Jugendschutz Soziale Netzwerke verbessern Schutz gegen Cyber-Mobbing

Überall, wo das Netz als kommunikativer Raum dient, wird auch gemobbt: Gerade auf von Jugendlichen genutzten Seiten laufen Dinge, die normalerweise justiziabel wären. Jetzt wollen die Branchengrößen YouTube, MySpace und Facebook dem Treiben einen Riegel vorschieben - mit Filtern und Meldeverfahren.


Der spektakuläre Fall eines 13-jährigen Teenagers, der mit perfidem Cyber-Mobbing via MySpace in den Selbstmord getrieben wurde, machte in diesem Jahr weltweit Schlagzeilen. Normalerweise aber ist Mobbing in Cyberia kein Stoff für Presseberichte - es ist Alltag.

Das beginnt mit der Veröffentlichung kompromittierender Fotos, Tratsch, Hetze und Gerüchten und endet bei YouTube-Videos, in denen Mobbing-Opfer mit vollem Namen der Lächerlichkeit preisgegeben werden. Diesen unerwünschten Nebenwirkungen der Social-Networks wollen die Branchengrößen MySpace, Facebook und YouTube nun zu Leibe rücken.

Facebook setzt dabei bisher auf ein Meldeverfahren - den etablierten Mindeststandard, der es Mitgliedern ermöglicht das Unternehmen über kompromittierende oder anstößige Inhalte zu informieren. Über weitere Maßnahmen, die über "Report"-Buttons hinaus gehen, werde derzeit nachgedacht, meldet die "Washington Post".

Solche Melde-Buttons aber werde man künftig auf allen drei Seiten prominent platziert sehen. MySpace geht sogar noch weiter: Mit Hilfe von Filtertechnik wollen die Betreiber Beschimpfungen und den Gebrauch diffamierender Sprache künftig schon aufspüren, bevor solche Inhalte von Nutzern gemeldet werden.

YouTube kommt ohne die Hilfe seiner Nutzer nicht aus, will nun aber vermehrt auch gegen Videoinhalte vorgehen, die nicht unbedingt direkt diffamierend gegen eine bestimmte Person gerichtet sind, sondern anstößige Inhalte zeigen. Genannt wird hier beispielhaft die "wachsende Zahl von Videos, die Kinder in Gewalt-Kontexten zeigen" - möglicherweise eine Reaktion auf ein kürzlich Schlagzeilen produzierendes Video, in dem ein Mann ein Baby unverantwortlich herumschwingt. Die Meldefunktion ist künftig an ein "Abuse und Safety Center" gekoppelt, das Meldemöglichkeiten für solche Fälle bereithält.

pat

Mehr zum Thema


© SPIEGEL ONLINE 2008
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.