Kaspersky Lab: Anti-Viren-Update legt XP-Rechner lahm

Offline per Update: Tausende von Windows-Computern hatten nach einer Aktualisierung ihrer Anti-Viren-Software keinen Zugang mehr zum Internet. Hersteller Kaspersky reagierte umgehend mit einem Update des Updates. Doch das zu installieren, ist nicht ganz simpel.

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Windows XP: Offline nach dem Update

Per Update hat der Anti-Viren-Software-Hersteller Kaspersky Lab den Computern vieler Kunden den Internetzugang blockiert. In der Nacht von Montag auf Dienstag lieferte das Unternehmen ein Update für eine Reihe seiner Produkte aus. Die Aktualisierung mit der Versionsnummer 8.1.0.831 hatte für Nutzer von Windows XP allerdings unangenehme Folgen: Nach der Aktualisierung war es den Betroffenen nicht mehr möglich, ins Internet zu gehen. Das Kaspersky-Update sperrte alle ausgehenden Web-Verbindungen,wie zahlreichen Beschwerden von Kaspersky-Kunden auf Twitter und im firmeneigenen Forum zu entnehmen ist.

Die Kaspersky-Programmierer reagierten umgehend und stellten bereits am Dienstagmorgen ein überarbeitetes Online-Update zur Verfügung. Den Betroffenen half das mangels Onlinezugang nicht. Sie mussten erst ihren Virenschutz abschalten, um wieder ins Netz zu kommen. Insbesondere für Firmenkunden, bei denen die einzelnen Anwender ihr System meist kaum selbst konfigurieren können, ist das eine unerfreuliche Situation.

Allerdings war der Onlinezugang nicht komplett blockiert. Berichten zufolge sollen einige Anwender weiterhin Zugriff auf Suchmaschinen wie Google oder Yahoo gehabt haben. Computer mit Windows Vista, Windows 7 und Windows 8 waren offensichtlich nicht betroffen.

Um das überarbeitete Update erfolgreich aufzuspielen, reichte es nicht aus, den Internet-Schutz abzuschalten. Zusätzlich mussten die Nutzer das Update-Archiv leeren, um danach die jüngsten Virensignaturen zu laden. Ein Vorgang, der im Einzelfall mehrere Stunden dauern konnte. Erst danach ließ sich der Viren-Scanner wieder aktivieren, ohne dass dabei die Internetverbindung gekappt wurde.

Gegenüber "The Next Web" listete Kaspersky im Einzelnen die betroffenen Programmversionen auf und lieferte auch eine Anleitung zum sicheren Aufspielen der bereinigten Fassung seiner Anti-Viren-Produkte.

Während im aktuellen Fall die Betroffenen nur für einige Stunden keinen Zugang ins Netz hatten, hatte ein vergleichbares Ereignis im Jahr 2010 schwerwiegendere Folgen. Damals legte ein Update beim Business-PC-Sicherheitspaket vom Anbieter McAfee Zehntausende Computer lahm. Auch seinerzeit waren Rechner mit Windows XP betroffen. Nach der Aktualisierung behandelte der Viren-Scanner die essentiell wichtige Systemdatei svchost.exe wie einen Virus und schoss den Rechner damit ab. Das Update schützte die Rechner damals quasi vor der korrekten Ausführung von Windows XP - was sich in Abstürzen und schier endlosen Neustart-Sequenzen äußerte.

meu

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insgesamt 39 Beiträge
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1. Wer zum Teufel
signaturen 07.02.2013
braucht den Kaspersky-Kram? Überteuert, immer zu spät und sinnbefreit. Ein Unternehmen das vom DAU lebt. Selbst schuld wer den Mist auf dem Rechner hat.
2.
z_beeblebrox 07.02.2013
Zitat von sysopOffline per Update: Tausende von Windows-Computern hatten nach einer Aktualisierung ihrer Antivirensoftware keinen Zugang mehr zum Internet. Hersteller Kaspersky reagierte umgehend mit einem Update des Updates. Doch das zu installieren, ist nicht ganz simpel. http://www.spiegel.de/netzwelt/web/kaspersky-update-legt-windows-xp-pc-lahm-a-881947.html
Das einzigste Mal, wo einer meiner Rechner völlig abgesürzt ist und sich nicht wieder reanimieren ließ, war nach dem Update einer Antiviren-SW (von Norton, noch vor dem Aufkauf durch Symantec). Manchmal denke ich schon, dass Antiviren-SW mehr schaden als nutzen.
3. Aber nein!
ramuz 07.02.2013
Zitat von z_beeblebroxDas einzigste Mal, wo einer meiner Rechner völlig abgesürzt ist und sich nicht wieder reanimieren ließ, war nach dem Update einer Antiviren-SW (von Norton, noch vor dem Aufkauf durch Symantec). Manchmal denke ich schon, dass Antiviren-SW mehr schaden als nutzen.
Sie nutzen den Antivirensoftwaseprogrammierfirmen! Also Leute: KAUFT -und nicht nach dem Nutzen fragen, gelle!! ;-)
4. Kaspersky Antivirus inzwischen überfrachtet
Henry.H 07.02.2013
Vor 10 Jahren eroberte Kasperky den Antivirenmarkt mit einer schlanken, Ressourcen schonenden Suite. Inzwischen ist die Suite überfrachtet mit allerlei nützlichen und überflüssigen Funktionen und bremst den Rechner aus. Es gibt inzwischen schlankere Alternativen wie Eset Nod32, K7 Total Security oder Avast Antivirus. Diese Kandidaten sind ebenfalls sicher, aber bleiben im Hintergrund und legen den Rechner nicht lahm.
5. optional
dg19de 07.02.2013
Ich gehörte zu den Betroffenen. Beinahe hätte ich meine Festplatte platt gemacht, weil ich dachte, ich hätte mir einen Virus eingefangen. Es war purer Zufall, dass ich davor noch einkaufen gegangen bin. Als ich zurückkam, versuchte ich es noch ein letztes Mal, und ich hatte wieder vollen Netzzugang. Kaspersky wird einen Kunden verlieren.
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