Kein Erfolg Telekom schließt Web-Serienportal 3min

Die Deutsche Telekom räumt ihr Internet-Portfolio auf: Das Web-TV-Portal 3min und der Online-Fernsehprogrammführer Tvister werden eingestellt. Der Konzern hatte sich bessere Umsätze erhofft. Für Web-Serien wird es nun noch enger.

Webserien-Portal 3min: Ende Mai ist Schluss

Webserien-Portal 3min: Ende Mai ist Schluss


Hamburg - Jede Folge nur ein paar Minuten: Speziell für das Internet produzierte Serien zeigt das Portal 3min - allerdings nur noch bis Ende Mai, dann wird der Betrieb eingestellt. Die Deutsche Telekom verabschiedet sich nach zwei Jahren von dem Projekt. Die Umsatzergebnisse hätten leider nicht den gestellten Erwartungen entsprochen, erklärte eine Vertreterin des Konzerns.

Im vergangenen Jahr hatte die Telekom noch Geld in 3min gesteckt und eigene Formate produziert: Der ehemalige Viva2-Moderator Niels Ruf stolperte mit einer Kamera in der Brille durch seine Show "Looki Looki", Christian Ulmen alberte in "Snobs" und Palina Rojinski gab Styling-Tipps. Der Konzern wollte mit dem Web-Serien-Portal den Beweis antreten, dass "Web-Unterhaltung inzwischen aus den Kinderschuhen herausgewachsen ist".

Die Portfolio-Bereinigung trifft ebenso Tvister, eine digitale Programmzeitschrift, die Ende Juli 2009 gestartet war. Über die Website und eine iPad-App informiert Tvister über das TV-Programm. Vorgestellt wurde die Seite als "intelligenter Programmbegleiter" für "Media-Multitasker".

Alle 20 Mitarbeiter von 3min und Tvister sollen in anderen Projekten der Telekom weiterbeschäftigt werden.

Für Web-Serien wird es mit dem Ende von 3min in Deutschland noch einmal schwerer. Ob sich rein über YouTube Projekte wie die auf 3min gezeigte Serie "Making of 'Süsse Stuten 7'" finanzieren lassen, ist mehr als fraglich. Bisher hatten entsprechende Web-Serien solvente Geldgeber: MySpace hatte es 2008 mit den "Candy Girls" versucht. Doch schon damals liefen dem Netzwerk die Nutzer davon, auch ein inszenierter Skandal-Auftritt von Rapperin Lady Bitch Ray half nicht weiter. Ebenso versuchte StudiVZ, seine Nutzer mit einer Web-Serie zu begeistern. Produziert wurde die "Pietshow", wie schon die "Candy Girls", von der Soapfabrik Grundy Ufa. Was die Nutzer bekanntlich nicht vom Umzug zu Facebook abgehalten hat. Der Online-Ableger der "Bild" startete 2009 zusammen mit dem Versandhaus Otto die Web-Serie "Deer Lucy", produziert von MME.

ore

Mehr zum Thema


insgesamt 2 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
modulaire 19.05.2011
1. .
Solche kleinen Portalen einzelner Hersteller/Produzenten werden doch nie großen Erfolg haben. Nehmt euch ein Beispiel an HULU, das Konzept funktioniert einwandfrei in Amerika. Auf so einer Plattform könnte man dann auch Webserien vertreiben.
Janis-J. 08.07.2011
2. Bitte um saubere Recherche
Die Candy Girls wurden meines Wissens nicht von Grundy, sondern von MME (gemeinsam mit MySpace) produziert, siehe z. B. hier: http://www.dwdl.de/nachrichten/19626/candy_girls_mmewebtvserie_bekommt_2_staffel/ Ich hoffe für Spiegel Online, dass ich im Unrecht bin...
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2011
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.