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Alte Sicherheitslücken: Klick auf YouTube-Werbung infiziert über 100.000 Computer

YouTube-Logo: Werbung führte nachlässige Nutzer ins Verderben Zur Großansicht
REUTERS

YouTube-Logo: Werbung führte nachlässige Nutzer ins Verderben

Mit einem Trick haben Angreifer Schadprogramme hinter Werbung auf YouTube versteckt. Mehr als 100.000 Mal hatten die Kriminellen Erfolg. Die Betroffenen hatten wichtige Updates ihrer Computer verschlafen.

Das japanische Netzwerk- und IT-Sicherheitsunternehmen Trend Micro warnt vor gefährlicher Online-Werbung. Beim Anklicken werden Nutzer auf Websites umgeleitet, die ihre Besucher mit Schadprogrammen infizieren. Die Methode an sich sei nicht neu, schreiben die Sicherheitsexperten, wohl aber das jüngste Ziel der Attacken: Googles Videoplattform YouTube.

Allein im Verlauf des letzten Monats seien über 113.000 Fälle derartiger Attacken dokumentiert worden. Die betreffenden Videoclips selbst seien an die elf Millionen mal angeklickt worden. Europa oder Deutschland sind derzeit nicht im Fokus der Angreifer, beinahe 96 Prozent der Ziele hätten in den USA gelegen.

Üblicherweise sind Betreiber von Plattformen, die Anzeigen verkaufen, sehr aufmerksam, wenn es um die Verhinderung derartiger Umleitungsversuche geht. Doch im aktuellen Fall gingen die Angreifer laut Trend Micro sehr gewieft vor. Sie leiteten YouTube-Nutzer nicht direkt zu den gefährlichen Schadseiten. Vielmehr durchlief der Traffic zwei weitere Werbeseiten aus den Niederlanden. Um deren Auftritt als legitim und harmlos zu tarnen, hatten die Cybergauner zuvor das DNS-System einer polnischen Regierungsseite manipuliert. So konnten sie Unterseiten hinzufügen, die Besucher dann zu ihren eigenen Servern umleiteten. Die befanden sich wiederum in den USA.

Bei der komplexen Attacke zielten die Angreifer allem Anschein nach gleichzeitig auf Java, Internet Explorer und Flash.

Das YouTube-Leck mache einmal mehr deutlich, wie wichtig es für Computer-Nutzer sei, ihr System auf dem aktuellen Stand zu halten. In diesem Fall sollte eigentlich nämlich keine Gefahr bestehen: Microsoft hatte bereits im Mai 2013 einen entsprechenden Patch ausgeliefert. Die Durchführung aller Aktualisierungen sei daher essenziell für die Sicherheit eines Systems, so Trend Micro. Dazu gehöre auf alle Fälle sicherzustellen, dass sämtliche Adobe- und Java-Anwendungen auf dem letzten Stand seien.

Die zuständigen Verantwortlichen bei Google seien über das Problem in Kenntnis gesetzt worden. Auf Nachfrage von "PC World" war der Konzern zu keiner Stellungnahme bereit.

