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Sammelklage gegen Sponsored Posts: Facebook muss 20 Millionen Dollar zahlen

Facebook-Chef Mark Zuckerberg: Die Firma muss mit Nutzern Geld verdienen Zur Großansicht
AFP

Facebook-Chef Mark Zuckerberg: Die Firma muss mit Nutzern Geld verdienen

Das soziale Netzwerk muss fünf Nutzer entschädigen, die nicht als Werbebotschafter für bezahlte Pinnwand-Einträge herhalten wollen. Für Facebook werden die Sammelklagen langsam ziemlich teuer.

Ein US-Richter hat laut Reuters nun endgültig einem Vergleich zugestimmt, der besagt: Das soziale Netzwerk Facebook muss insgesamt 20 Millionen Dollar an fünf Kläger zahlen. Vor drei Jahren waren die Sammelkläger vor Gericht gezogen, um gegen die so genannten Sponsored Posts bei Facebook vorzugehen. Die Kläger wollten nicht als Werbeträger eingesetzt werden, ohne Geld dafür zu bekommen oder die Möglichkeit zu haben, eine Werbekampagne mit dem eigenen Profilbild zu verhindern.

Mit dem Vergleich verpflichtet sich Facebook dazu, die Kläger zu entschädigen. Außerdem erklärt sich der Konzern bereit, den Nutzern künftig eine bessere Kontrolle über ihre Daten zu ermöglichen. Die Nutzer sollen selbst bestimmen können, wie ihre Inhalte bei Facebook verbreitet werden. Die Anwälte der Sammelkläger schätzen, dass solch eine Änderung den Konzern bis zu 145 Millionen Dollar kosten könnte.

Die bezahlten Pinnwand-Einträge, die Facebook zu Beginn des Jahres 2011 eingeführt hat, haben meist einen prominenten Platz in der Timeline der Mitglieder. Mit dem Bild eines Freundes werden dann Mode-Kollektionen, Reiseportale und Fitness-Programme beworben. Dafür genügt es, wenn der Freund die Seiten mit einem "Gefällt mir" markiert hat. Auch wenn der Klick auf den "Gefällt mir"-Button viele Jahre zurück liegt, taucht die Werbung dann ganz oben auf in der Zeitleiste der Facebook-Bekanntschaften. Auf ersten Blick sieht es dann so aus, als hätte der Nutzer die Seite erst kürzlich für sich entdeckt.

Solche Werbung brachte 234 Millionen Dollar in 20 Monaten

Der Fall zeigt, auf welch schmalem Grat sich Facebook bewegt: Einerseits ist der Konzernchef Mark Zuckerberg dazu gezwungen, Geld mit den Nutzern zu verdienen. Andererseits muss er auch die Privatsphäre der Mitglieder berücksichtigen. Mit den Sponsored Posts hat Facebook den Gerichtsakten zufolge in den Monaten zwischen Januar 2011 und August 2012 immerhin 234 Millionen Dollar eingenommen.

Doch die Klagen der verprellten Nutzer kosten Facebook viel Geld. Immer wieder kommt es vor, dass Facebook sich aus Sammelklagen freikaufen muss. Bereits im September 2009 gründete Facebook nach einer außergerichtlichen Einigung eine Stiftung zur Förderung des Datenschutzes im Internet für 9,5 Millionen Dollar. Im Juni 2011 zahlte das soziale Netzwerk zehn Millionen Dollar an wohltätige Organisationen, weil die Kläger nicht damit einverstanden waren, mit ihren Profilbildern für Werbebotschaften herzuhalten.

jbr

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insgesamt 3 Beiträge
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1. Wahsinn
wissen1972 27.08.2013
Facebook verdient Geld mit den Daten der Kunden? Frechheit, und ohne was zu sagen? Daher wohl auch der Börsenwert einer Firma die nichts ist außer Dateninformationen ihrer Kunden. Wer sich da noch wundert ist selbst Schuld.
2. optional
InsaneInTheMembrane 27.08.2013
Wieso selbst schuld? Für vier Millionen Dollar würde ich das mit mir auch machen lassen, hm. Vielleicht sollte ich mir dieses facebook doch mal anschauen.
3. Wir werden vorgeführt wie Eingeborene
steuer.cd.nsa@gmail.com 28.08.2013
Wir haben kein Gefühl für das was wir sind, wir denken, was man nicht fühlt und sieht kann nicht weh tun. Und SIE errichten auf dem, was man nicht sieht und fühlt eine Weltherrschaft. Sie werden Gott aber sozusagen sein Counterpart das Böse. Wir müssen unser Daten schützen. Metadaten sind das Erdöl des Jahrhunderts und jeder sitzt auf seinem Teil des Schatzes. Wir müssen erkennen und handeln, wir brauchen einen Schutz für Metadaten. Es ist ein Rostoff Raub, wir sind die die Indianer die Kolumbus ihr Gold schenken. Wir brauchen Einsicht in diese neue Welt und Lehrstühle für Metadatenrecht. Jeder Apparat muss eine MUTE Taste bekommen, die verhindert, dass auch nur ein Bit benutzt wird.
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