Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

Kanye West über seine Tweets: "Das ist Kunst"

Rapper Kanye West ist für seine Schimpftiraden auf Twitter bekannt. Jetzt klärt er auf: Seine 140-Zeichen-Botschaften seien eine "Form zeitgenössischer Kunst". Ganz so abwegig ist das gar nicht.

Kanye West Zur Großansicht
AP

Kanye West

Die Tweets von Kanye West sind berüchtigt. Immer wieder macht der US-Rapper bei Twitter mit bizarren Schimpftiraden auf sich aufmerksam. Seine Tweets, sagt er nun, seien nichts anderes als "eine Form zeitgenössischer Kunst".

Die Kurzbotschaften würden "nur von Leuten kompromittiert, die mir erklären wollen, was ich twittern darf und was nicht", schrieb der Musiker ("Yeezus") nun auf dem Kurznachrichtendienst. Seine Kritiker nennt er "Nicht-Künstler, die versuchen, einen Pinsel in die Hand zu nehmen".

Der sich unverstanden fühlende Künstler überlegt nach eigenen Worten, ob er sich auch beim Fotodienst Instagram ein Profil zulegen soll. Eine Bedingung stellt West allerdings: Niemand könne ihm vorschreiben, was er auf Instagram stellen solle: "Es ist meine Kunst."

West verglich zum Beispiel US-Komiker Jimmy Kimmel mit der Zeichentrick-Figur SpongeBob, seinen Musikerkollegen Wiz Khalifa beschimpfte er im Januar in fast 20 Tweets. Khalifa und West haben eine etwas komplizierte gemeinsame Beziehungsgeschichte - Khalifas Ex-Frau Amber Rose war auch einmal mit West zusammen. In der Tweet-Serie verstieg sich West sogar zu der Behauptung: "Ohne mich hättest du nicht mal ein Kind". Dazwischen lobte er Khalifa dann wieder für dessen Bekleidungsstil.

Vor wenigen Wochen klagte West, der Ehemann von TV-Sternchen Kim Kardashian, über finanzielles Leid und bat unter anderem Facebook-Gründer Mark Zuckerberg per Twitter um eine Milliardenspende. West gilt als hochverschuldet.

Gelegentlich aber sind die West-Tweets auch philosophische Ratschläge und Ermutigungen ("Be real....", "###hashtag all positive vibes"), schamlose Selbstbeweihräucherung oder aber glühende Bekenntnisse der Liebe zur Menschheit. Oft ist unklar, ob sie in nüchternem Zustand verfasst worden sind. "Ich liebe euch. Mein Papa liebt euch."

Tatsächlich tobt auch jenseits von Wests OEuvre eine Debatte darüber, ob eine Kurznachricht, wenn schon nicht gleich Kunst, nicht doch zumindest ein urheberrechtlich geschütztes Werk ist.

Twitter, so stellte sich im vergangenen Sommer heraus, hat damit begonnen, geklaute Witztweets auf Antrag zu löschen. Die Urheberrechtsinitiative "Plagiarism Is Bad" hatte bemerkt, dass das Unternehmen nun mehrere kopierte Sprüche unter Verweis auf den Anspruch des Urhebers gelöscht hat. Urheberrechtsverletzungen werden auf Twitter schon seit Längerem immer mal wieder gelöscht - meist betrifft dies jedoch geschützte Fotos und Filme. Neu war die Argumentation bei eigenen 140-Zeichen-Textbotschaften.

Auch in Deutschland ist die Frage umstritten, ob eine Kurzbotschaft die sogenannte Schöpfungshöhe erreicht, ab der das deutsche Urheberrecht greift. Die meisten Juristen sehen dort eine Grauzone.

fab/dpa

Diesen Artikel...
Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 6 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1.
twisted_truth 15.03.2016
Bitte das sollen nun wirklich die Leute entscheiden in dessen Leben Kanye West eine Rolle spielt. Klar es ist die Zeit der sozialen Medien und meine SPON Kommentare sind sicher auch Kunst auch wenn ich pleite bin.
2. Kunst - Wulst!
greatsouthern 15.03.2016
kommt sprachlich von "KÖNNEN". Bei "Ich liebe euch. Mein Papa liebt euch." u.Ä., ist die Kunstfertigkeit natürlich fragwürdig. Aber der junge Mann hat definitiv einen starken WILLEN, und sei`s nur, richtig abzusahnen. Statt um "KUNST" geht es also bitte um "WULST"!
3. :
Chuck die Pflanze 15.03.2016
Kanye West ist auch Videokünstler: https://www.youtube.com/watch?v=JRgYagFIsWU
4. Ist das Kunst?
r_dawkins 15.03.2016
oder kann das weg?
5.
miss_moffett 15.03.2016
Die meisten seiner Tweets sind weder witzig noch intellegent. Sie sind einfach nur manisches "ich tweete also bin ich" getipsel. Ich tippe auf fehlende oder falsche Medikation.
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    

© SPIEGEL ONLINE 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH




Anzeige
  • Christian Stöcker:
    Spielmacher

    Gespräche mit Pionieren der Gamesbranche.

    Mit Dan Houser ("Grand Theft Auto"), Ken Levine ("Bioshock"), Sid Meier ("Civilization"), Hideo Kojima ("Metal Gear Solid") u.v.a.

    SPIEGEL E-Book; 2,69 Euro.

  • Bei Amazon kaufen.
Der kompakte Nachrichtenüberblick am Morgen: aktuell und meinungsstark. Jeden Morgen (werktags) um 6 Uhr. Bestellen Sie direkt hier: