Wikileaks-Sprecher Ecuador schaltet Assange das Internet ab

Über das Internet verbreitete Wikileaks-Sprecher Julian Assange einst brisante Informationen, nun verweigert ihm die ecuadorianische Botschaft in London den Zugriff. Der Australier hielt sich offenbar nicht an Regeln.

Julian Assange
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Julian Assange


Dem Wikileaks-Gründer Julian Assange ist der Zugang zum Internet gekappt worden. Die Botschaft Ecuadors in London, in der Assange seit fast sechs Jahren im Asyl festsitzt, schnitt ihm alle Kommunikationsverbindungen ab. Zur Begründung hieß es in einer Erklärung der Regierung in Quito, Assange habe seine Verpflichtung gebrochen, sich nicht öffentlich in Angelegenheiten anderer Staaten einzumischen. Die Äußerungen Assanges über soziale Medien gefährdeten die Beziehungen Ecuadors zu den EU-Staaten.

Assange hatte über Twitter die Festnahme des ehemaligen katalonischen Regierungschefs Carles Puigdemont in Deutschland kritisiert und ihn als "politischen Häftling" bezeichnet.

Assange befürchtet, nach Verlassen des Gebäudes festgenommen und an die USA ausgeliefert zu werden. Die Vereinigten Staaten machen Assange dafür verantwortlich, dass über seine Wikileaks-Plattform brisante US-Dokumente aus den Kriegen in Afghanistan und im Irak veröffentlicht worden sind.

Als Assange in die Botschaft flüchtete, lag gegen ihn ein europäischer Haftbefehl wegen Vergewaltigungsvorwürfen in Schweden vor. Er befürchtete, nach Skandinavien und schließlich an die USA ausgeliefert zu werden. Im Mai 2017 stellte die Staatsanwaltschaft jedoch überraschend ihre Ermittlungen ein. Scotland Yard kündigte dennoch an, Assange festzunehmen, sobald er die Botschaft verlässt. Die britischen Behörden warfen ihm vor, seine Kautionsauflagen verletzt zu haben, als er in die Botschaft flüchtete.

bam/dpa



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Feuermelder 28.03.2018
1. Gefangen in einer Botschaft
Wie soll man sich das Vorstellen ? Seit 6 Jahren gefangen in einer Botschaft. Da ist doch zum Gefängnis kein großer Unterschied.
Fuscipes 28.03.2018
2.
Verstoß gegen Kautionsauflagen, das Verfahren gegen Ihn wurde aber fallen gelassen? Und Assanges Verstoß war lediglich die Flucht in die Botschaft Ecuadors, in der er seit 5 Jahren festsitzt. Das ist unverhältnismäßig, und freies Geleit in ein Land nach Wahl steht an.
mischamark 28.03.2018
3. Andere Zeiten
Meiner Meinung nach wird Assange von den westlichen Regierungen intern ganz klar als russischer Agent eingestuft, und da sich der Westen gerade in voller Konfrontation mit RU befindet, ist jetzt die Zeit gekommen, dieses "unliebsame Element" endgültig loszuwerden. Pech für Assange. Er wird sich wohl bald in einem Gefängnis in den USA wiederfinden.
Sueme 28.03.2018
4.
Was exakt ist daran jetzt unverhältnismäßig? Das er es vorzieht inzwischen knapp 6 Jahre in der Botschaft fest zu sitzen anstatt sich den Behörden zustellen? Ihnen ist schon klar das die Schweden mit hoher Wahrscheinlichkeit die Ermittlungen wegen dem Vorwurf der Vergewaltigung wiederaufnehmen werden sowie Assange die Botschaft verlässt, das wird dann auch wieder einen internationalen Haftbefehl mit sich bringen. Also vor 2020 wird er nicht freiwillig aus der Botschaft ausziehen, außer die USA, Schweden und GB garantieren ihm volle Immunität.
Fuscipes 28.03.2018
5.
Zitat von SuemeWas exakt ist daran jetzt unverhältnismäßig? Das er es vorzieht inzwischen knapp 6 Jahre in der Botschaft fest zu sitzen anstatt sich den Behörden zustellen? Ihnen ist schon klar das die Schweden mit hoher Wahrscheinlichkeit die Ermittlungen wegen dem Vorwurf der Vergewaltigung wiederaufnehmen werden sowie Assange die Botschaft verlässt, das wird dann auch wieder einen internationalen Haftbefehl mit sich bringen. Also vor 2020 wird er nicht freiwillig aus der Botschaft ausziehen, außer die USA, Schweden und GB garantieren ihm volle Immunität.
Darum ja freies Geleit, und warum 2020, steht da was besonderes an? Der Verstoß gegen die Kautionsauflagen? - was solls, die Kaution ist weg und ein paar Steuermillionen auch.
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