Jugendschutz im Internet Facebook arbeitet an Mitgliedschaften für Kinder

Wer jünger als 13 Jahre ist, darf kein Facebook-Mitglied werden, zumindest nicht offiziell. Doch langfristig könnte sich das ändern. Ein Patentantrag lässt erahnen, in welcher Form sich das soziale Netzwerk Kindern öffnen könnte.

Facebook-Chef Mark Zuckerberg: Neue Zielgruppen erschließen
REUTERS

Facebook-Chef Mark Zuckerberg: Neue Zielgruppen erschließen


Facebook arbeitet an einem Verfahren, das auch Kindern offizielle Mitgliedschaften ermöglichen soll. Voraussetzung für eine Beteiligung am sozialen Netzwerk wäre aber, dass die Eltern eine Aufsichtsfunktion übernehmen. Das Profil des Kindes würde dafür mit dem der Eltern verknüpft, berichtet der "Guardian".

Grundlage des Berichts ist ein Patentantrag, der im November 2012 eingereicht und nun vom US-Patentamt veröffentlicht wurde. Er beschreibt ein System, nach dem die Eltern zunächst ihre eigene Identität sowie die Beziehung zum Kind nachweisen müssen. Danach soll es möglich sein, ein Kinderprofil zu erstellen. Dieses Profil würde der elterlichen Kontrolle unterliegen, etwa was den Zugang zu den Angeboten Dritter wie den Spielen "Farmville" oder "Candy Crush" betrifft.

Ein solches Modell habe den Vorteil, mit dem amerikanischen Online-Kinderschutzgesetz Children's Online Privacy Protection Act (Coppa) in Einklang zu stehen, heißt es. Coppa untersagt die Nutzung von Online-Angeboten für Kinder unter 13 Jahren, wenn dabei Daten ohne ausdrückliche Zustimmung der Eltern gesammelt werden. Wer jünger als 13 ist, kann bei Facebook bislang nur Mitglied werden, indem er beim Anmelden ein falsches Alter angibt.

Gegenüber dem "Guardian" äußerte sich ein Facebook-Sprecher nur zurückhaltend. "Kinderschützer, der Gesetzgeber und Unternehmen haben überlegt, wie Eltern beim Schutz ihrer Kinder im Internet am besten unterstützt werden können", heißt es in einer Erklärung. "Aber ein Patentantrag, der auf zwei Jahre alten Forschungen beruht, erlaubt keine Vorhersagen auf weitere Aktivität in diesem Bereich."

Für Facebook hätte die Neuregelung den Vorteil, die Netzwerk-Nutzung durch Kinder rechtlich abzusichern, die es faktisch bereits gibt. Das IT-Sicherheitsunternehmen Sophos schreibt, Kinder seien mit oder ohne elterliche Kontrolle im Netzwerk unterwegs, egal, ob Facebook minderjährige Mitglieder offiziell akzeptiere oder nicht.

meu



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insgesamt 5 Beiträge
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Corbinian 04.06.2014
1. Facebook ist für Opa
Für viele Kinder ist Facebook nicht mehr attraktiv. Sie finden Twitter und Instagramm viel praktischer. Es befriedigt ihre Bedürfnisse mehr.
martin.paul 04.06.2014
2. Sinn?
Facebook fragt bei der Registrierung nach dem Alter ohne Uebrpruefung, es ist so einfach sich unter 13 ein Profil zu erstellen dass das ganze schon ein bisschen laecherlich ist. Desweiteren frage ich mich, ob man wirklich schon so jung ein Facebookprofil braucht.
spon-facebook-10000031099 04.06.2014
3.
"Für viele Kinder ist Facebook nicht mehr attraktiv. Sie finden Twitter und Instagramm viel praktischer. Es befriedigt ihre Bedürfnisse mehr." twitter mit sicherheit nicht.....whatsapp und snapchat schon eher
inanna 04.06.2014
4. Blödsinn
Solange es so einfach ist, sich bei einem kostenlosen Anbieter ein Email-Adresse mit Fantasie-Namen zuzulegen und sich anschließend ohne weitere Überprüfung mit dieser Email-Adresse und anderen, frei erfundenen Daten bei Facebook anzumelden, ist es jedem Kind möglich sich einen Zugang zu Facebook zu verschaffen.
motus1 05.06.2014
5. Mag sein,
dass es (überall, nicht nur bei Facebook) total einfach ist, sich eine andere "ältere" Identität zuzulegen. Aber ich finde es trotzdem erschreckend, dass der Jugendverderber Zuckerberg sich nun auch das Kinderverderben legalisieren lassen möchte.
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