Reaktion auf Kartendesaster: Apple entlässt Maps-Manager

Bei Apple rollen Köpfe. Medienberichten zufolge wurde erneut ein Top-Manager gefeuert. Er soll die Entwicklung der fehlerhaften Apple-Maps-Software verantwortet haben. Die kritisierten Mängel sind unterdessen noch nicht behoben.

Apple Maps (Symbolbild): Die hauseigene Kartensoftware hat Apple viel Ärger eingebracht Zur Großansicht
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Apple Maps (Symbolbild): Die hauseigene Kartensoftware hat Apple viel Ärger eingebracht

Das Fiasko um die Kartensoftware Apple Maps hat im Unternehmen weitere personelle Konsequenzen. Nachdem Konzernchef Tim Cook schon im Oktober den iOS-Entwicklungschef Scott Forstall gefeuert hatte, traf es nun einen weiteren Manager für den Kartendienstbereich. Unter Berufung auf Apple-Insider meldet Bloomberg, dass Richard Williamson seinen Hut nehmen musste.

Bislang war Williamson als Produktmanager für die Entwicklung der mobilen Software für Karten zuständig. Die Entlassung soll Apple-Vize Eddy Cue veranlasst haben, der im Oktober die entsprechende Zuständigkeit erhalten hatte. Williamson wurde kurz vor dem amerikanischen Feiertag Thanksgiving informiert.

Derzeit stehe noch nicht fest, wer ihn ersetzen soll, heißt es bei Bloomberg. Laut der internen Quelle bei Apple soll für die Maps-Abteilung ein neues Führungsteam aufgebaut werden.

Wie notwendig es den Verantwortlichen im Konzern scheint, sich mit den verärgerten Kunden zu versöhnen, zeigte schon die Entschuldigung von Tim Cook Ende September. In einem offenen Brief hatte er geschrieben: "Es tut uns ausgesprochen leid, unsere Kunden damit derart frustriert zu haben."

Mit der Veröffentlichung der jüngsten Version seines mobilen Betriebssystems hatte Apple die bisherige Verzahnung mit Google Maps zugunsten einer hauseigenen Kartenanwendung aufgegeben. Deren Start rief den Unmut vieler Nutzer hervor, weil das Programm vor Fehlern strotzte. Dort fehlten ganze Städte, Straßen wurden zu Trümmerwelten gestapelt und beispielsweise Dublin hatte plötzlich einen neuen Flughafen bekommen.

Dem Eingeständnis, fehlerhafte Software produziert zu haben, folgte eine Anfrage beim Karten-Experten TomTom, von dem Apple Kartendaten und Technik für sein Angebot eingekauft hatte. Der Hersteller von Navigations-Software soll nun dabei helfen, die Fehler bei der Zuordnung von Orientierungspunkten und Streckenberechnungen zu korrigieren. Experten ist immer noch schleierhaft, wie die Fehler entstehen konnten, zumal TomToms eigene Angebote auf derselben Datenbasis keine solchen Probleme aufweisen.

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17  Bilder
Apple Maps: Ortsmarken im nirgendwo, ganze Städte in der iCloud

Apple habe sich auf Anfrage gewohnt zugeknöpft gegeben, so "Bloomberg". Eine Sprecherin verwies lediglich auf Tim Cooks Erklärung vom September, laut der das Kartenprogramm umso besser werde, je mehr Kunden es nutzen und Daten sammeln.

meu

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insgesamt 8 Beiträge
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1. ich übersetze dann mal
neu_ab 28.11.2012
Zitat von sysopEine Sprecherin verwies lediglich auf Tim Cooks Erklärung vom September, laut der das Kartenprogramm umso besser werde, je mehr Kunden es nutzen und Daten sammeln.
Aha. Sollen die Kunden doch gefälligst für die Qualität der Karten arbeiten! Der Spruch ist schon die Härtem das muss man wohl sagen.
2. Dr.
Redigel 28.11.2012
Zitat von neu_abAha. Sollen die Kunden doch gefälligst für die Qualität der Karten arbeiten! Der Spruch ist schon die Härtem das muss man wohl sagen.
Das könnte man auch auf andere Bereiche übertragen. Zum Beispiel auf itunes. Einfach keine Originale mehr anbieten und zum selber singen auffordern.
3.
swnf 28.11.2012
Zitat von neu_abAha. Sollen die Kunden doch gefälligst für die Qualität der Karten arbeiten! Der Spruch ist schon die Härtem das muss man wohl sagen.
Wieso ist der Spruch die Härte? Nur weil einer ehrlich ausgesprochen hat, was bei vielen anderen Kartendiensten selbstverständlich ebenfalls dazu gehört??? Manche werben sogar mit diesem Feature!
4. Ähhh SPON?
4t2 28.11.2012
> Die kritisierten Mängel sind unterdessen noch nicht behoben. Warum schreibt ihr solchen Unsinn in die Headline? Natürlich sind sehr viele der kritisierten Mängel und Fehler schon lange behoben und die Qualität nimmt von Tag zu Tag zu. Wenn man sich alleine mal Berlin in 3D anschaut, dann sieht Google Maps ziemlich alt aus. Warum wird nicht darüber berichtet? Auch ist es Experten überhaupt nicht schleierhaft, wie viele der Probleme entstanden sind. Das meiste ist ziemlich einfach nachvollziehbar und hat oft banale Gründe.
5.
neu_ab 28.11.2012
Zitat von swnfWieso ist der Spruch die Härte? Nur weil einer ehrlich ausgesprochen hat, was bei vielen anderen Kartendiensten selbstverständlich ebenfalls dazu gehört??? Manche werben sogar mit diesem Feature!
Openstreetmaps nehme ich das ab, nur kommen die nicht gleich Eingangs mit einer besch..eidenen Qualität an. Bei Apple geht es nur darum, daß sie Kosten sparen & das Produkt "beim Kunden reifen" lassen. Schon ein Unterschied.
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