Kaspersky Russische Virenjäger entwickeln Betriebssystem

Neues Betriebssystem für Industrieanlagen: Das russische Unternehmen Kaspersky Labs entwickelt ein Hochsicherheits-Betriebssystem. Die Software soll nur wenige, spezielle Aufgaben erfüllen und dadurch weniger fehleranfällig sein.

Eugene Kaspersky: Ein System, das Aktivitäten im Hintergrund gar nicht zulassen soll
DPA

Eugene Kaspersky: Ein System, das Aktivitäten im Hintergrund gar nicht zulassen soll


Moskau/Berlin - Der russische Sicherheitssoftware-Spezialist Kaspersky Labs arbeitet an einem Betriebssystem für Industrieanlagen. Das Unternehmen bestätigt die Entwicklung. In einem Artikel der Firma zum Thema heißt es, Angriffe auf Industrieanlagen mit hochspezialisierten Schadprogrammen wie Stuxnet, Duqu oder Flame hätten gezeigt, dass es Bedarf an einer neuen, verlässlichen Plattform gibt. Es sei unmöglich, auf Basis heutiger Betriebssysteme wichtige Infrastruktur effektiv vor solchen zu schützen. Einen Erscheinungstermin nannte das Unternehmen nicht.

Firmengründer Eugene Kaspersky erläuterte in einem Blogeintrag, wie er das Betriebssystem sicher machen will. Erstens solle es auf bestimmte Aufgaben zugeschnitten werden. Ein solches spezielles Industriesystem sei nicht dafür gemacht, Computerspiele zu spielen, Ferienvideos zu schneiden oder Online-Netzwerke zu nutzen. Zudem arbeite man bei Kaspersky an einem System, das Aktivitäten im Hintergrund gar nicht zulasse.

Stuxnet hatte die IT-Sicherheitsbranche aufgeschreckt. Das höchstwahrscheinlich von westlichen Geheimdiensten mit viel Aufwand geschriebene Programm nutzte eine Schwachstelle in der weitverbreiteten Industrie-Steuerungssoftware von Siemens aus, um iranische Uran-Zentrifugen derart zu manipulieren, dass sie aus scheinbar unerklärlichen Gründen unbrauchbar wurden.

lis/dpa

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