meu

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insgesamt 3 Beiträge
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1. AdBlock
sbi 15.10.2014
Dafür ist AdBlock auch gut. (Neben seiner Funktion, bei Webseiten wie diese hier das ganze Geflimmer auszublenden.)
2.
GrinderFX 15.10.2014
Zitat von sbiDafür ist AdBlock auch gut. (Neben seiner Funktion, bei Webseiten wie diese hier das ganze Geflimmer auszublenden.)
Das ist doch mittlerweile auch der einzige Weg noch vernünftig zu Surfen. Da haben die Betreiber der Seiten doch selbst schuld. Da hilft auch das von so vielen "möchtegern Experten" empfohlene Brain.exe nichts. Mittlerweile sind so viele gängige Topseiten mit Trojanern über Werbebanner infiziert, dass man die Werbung einfach nur noch ausblenden muss. Ich finde auch, Seiten die sowas über Werbebanner verteilen, sollen dafür genauso haften. Ich rede nicht vom Finanziellen, sondern Strafrechtlich.
3.
hschmitter 15.10.2014
Außer den schon empfohlenen Ad-Blockern: wer klickt auf Werbung?
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Schad- und Spähsoftware
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Trojaner
Wie das Trojanische Pferd in der griechischen Mythologie verbergen Computer-Trojaner ihre eigentliche Aufgabe (und Schädlichkeit!) hinter einer Verkleidung. Meist treten sie als harmlose Software auf: Bildschirmschoner, Videodatei, Zugangsprogramm. Sie werden zum Beispiel als E-Mail-Anhang verbreitet. Wer das Programm startet, setzt damit immer eine verborgene Schadfunktion ein: Meist besteht diese aus der Öffnung einer sogenannten Backdoor , einer Hintertür, die das Computersystem gegenüber dem Internet öffnet und durch die weitere Schadprogramme nachgeladen werden.
Virus
Computerviren befallen vorhandene Dateien auf den Computern ihrer Opfer. Die Wirtsdateien funktionieren – zumindest eine Zeit lang - weiterhin wie zuvor. Denn Viren sollen nicht entdeckt werden. Sie verbreiten sich nicht selbständig, sondern sind darauf angewiesen, dass Computernutzer infizierte Dateien weitergeben, sie per E-Mail verschicken, auf USB-Sticks kopieren oder in Tauschbörsen einstellen. Von den anderen Schad- und Spähprogrammen unterscheidet sich ein Virus allein durch die Verbreitungsmethode. Welche Schäden er anrichtet, hängt allein vom Willen seiner Schöpfer ab.
Rootkit
Das kleine Kompositum führt die Worte "Wurzel" und "Bausatz" zusammen: "Root" ist bei Unix-Systemen der Benutzer mit den Administratorenrechten, der auch in die Tiefen des Systems eingreifen darf. Ein "Kit" ist eine Zusammenstellung von Werkzeugen. Ein Rootkit ist folglich ein Satz von Programmen, die mit vollem Zugriff auf das System eines Computers ausgestattet sind. Das ermöglicht dem Rootkit weitgehende Manipulationen, ohne dass diese beispielsweise von Virenscannern noch wahrgenommen werden können. Entweder das Rootkit enthält Software, die beispielsweise Sicherheitsscanner deaktiviert, oder es baut eine sogenannte Shell auf, die als eine Art Mini-Betriebssystem im Betriebssystem alle verdächtigen Vorgänge vor dem Rechner verbirgt. Das Gros der im Umlauf befindlichen Rootkits wird genutzt, um Trojaner , Viren und andere zusätzliche Schadsoftware über das Internet nachzuladen. Rootkits gehören zu den am schwersten aufspürbaren Kompromittierungen eines Rechners.
Wurm
Computerwürmer sind in der Praxis die getunte, tiefergelegte Variante der Viren und Trojaner. Im strengen Sinn wird mit dem Begriff nur ein Programm beschrieben, das für seine eigene Verbreitung sorgt - und der Programme, die es transportiert. Würmer enthalten als Kern ein Schadprogramm , das beispielsweise durch Initiierung eines eigenen E-Mail-Programms für die Weiterverbreitung von einem befallenen Rechner aus sorgt. Ihr Hauptverbreitungsweg sind folglich die kommunikativen Wege des Webs: E-Mails, Chats, AIMs , P2P-Börsen und andere. In der Praxis werden sie oft als Vehikel für die Verbreitung verschiedener anderer Schadprogramme genutzt.
Drive-by
Unter einem Drive-by versteht man die Beeinflussung eines Rechners oder sogar die Infizierung des PC durch den bloßen Besuch einer verseuchten Web-Seite. Die Methode liegt seit einigen Jahren sehr im Trend: Unter Ausnutzung aktueller Sicherheitslücken in Browsern und unter Einsatz von Scripten nimmt ein auf einer Web-Seite hinterlegter Schadcode Einfluss auf einen Rechner. So werden zum Beispiel Viren verbreitet, Schnüffelprogramme installiert, Browseranfragen zu Web-Seiten umgelenkt, die dafür bezahlen und anderes. Drive-bys sind besonders perfide, weil sie vom PC-Nutzer keine Aktivität (wie das Öffnen einer E-Mail) verlangen, sondern nur Unvorsichtigkeit. Opfer sind zumeist Nutzer, die ihre Software nicht durch regelmäßige Updates aktuell halten - also potenziell so gut wie jeder.
Botnetz
Botnets sind Netzwerke gekidnappter Rechner - den Bots. Mit Hilfe von Trojaner-Programmen, die sie beispielsweise durch manipulierte Web-Seiten oder fingierte E-Mails auf die Rechner einschleusen, erlangen die Botnet-Betreiber Zugriff auf die fremden PC und können sie via Web steuern. Solche Botnets zu vermieten, kann ein einträgliches Geschäft sein. Die Zombiearmeen werden unter anderem genutzt, um millionenfache Spam-Mails zu versenden, durch eine Vielzahl gleichzeitiger Anfragen Web-Seiten in die Knie zu zwingen oder in großem Stile Passwörter abzugrasen. (mehr bei SPIEGEL ONLINE)
Fakeware, Ransomware
Das Wort setzt sich aus "Fake", also "Fälschung", und "Ware", der Kurzform für Software zusammen: Es geht also um "falsche Software" . Gemeint sind Programme, die vorgeben, eine bestimmte Leistung zu erbringen, in Wahrheit aber etwas ganz anderes tun. Häufigste Form: angebliche IT-Sicherheitsprogramme oder Virenscanner. In ihrer harmlosesten Variante sind sie nutzlos, aber nervig: Sie warnen ständig vor irgendwelchen nicht existenten Viren und versuchen, den PC-Nutzer zu einem Kauf zu bewegen. Als Adware-Programme belästigen sie den Nutzer mit Werbung.

