Klingeltöne Ausgetrickst und ausgeklingelt

Der Klingelton-Boom scheint vor seinem Ende zu stehen. In Großbritannien müssen Anbieter ihrer ausgetricksten Kinder-Klientel das Abo-Geld zurückzahlen. Marktführer Jamba plant schon einmal neue Geschäftsmodelle an.


Zumindest durch die Reihen britischer Eltern dürfte ein Aufatmen gehen: Kunden, denen beim Kauf des "Crazy Frog"-Klingeltons gleich ein ganzes Abo angedreht wurde, erhalten ihr Geld zurück. So zumindest die gestrige Entscheidung der britischen Regulierungsbehörde Icstis, die dem Service-Provider mBlox aufgab, seine Kunden entsprechend zu entschädigen. Außerdem wurde gegen die Mobilfunker eine Geldstrafe von umgerechnet 60.000 Euro verhängt.

Ärgernis "Crazy Frog": Geld zurück für ausgetrickste britische Kinder

Ärgernis "Crazy Frog": Geld zurück für ausgetrickste britische Kinder

Der "Crazy Frog"-Klingelton ist nur eines von Zehntausenden Produkten, die der Marktführer Jamba weltweit über diverse Provider vertreibt. Allein in Großbritannien soll der nervige Frosch Jamba und mBlox über zehn Millionen Pfund in die Kassen gespült haben.

Auch wenn es in anderen Ländern noch nicht zu Erstattungen gekommen ist, sah sich Jamba dennoch gezwungen, in Deutschland und Österreich eine Kindersicherung für seine Produkte einzuführen. Der Download-Bereich der Jamba-Webseite kann nun von den Eltern mit einem Passwort belegt werden, genauso gut können sie die Seite für die Handy-Nummern ihrer Lieben sperren lassen.

Da nimmt es nicht wunder, dass die beiden Jamba-Gründer, die Brüder Oliver und Marc Samwer, sich aus der Geschäftsführung des Unternehmens zurückgezogen haben, das sie vor fünf Jahren gründeten und bereits im vergangenen Jahr für stattliche 228 Millionen Euro verkauften.

Der neue Geschäftsführer Markus Berger-de León kündigte unterdessen an, man wolle Jamba zu einem "digitalen Entertainment-Portal" weiterentwickeln und im kommenden Jahr auch Musik-Downloads anbieten.

Richard Meusers



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