Von Richard Meusers
Das Klagen scheint geholfen zu haben: Kim Schmitz alias Kim Dotcom, Gründer des im Januar geschlossenen Filehosters Megaupload, hat auf gerichtliche Anordnung hin Zugriff auf einen Teil seines beschlagnahmten Vermögens bekommen. Nach einer Entscheidung der zuständigen Richterin am New Zealand High Court darf Schmitz über Konten und Gegenstände im Wert von umgerechnet knapp 500.000 Euro verfügen und wieder in seinem Mercedes-Benz G55 AMG fahren.
Schmitz' Ehefrau Mona kann mit den ihr zugestandenen Geldern endlich ihre Arztrechnungen bezahlen und bekommt ihren Toyota-Luxus-Van zurück. Der Mitangeklagte Bram van der Kolk erhält gut 6000 Euro für Lebenshaltungskosten und einen A-Klasse-Mercedes aus dem Unternehmensfuhrpark. Etliche weitere Fahrzeuge im Schätzwert von knapp vier Millionen Euro bleiben aber weiter unter Verschluss.
Darüber hinaus darf er den Swimmingpool seines Anwesens pro Tag für anderthalb Stunden nutzen und auch der Zugang zum Internet wurde ihm gestattet, berichtet "Auckland Now". Mit dem Geldsegen ist wohl auch ein anderes drängendes Problem des Megaupload-Gründers gelöst. Bislang war unklar, wie er die Kosten für seine anwaltliche Vertretung bestreiten sollte.
Schmitz erklärte Ende der vergangenen Woche im Fernsehen, er habe Banks mit seinem Privat-Helikopter zu seinem Anwesen geflogen. Auf Nachfrage bestätigte Banks zwar das Zusammentreffen mit Schmitz, erklärte aber, an den Flug könne er sich ebenso wenig erinnern wie daran, dass "über Geld gesprochen" worden sei. Sollten sich die Vorwürfe gegen Banks erhärten, so sei sein Rücktritt unausweichlich, was für die Regierung von Premierminister John Key eine erhebliche Schwächung bedeute, so politische Beobachter.
Microsoft kauft sich in E-Book-Markt ein
Der E-Reader Nook ist in den Vereinigten Staaten ein - im Vergleich zu Amazons Kindle - kleiner Erfolg: Das Lesegerät mit angeschlossener Vertriebsplattform der Buchhandelskette Barnes & Noble hatte in den USA Mitte 2011 laut eigenen Angaben einen Marktanteil von 26 Prozent. Im zweiten Quartal 2011 machte Barnes & Noble mit der Nook-Hardware und E-Book-Verkäufen einen Umsatz von 220 Millionen Dollar.
Das Digitalgeschäft wird nun in eine neue Firma ausgegliedert, an der Microsoft beteiligt ist. Einer erster Schritt dieser "strategischen Allianz" soll die Integration von Nook-Lese-Apps in das neue Microsoft-Betriebssystem Windows 8 sein, berichtet das "Wall Street Journal". Auf dem Nook-Tablet Nook Color läuft ähnlich wie auf Amazons Kindle Fire eine stark modifizierte Version des Google-Betriebssystems Android. Ende 2011 hat Microsoft den Nook-Hersteller Barnes & Noble wegen angeblicher Patentverletzungen in der Software des Lesegeräts verklagt, im Februar einen Teil der Klage zurückgezogen. (lis)
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