratie und Menschenwürde im Internet im richtigen Maß erhalten. Sonst droht das großartige Internet ein rechtsfreier Chaosraum zu werden... http://www.heise.de/newsticker/meldung/Von-der-Leyen-will-gegen-rechte-Inhalte-im-Netz-vorgehen-749389.html Bei uns ist derzeit die Union für die Abschaffung der Rede und Freiheit der Gedanken eingeteilt..., aber Grüne/SPD würden den Ball jede Sekunde aufnehmen - das wird von außen diktiert! Wenn sowas in Italien erst Gesetz ist, dann kann es jeder einführen wenn es vor dem EUGH Bestand hat - so wie in Polen gerade die Stasi für uns alle neu erprobt wird: http://www.zeit.de/digital/datenschutz/2010-10/indect-ueberwachung-polen Computer die Ihr Leben kontrollieren werden, ändern die Meinung nicht - die werden nicht älter , haben keine Kinder, deren Freiheitsverlust nie Zweifel bringen wird - die bleiben ein Leben lang stur und präzise mit Sprerren und Überwachung - ein Hitler, Honecker, Stalin der nicht stirbt!? Mit zahllosen helfern, die nicht ausgebildet, sondern nur einmal programmiert werden müssen ? Wollen Sie die DDR 3.0 in der Hightech Version ?!
Nonvaio01 11.10.2011
2. sehr guter witz
Zitat von sysopDer Plan von Premierminster Cameron ist aufgegangen: Die vier größten britischen Internet-Provider führen sogenannten Opt-in-Sperren für Sex im Netz ein. Wer*online nackte Körper sehen will, muss das seinem Anbieter künftig explizit mitteilen. http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,791231,00.html
und damit kann man dann mal schnell abfragen wer sich eintragen lassen hat, bin mal gespannt wieviele Politiker das denn sind..;-) Sowas kann man schnell umgehen indem man einfach einen USB stick mit Internet anschluss hat von einem Mobilfunk anbieter (meist kostenlos). Kein name, Kein Ausweis, 5-10MB speed monats flatrate fuer 15 GBP. Totaler schwachsinn was die sich ausgedacht haben. Aber was will man von einem Staat erwarten der fuer 4 Buerger eine Ueberwachungskamera hat.
snickerman 11.10.2011
3. und jetzt
ein weiterer Weg auf dem Weg ins "Kinder-Net". Heute ist es nur eine explizite Bestätigung, "jugendgefährdende" Inhalte sehen zu wollen, morgen wird dann der Nachweis verlangt, dass man auch berechtigt ist, diese Inhalte überhaupt zu sehen und übermorgen wird das Netz "aus Sicherheitsgründen" komplett durch einen Filter gejagt, weil immer wieder neue Beschwerden dazu führen, dass das "saubere Netz" eingeführt wird. Der Kinderschutz wie immer als vorgeschobenes Argument, benutzt als Rammbock gegen unkontrollierbare Meinungen. Jaja, schimpft mich ruhig einen Verschwörungstheoretiker, ich hatte in den letzten Jahren leider zu oft recht.
tim11 11.10.2011
4. Das funktioniert nicht
Der Markt wird darauf reagieren und Pornoseiten werden ihren Inhalt nicht offiziell als Porno kennzeichnen. Bei den Millionen von Webseiten wird es gar nicht möglich sein, alle jugendgefährdenden Inhalte zu blockieren.
Kulturoptimist 11.10.2011
5. In den USA schon Realität
---Zitat--- Ist hier auch geplant, in den USA - überall wo die EU/Bilderberger-Faschisten die Demokratie ersetzen wollen! ---Zitatende--- In den USA ist das schon längst der Fall. Bisher können die Provider allerdings noch entscheiden, ob sie das wollen. Der US-T-Mobile-Ableger etwa nennt das Ganze "WebGuard". Man kann es abschalten lassen, muss aber selbst aktiv werden und dazu mit Ausweis in den T-Mobile Shop. Mit EU hat das auch nichts zu tun, sondern mit einem generellen Bevormundungswahnsinn von Bürgern im Internet, das vor allem Konservative ja sowieso als Gefahr per se ansehen! Komischerweise passiert das nie da, wo es wirklich Sinn hat, aber Geld eingenommen wird. Auf wirksame Rauchverbote etwa, die bislang einziges probates Mittel gegen die Ausdünstungen dieser Süchtigen sind und die eine breite Mehrheit in der Bevölkerung befürwortet, warte ich hier bis heute.
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