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Kabel-Deutschland-AGB: Filesharing-Drosselung auf ältere Verträge ausgeweitet

Zentrale von Kabel Deutschland: Drosselung ab 60 Gigabyte pro Tag Zur Großansicht
DPA

Zentrale von Kabel Deutschland: Drosselung ab 60 Gigabyte pro Tag

Kabel Deutschland drosselt Intensiv-Filesharern unter seinen Neukunden die Internetverbindung. Dies könnte bald auch langjährige Kunden treffen.

Wer als Kabel-Deutschland-Kunde online ausgiebig Musik und Filme tauscht, muss damit rechnen, dass seine Internetverbindung langsamer wird. Eine derartige Regelung findet sich in neueren Kabel-Deutschland-Verträgen und hat dem Unternehmen unter anderem Ärger mit dem Bundesverband der Verbraucherzentralen (VZBV) eingebracht - wegen teilweise irreführender Werbung.

Nun könnte die Drosselungs-Option auch langjährige Kunden treffen. Das Tech-Magazin "Golem" berichtet, dass Kabel Deutschland derzeit per Brief auf AGB-Änderungen hinweist. "Ein Blick in die vollständigen AGB zeigt, dass darin auch die Internet-Drosselung bei 10 Gigabyte pro Tag festgeschrieben wird, die in meinem bisherigen Vertrag nicht stand", zitiert das Magazin eine Leserzuschrift.

Ein Kabel-Deutschland-Sprecher bestätigt die Änderungen: "Der Telekommunikationsmarkt hat sich in den vergangenen Jahren extrem weiterentwickelt und verändert, demzufolge auch die technischen und rechtlichen Rahmenbedingungen", sagte er "Golem". "Vor diesem Hintergrund erhalten Kabel-Deutschland-Kunden, die einen Internet- und/oder Telefonvertrag vor August 2009 mit uns abgeschlossen haben, nun auch die aktuellen Allgemeinen Geschäftsbedingungen." Neukunden bekämen schon seit 2012 die neuen AGB.

Nur noch 100 Kilobit pro Sekunde

Kommt es zu einer Drosselung, wird die Internetgeschwindigkeit des Kunden bis Tagesende auf 100 Kilobit pro Sekunde reduziert. Dies soll allerdings keine gewöhnlichen Internetanwendungen betreffen, sondern nur Filesharing-Dienste, über die Nutzer in der Regel Filme oder Musik tauschen, wobei in der Regel größere Datenmengen anfallen. Konkret betroffen sein sollen Peer-to-Peer-Protokolle wie Bittorrent, aber auch sogenannte One-Click-Hoster wie Rapidshare sowie Newsgroups.

Im Kontext des Streits mit dem VZBV hatte Kabel Deutschland im Sommer mitgeteilt, dass die Filesharing-Maßnahme "für 99,5 Prozent und somit die mehr als überwiegende Mehrheit unserer Kunden eine positive Regelung" sei. Nur bei rund 0,5 Prozent der Kunden werde die Filesharing-Regelung angewandt.

Anders als die AGB es nahelegen, soll die Drosselung praktisch nicht bei 10 Gigabyte Filesharing pro Tag einsetzen, sondern erst bei 60 Gigabyte. Dies steht beispielsweise in einem aktuellen Online-Prospekt des Unternehmens, in dem es heißt: "Ab einem Gesamtdatenvolumen von mehr als 10 GB pro Tag ist Kabel Deutschland berechtigt, die Übertragungsgeschwindigkeit für File-Sharing-Anwendungen bis zum Ablauf desselben Tages auf 100 Kbit/s zu begrenzen; aktuell wird eine Drosselung erst ab einem Gesamtdatenvolumen von 60 GB pro Tag durchgeführt."

