re:publica-Highlights: Kathrin Passigs Standardsituationen der Technologiebegeisterung

Brüderlichkeit, Weltfrieden, unbegrenztes Wissen - ganz automatisch durch das Internet? Nicht so schnell. Auf der re:publica präsentierte die Schriftstellerin Kathrin Passig ihren ganz eigenen Blick auf allzu große Netz-Euphorie. Hier die Aufzeichnung in voller Länge - mit konkretem Selbsthilfeteil.

Foto: SPIEGEL ONLINE

Twitter als todsicheres Mittel gegen den Völkermord? Die Begeisterung über neue Technologien prophezeit die tollsten Dinge. Bestseller-Autorin und Bachmann-Preisträgerin Kathrin Passig hat sich für ihren re:publica-Vortrag in der Geschichte umgesehen. Sie erzählt, welche Menscheitsgeißel durch das Automobil abgeschafft werden sollte und wie das einmal als Faxgerät als Segen für den Planeten galt.

Doch ganz so automatisch, wie es die all zu Begeisterten gerne hätten, vollzieht sich gesellschaftlicher Wandel eben doch nicht. Passigs Vortrag ist das Gegenstück zu ihren 2006 im "Merkur" erschienenen "Standardsituationen der Technologiekritik". (Wer die ersten Standardsituationen schon kennt: Der Vortrag beginnt mit einem Schnelldurchlauf des älteren Textes. Bei Minute acht fängt der eigentliche Vortrag an.)

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insgesamt 2 Beiträge
karl 08.05.2012
Seit Tacitus gehören Zeitkritik und die Kritik der Zeitkritik zum Standardrepertoire aller Zukunftsforscher. Passig macht da keine Ausnahme. Überraschend und originell ist da wenig ... Leider!
Seit Tacitus gehören Zeitkritik und die Kritik der Zeitkritik zum Standardrepertoire aller Zukunftsforscher. Passig macht da keine Ausnahme. Überraschend und originell ist da wenig ... Leider!
BHD 10.05.2012
tun zu allen Zeiten immer wieder alle so, als seien sie die ersten, die die allertiefgreifendsten gesellschaftlichen Veränderungen erleben. Auch wenn ich die von Frau Passig vorgetragene Variante von "Kritik der [...]
tun zu allen Zeiten immer wieder alle so, als seien sie die ersten, die die allertiefgreifendsten gesellschaftlichen Veränderungen erleben. Auch wenn ich die von Frau Passig vorgetragene Variante von "Kritik der Zeitkritik" deswegen nicht so toll finde, weil ich sie mir zu unsystematisch ist: es ist seit Tacitus schön, dass es "Zukunftsforscher" gibt (was das auch immer sein soll), die den pathetischen Alarmismus als ziemlich routiniertes Ritual enttarnen.
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  • Dienstag, 08.05.2012 – 14:23 Uhr
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