Parlamentswahlen in Neuseeland Kim Dotcom scheitert an sich selbst

Die Netzpolitik-Partei von Kim Dotcom hat es bei den Wahlen in Neuseeland nicht auf einen Parlamentssitz gebracht, trotz prominenter Unterstützung. Die Schuld daran sucht Dotcom allein bei sich selbst.

Kim Dotcom im Wahlkampf: Trotz Wahlschlappe überzeugt von Programm und Partei
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Kim Dotcom im Wahlkampf: Trotz Wahlschlappe überzeugt von Programm und Partei


Kim Dotcoms jüngste politische Ambitionen sind gescheitert. Bei den neuseeländischen Parlamentswahlen gewann seine Mana-Internet-Partei keinen einzigen Sitz, berichtet der "Guardian". Gewinner der Wahl war Premier John Key und seine Partei "National" - die erklärten Gegner von Dotcoms Wahlprogramm.

Dotcoms Internetpartei wollte sich gegen Massenüberwachung und für Verschlüsselung und Anonymität im Internet einsetzen; sie wollte die Drogengesetze lockern und mit offenen Thinktanks die Demokratie fördern. Um seine Chancen auf Erfolg zu erhöhen, ging Dotcom ein Bündnis mit der linksgerichteten Partei Mana ein, die sich in erster Linie für die Belange der neuseeländischen Ureinwohner einsetzt.

Weil er kein neuseeländischer Staatsbürger ist, konnte sich Dotcom allerdings nicht selbst zur Wahl stellen. Trotzdem soll er mehrere Millionen neuseeländischer Dollar in den Wahlkampf investiert haben - und er bekam prominente Unterstützung: Whistleblower Edward Snowden, der den neuseeländischen Premier Key zuvor als Lügner dargestellt hatte, WikiLeaks-Gründer Julian Assange und Enthüllungsjournalist Glenn Greenwald erschienen auf Dotcoms letzter Wahlkampfveranstaltung. Snowden und Assange waren per Video zugeschaltet, Dotcom und Greenwald persönlich anwesend.

Doch alle Mühe war vergebens. Vor der Wahl sanken die Zustimmungswerte für Dotcom und sein Parteienbündnis rapide. Nach der Auszählung der Stimmen erhielt Mana Internet keinen einzigen Platz im Parlament. John Keys Partei gewann sogar mit 48 Prozent der Stimmen.

Nach der Wahlschlappe erklärte Dotcom: "Heute Abend haben wir verloren, aber wir haben nicht wegen unserer Führung verloren - wir hatten eine großartige Führung. Wir haben auch nicht wegen unserer Kampagne verloren - wir hatten eine großartige Kampagne. Und wir haben auch nicht wegen unserer Vision verloren - weil wir eine großartige Vision hatten. Ich muss zugeben, dass wir wegen mir verloren haben."

Allein sein Name sei Gift. Dotcom deutete seinen Rückzug aus der Politik an.

fko



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insgesamt 7 Beiträge
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Seite 1
king_of_world 22.09.2014
1. weiter machen!
Es klappt niemals alles beim ersten mal. Auch nicht beim zweiten. Aber es wird funktionieren. Einfach am Ball bleiben.
Graphite 22.09.2014
2. da kan man was lernen
die Schuld für die Wahlschlappe auf sich zu nehmen ist ein mutiger Schritt. bei uns würde das kein Politiker machen! Hut ab, Dotcom, mach weiter!
yarikata 22.09.2014
3.
er wird nicht so schnell aufgeben. wenn man sich seinen lebensweg anschaut und wie oft er diesbezüglich auf die nase gefallen ist, dann wird er wieder aufstehen und weitermachen.
spon-1280943165745 22.09.2014
4.
Zitat von Graphitedie Schuld für die Wahlschlappe auf sich zu nehmen ist ein mutiger Schritt. bei uns würde das kein Politiker machen! Hut ab, Dotcom, mach weiter!
Mit Verlaub, das ist Unsinn! Schauen Sie sich doch an was nach vielen Wahlen/Abstimmungen, zuletzt in Schottland, passiert, der Unterlegene tritt zurück. Also bei allem, manchmal berechtigten Frust, Sie nehmen die Ausnahme als Regel.
fx33 22.09.2014
5. Sein Name ist Gift.
Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht... Kim Schmitz hat in seinem Leben schon soviel gelogen, wie konnte er da annehmen, dass man ihm nun die Rolle als ehrenhaftem Politstreiter abnimmt?
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