Kampf gegen Kinderpornos Auf Pädophilenjagd mit Photoshop

Kanadische Polizisten setzen bei der Suche nach Kinderschändern auf moderne Bildbearbeitung. Über veröffentlichte Missbrauchsfotos, auf denen die Opfer wegretuschiert wurden, wollen sie Tatorte und später die Täter finden. Jetzt meldet die Polizei einen ersten Erfolg.


Ort des Missbrauchs: Vermutlich ein Hotel im Disney Park Orlando

Ort des Missbrauchs: Vermutlich ein Hotel im Disney Park Orlando

Die Fahndung nach Kinderschändern ist eine mühsame Sache. Über geschlossene Gruppen im Internet tauschen Täter ihre Fotos. Sie achten streng darauf, unerkannt zu bleiben und misstrauen jedem, der neu in eine Gruppe stößt, weil sie genau wissen, dass er ein Ermittler sein könnte.

Polizisten aus Toronto von der Abteilung Kindesmissbrauch gehen bei der Suche nach den Tätern deshalb auch ungewöhnliche Wege. Sie veröffentlichen Fotos von Missbrauchs-Szenen, auf denen allerdings die Opfer wegretuschiert wurden. Die auf den Fotos sichtbaren Räume, so hoffen sie, könnte mancher Bürger wiedererkennen und so zur Aufklärung des Kindesmissbrauchs beitragen. Denn wenn man erst einmal das Hotel kennt, in dem die Fotos entstanden, ist das Finden der Täter schon wesentlich einfacher.

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Fahndung nach Kinderschändern: Orte des Missbrauchs

Am 3. Februar publizierte die Polizei Toronto insgesamt sechs verschiedene, zuvor bearbeitete Fotos, die möglicherweise alle am selben Ort entstanden sind, vermutlich einem Hotel irgendwo in Nordamerika. Die Bilder sollen aus den Jahren 2001 oder 2002 stammen und kursierten im Internet. Sie zeigen nach Angaben der Polizei ein zum Zeitpunkt der Aufnahmen etwa neun Jahre altes Mädchen.

Nach der Veröffentlichung der retuschierten Bilder wurde die Polizei Toronto von Hinweisen geradezu überschwemmt, wie Detective Paul Gillespie gegenüber der Zeitung "Toronto Sun" sagte. Zwei Anrufe, die beide auf ein Hotel im Walt Disney Park in Orlando hinwiesen, wertet Gillespie mittlerweile als heiße Spur.

Ein Mann habe der Polizei eigene Fotos aus einem Hotelzimmer im Port Orleans Hotel in Orlando per Mail geschickt. Diese zeigten eine große Übereinstimmung mit den veröffentlichten Bildern. Ein zweiter Anrufer habe ebenfalls das Hotel im Walt Disney Park angegeben.

Die kanadische Polizei hat inzwischen die US-Behörden eingeschaltet. Diese ermitteln jetzt in dem Fall weiter.

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