Die perfideste Form aber ist Ransomware : Sie kidnappt den Rechner regelrecht, macht ihn zur Geisel. Sie behindert oder verhindert das normale Arbeiten, lädt Viren aus dem Netz und stellt Forderungen auf eine "Reinigungsgebühr" oder Freigabegebühr, die nichts anderes ist als ein Lösegeld: Erst, wenn man zahlt, kann man mit dem Rechner wieder arbeiten. War 2006/2007 häufig, ist seitdem aber zurückgegangen.
Zero-Day-Exploits
Ein Zero-Day-Exploit nutzt eine Software-Sicherheitslücke bereits an dem Tag aus, an dem das Risiko überhaupt bemerkt wird. Normalerweise liefern sich Hersteller von Schutzsoftware und die Autoren von Schadprogrammen ein Kopf-an-Kopf-Rennen beim Stopfen, Abdichten und Ausnutzen bekanntgewordener Lücken.
Risiko Nummer eins: Nutzer
Das größte Sicherheitsrisiko in der Welt der Computer sitzt vor dem Rechner. Nicht nur mangelnde Disziplin bei nötigen Software-Updates machen den Nutzer gefährlich: Er hat auch eine große Vorliebe für kostenlose Musik aus obskuren Quellen, lustige Datei-Anhänge in E-Mails und eine große Kommunikationsfreude im ach so informellen Plauderraum des Webs. Die meisten Schäden in der IT dürften von Nutzer-Fingern auf Maustasten verursacht werden.
DDoS-Attacken
Sogenannte distribuierte Denial-of-Service-Attacken (DDoS) sind Angriffe, bei denen einzelne Server oder Netzwerke mit einer Flut von Anfragen anderer Rechner so lange überlastet werden, bis sie nicht mehr erreichbar sind. Üblicherweise werden für solche verteilten Attacken heutzutage sogenannte Botnetze verwendet, zusammengeschaltete Rechner, oft Tausende oder gar Zehntausende, die von einem Hacker oder einer Organisation ferngesteuert werden.


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