mbö

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insgesamt 21 Beiträge
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1. könnte nicht nur...
Redridge 29.10.2014
...sondern betrifft bereits Stammkunden. Ich besitze einen Alt-Vertrag ohne direkte Klausel zur Drosselung des Filesharings und wurde inzwischen mehrfach gedrosselt. Das erste Mal nach erreichen des oben genannten 60 GB Gesamtdatenvolumens. Die Drossel verschwand auch, wie von KDG angekündigt nach ca 0 Uhr wieder. Am nächsten Tag war aber bereits nach 10 GB Traffic Schluß. Am dritten Tag war kaum jemand zu Hause und der Traffic war nur gering. Tag 4 war nun ebenfalls wieder nach 10 GB Schluß und ich wurde nun langsam nervös, denn 10 GB Traffic an einem Tag, ist nun absolut nichts weltfremdes mehr in Zeiten von HD und 4k Videostreaming. Ein Anruf bei der KDG-Hotline, mit mehrfacher Verbindung zwischen Technik und Vertragsabteilung, brachte Licht ins Dunkel. Laut Aussage der Mitarbeiter dort, drosselt man zwar erst ab erreichen von 60 GB Gesamtvolumen, aber danach den Rest des Monats bereits ab 10 GB! Erst im Folgemonat würde dieser Vorgang aufgehoben werden, bis ich wieder 60 GB an einem Tag erreiche und das Spiel von vorne los geht. Achja auf die alten AGB angesprochen, sagte man mir, ich solle froh sein, dass man mich nur ab 10 GB drosselt, denn die alten AGB erlauben KDG willkührlich zu drosseln mit der Begründung es gäbe gerade Netzengpässe. Meine Kündigung folgte umgehend...
2. Wen kratzt's?
herkurius 29.10.2014
Ich bin normaler Kabelkunde, als Webdesigner bis unlängst mit erhöhten Anforderungen zumindest an die Stabilität der Verbindung, und komme mir inzwischen gegenüber früheren Usenet-Zeiten ziemlich verwöhnt vor, was den Abruf von Downloads (mal eben eine komplette DVD mit dem neuesten Linux brennen, Filme auf Youtube gucken usw.) betrifft. Ich glaube aber nicht, daß ich während meiner langjährigen Zugehörigkeit insgesamt schon auf 60 Gigabytes Traffic pro Jahr gekommen bin?! Da das Glasfaser-Kabelnetz technisch immer langsamer werden müsste, je mehr anderer Traffic über meinen nächsten Sammelpunkt, wie auch immer die Verteilung geschieht, läuft, kann es mir nur recht sein, wenn die Belastung durch Filesharer für Kabel Deutschland kalkulierbar bleibt. Manchmal tröpfeln die Daten bei mir arg langsam herein. Die haben schon viel getan, aber wenn Kabel tatsächlich mal ausfällt und ich hier im Bergland für eine alternative Verbindung mein Smartphone als WLAN-Router schalten und irgendwo an einem hochgelegenen Fenster anhängen muss, bin ich übrigens froh, wenn über GPRS oder EDGE eine stabile Verbindung im 100-KBit/sec. Bereich zustande kommt ... für E-Mail, Spiegel Online und Banküberweisungen reicht das auch. Früher haben wir uns, wenn wir die Kohle hatten, einen Akustikkoppler mit 1,2 Kbit/sec geleistet und, da die Post diese erschröckliche Geschwindigkeit (erlaubt waren: dreihundert Bit pro Sekunde) als illegal abstempelte, noch Angst haben müssen, uns eine Haussuchung und eine gesalzene Strafe zuzuziehen.
3. 60Gb am Tag?
malocher77 29.10.2014
Wenn ich mir mehrere Filme bei Amazon Prime anschaue, dann sind das mindestens 100 Gb, Internet wird immer schneller, da die Daten immer größer werden und wenn mir mein Provider Grenzen setzt, dann gibt es sofort Kündigung. Wenn ich mir die Preise zb in Litauen anschaue, wo das ganze Land vernetzt ist und 100mbit in beide Richtungen 9 Euro im Monat kosten, dann frage ich mich wie gierig unsere Provider doch sind.
4. Der Begriff
Palmdale 29.10.2014
Ich kann jedem nur empfehlen, sich das Urteil des LG München (das im Artikel verlinkt ist) durchzulesen. Im Grunde läuft es darauf hinaus, dass Kabel Deutschland irreführenderweise den Begriff Flatrate verwendet; etwas, wofür die Telekom massiv Kritik einstecken musste, als sie ähnliche Drosselpläne umsetzen wollte. Man suggeriert, dass man sich eben nicht um Daten/Zeit kümmern muss, sondern all inclusive handeln kann. Welche Daten ich tausche, hat KDG nicht zu interessieren, sofern diese sich im legalen Bereich befinden (Filesharing mit p2p-Protokoll verwenden auch andere Dienste). Würde KDG von vorn herein Volumenbasierte Tarife anbieten oder die Drosselung ähnlich wie bei Mobilfunktarifen klar kennzeichen, wäre es okay; Kunde kann vor Abschluss erkennen, dass hier limitiert wird. Die AGB in Schriftgröße 10 mit kleinem Absatz (man kann gerne mal auf die KDG Seite gehen und versuchen, die Drosselung zu finden) sind da schon Kundenfang. Im Großen und Ganzen geht es lediglich um Zeitschinden. Nimmt man die Mobilfunkbetreiber wie auch die Telekom als Präzedenz, ist zu erwarten, dass auch das Oberlandesgericht zum Schluss kommt, dass KDG hier Irreführung betreibt. Darüber hinaus mal Hand aufs Herz, wer braucht schon für Maxdome, max. 1080p youtube oder Emails 100mbit oder gar 200, wie KDG nun einführen will? Lächerlich, ebenso die Drosselung selbst auf lediglich 100kbit von z.B. 100mbit (Reduzierung um 99,9%). OLG, mach hinne und dem Spuk ein Ende!
5.
live11 29.10.2014
was soll das KDG? Die Telekom hat es doch ganz klar verboten bekommen. Wenn Flatrate draufsteht muss auch Flatrate drin sein, ansonsten nennt es Volumentarif und vorallem bewerbt es auch so....! 60GB (die einem gnädigerweise gegeben werden!) hört sich jetzt erstmal viel an, ist aber bereits nach 3h bei Vollauslastung einer 100Mbit Leitung erreicht, 10GB sind bereits nach 20 Minuten weg. Für was brauche und bezahle ich dann für eine dicke Leitung? Damit Fratzenbuch statt in 2s. in 0.5s geladen wird? Liebe Provider wenn euer Netz die dicken Leitungen nicht hergebt, dann bietet es nicht an oder bepreist es kostendeckend. Ich bin gerne bereit als "Poweruser" einen angemessenen Aufschlag zu bezahlen, dafür erwarte ich 24/7 ohne Gängelungen meine bezahlte Leistung. Warum gibt es eigentlich keinen Prioritätentarife bei überbuchten Leitungen? So werden Mindestbandbreiten garantiert. Ob die Leitung bzw. die Funkverbindung nun nachts "leerläuft" oder sie ein "poweruser" sie nutzt dürfte doch egal sein, besser als diese sturen Volumenmodelle...
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