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In-App-Käufe von Kindern: New Yorker Mutter verklagt Google

Screenshot des Play Stores: Streit um In-App-Käufe Zur Großansicht
AP / Google

Screenshot des Play Stores: Streit um In-App-Käufe

Google droht Ärger wegen seiner In-App-Käufe: Eine New Yorker Mutter hat eine Klage gegen den Konzern eingereicht. Sie wirft Google vor, es Kindern leicht zu machen, im Play Store unbeaufsichtigt Geld auszugeben.

Wegen angeblich unzulässiger In-App-Käufe hat eine New Yorker Mutter eine Sammelklage gegen Google eingereicht. Als Anlass dafür sieht sie einen Einkauf, den einer ihrer beiden Söhne ohne ihre Zustimmung gemacht haben soll. Konkret geht es um einen Betrag von 66 Dollar, umgerechnet knapp 48 Euro. Wie der "Guardian" berichtet, war das Geld in eine virtuelle Währung namens Crystal geflossen, die im Spiel "Marvel Run Jump Smash!" existiert.

Die Anwältin der Mutter sagt, Google habe auf unfaire Weise von der Vermarktung von Gratis- oder Billigspielen für Kinder profitiert. Außerdem hält sie Google vor, es Spielen zu ermöglichen, problemlos Geld für wertlose Spielewährungen zu verlangen: "Dabei haben sie nicht einmal angemessene Kontrollen eingerichtet und sei es nur eine Passwortabfrage."

Üblicherweise verlangt Google beim Abwickeln von In-App-Käufen eine Passworteingabe als Bestätigung. Im Anschluss allerdings können in einer Zeitspanne von 30 Minuten weitere Käufe getätigt werden, ohne dass das Passwort erneut benötigt wird.

Dieses Zeitfenster sei von Google bewusst so gestaltet worden, damit Kinder die Chance haben, ohne die elterliche Zustimmung und ohne Passworteingabe in Spielen einzukaufen, heißt es in einer Pressemitteilung der Anwaltsfirma. Google hat sich bislang nicht zu diesem Vorwurf geäußert.

Das Freemium-Modell ist umstritten

Durch die Klage könnte erneut das sogenannte Freemium-Modell in den Mittelpunkt eines Rechtstreits rücken. Bei Freemium-Apps ist die Software selbst kostenlos oder für einen sehr geringen Preis zu haben. Wer allerdings zusätzliche Ausrüstungsgegenstände nutzen will, die sich von Spiel zu Spiel unterscheiden, wird zur Kasse gebeten. Problematisch werden diese In-App-Käufe, wenn Kinder beteiligt sind, da diese von Rechts wegen noch nicht geschäftsfähig sind.

Erst im Januar hatte ein Vergleich Schlagzeilen gemacht, auf den sich Apple mit der US-Handelskommission FTC geeinigt hatte. In einem ähnlich gelagerten Streit um In-App-Käufe durch Kinder erklärte sich das Unternehmen bereit, den Betroffenen mindestens 32,5 Millionen Dollar, also knapp 24 Millionen Euro, zurückzuzahlen.

Der Einigung war eine Sammelklage von Eltern vorausgegangen, deren Kinder unbeaufsichtigt elterliche Mobilgeräte genutzt und mit In-App-Einkäufen hohe Beträge ausgegeben hatten. In einem extremen Fall waren dabei Kosten in Höhe von 2600 Dollar entstanden. Ein Mädchen hatte das Geld in ein virtuelles Tierhotel investiert.

meu

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insgesamt 11 Beiträge
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1.
mitchomitch 12.03.2014
Diese In-App-Käufe brandmarke ich in seiner aktuellen Form als reine Abzocke. Zuerst wird dem Kunden Kostenfreiheit vorgegaukelt, ein klassisches Lockangebot. Während des Spiels wird der Kunde dann gezielt geködert, doch Geld auszugeben, um im Spiel weiter zu kommen. Und zu allem Überfluss lässt sich diese Kostenfalle dann auch nur äußerst schwer begrenzen und überwachen. Zum einen sollten die Anbieter solcher Programme dazu verdonnert werden, ihre vermeintlichen Ansprüche direkt und gesondert mit den Kunden abzurechnen, anstatt ihr Geld heimlich still und bequem über die Handyrechnung des Providers einzuziehen. Zum anderen sollten alle Anbieter verpflichtet werden, bei ihren Programmen von Anfang an dick und fett darauf hinzuweisen, dass in dem Programm In-App-Käufe möglich sind. Drittens sollte es für derartige Programme Höchstbetragsschranken geben, an die sich alle Anbieter zu halten haben. Und viertens, wenn schon Abrechnung über den Provider, dann sollte jedenfalls jegliche Geldtransaktion nur durch Eingabe eines Passworts oder einer Geheimnummer o. ä. möglich sein. Dieses Passwort oder diese Nummer ist vom Anschlussinhaber genauso geheim zu halten wie eine PUK oder die PIN zu einer Bankkarte.
2.
Anonym 0000 12.03.2014
Warum geben soviele Leute Geld für Spielwährung aus, wenn man mit ein wenig Kenntnis mit GameCIH auch gratis imens viel neue virtuelle Taler zaubern kann?! Die App gibt es als .apk Datei, ist nicht illegal, solange man sie nur dafür einsetzt und sucht nach einträgen in der Registry des Spiels. Wenn sich der Wert z.B. von 19 auf 21 verändert (durch Spielen) dann filtert man ganz einfach den Wert der Taler heraus und gibt 999999 ein-oder was anderes- schon hat man die Edelsteine o.ä.
3. Selbstverantwortung
brutus_beefcake 12.03.2014
Zitat von sysopAP / Google Google droht Ärger wegen seiner In-App-Käufe: Eine New Yorker Mutter hat eine Klage gegen den Konzern eingereicht. Sie wirft Google vor, es Kindern leicht zu machen, im Play Store unbeaufsichtigt Geld auszugeben. http://www.spiegel.de/netzwelt/web/kinder-am-smartphone-google-wegen-in-app-kaeufen-verklagt-a-958165.html
Natürlich ist das Freemium Modell darauf ausgelegt, möglichst viel Umsatz zu generieren. Wenn man als Elternteil seine Kinder unbeaufsichtigt mit Tablet oder Smartphone spielen lässt, dann muss man damit rechnen das die Kleinen Mittel und Wege finden, ihre Konsumwünsche zu verwirklichen. Eine Möglichkeit wäre z.B. dem Kind einen eigenen Google Account zu geben, ohne hinterlegte Kreditkarte, dann können die Kinder nur über Cash Karten einkaufen, die sie dann mit dem Taschengeld kaufen können. Ab Android 4.2 gibt es auch die Möglichkeit verschiedene Nutzer unabhängig voneinander anzulegen, wobei die erst Variante für die Eltern die sichere ist. Seine Verantwortung damit zu abzugeben, das ja eine halbe Stunde noch Einkäufe ohne erneute Eingabe des Passworts möglich ist, ist scheinheilig.
4. Bin schon ne weile weg von Android, aber
flexier 12.03.2014
Zitat von sysopAP / Google Google droht Ärger wegen seiner In-App-Käufe: Eine New Yorker Mutter hat eine Klage gegen den Konzern eingereicht. Sie wirft Google vor, es Kindern leicht zu machen, im Play Store unbeaufsichtigt Geld auszugeben. http://www.spiegel.de/netzwelt/web/kinder-am-smartphone-google-wegen-in-app-kaeufen-verklagt-a-958165.html
in iOS gibt es die Option immer sofort ein Passwort eingeben zu muessen. Da gibt es dann keine offene Zeitspanne. Man kann In-App Einkaeufe auch komplett verhindern. Mein Sohn hat von mir ein BlackBerry Z10 bekommen und das laesst sich auch ganz einfach schuetzen. Auch hier immer ein Passwort und keine In-App Einkaeufe. Ich nehme an diese Einstellungen gibt es auch in Android. Wenn nicht, Kinderfinger weg von diesen Geraeten.
5. Wenn die Mutter ....
Altesocke 12.03.2014
,,, ihre Dummheit, das Phone fuer in App Kaeufe freizuschalten, nicht als ihren Fehler sieht, ist jetzt google schuld? Es gibt kaum eine App, bei der Geldausgeben Sinn macht. Und fuers Phone eine Kreditkartennummer einzurichten, ist, sorry, daemlich! Gerade in USA ist es kein Problem, die Guthabenkarten zu bekommen. Ein kleines Geschenk hier, eine selbstgekaufte vom Taschengeld da, wenn es denn schon unbedingt sein muss, und alles ist unter Kontrolle. Ausserdem kann Mami, direkt nach dem Kauf, auch den Google Play Prozess 'killen'. Danach ist dann auch wieder ein Passwort im Spiel. Wer selbst die Technik nicht beherrscht, sollte diese nicht in Kinderhaende weitergeben! Die finden das eh schnell selbst heraus.
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