Hunde statt Katzen Mem-Fans wählen Internetphänomene des Jahres

Der Dezember ist der Monat der Jahresrückblicke. Die Betreiber und Nutzer eines Portals, das sich Internet-Memen widmet, haben deshalb eine Rangliste der schönsten Internetphänomene des Jahres zusammengestellt.

Publikumsliebling auf Tumblr: Meme mit Shiba Inu sind 2013 besonders populär

Publikumsliebling auf Tumblr: Meme mit Shiba Inu sind 2013 besonders populär


Wer hat behauptet, Katzen-Content würde das Internet dominieren? Den Nutzern und Mitarbeitern von "Know Your Meme" jedenfalls sind Hunde viel näher. Sie wählten den Shiba Inu, eine japanische Hunderasse, zum populärsten Mem des Jahres.

Internet-Meme sind Phänomene, die sich im Web fortpflanzen und weiterentwickeln. Sie können Witze sein, Bilder, Videos oder auch nur Formulierungen. Was den Netznutzern gefällt, verbreitet sich, verändert sich, verselbständigt sich.

Das Internetportal "Know your Meme", das sich der Präsentation und Erforschung von Web-Phänomenen widmet, hat in diesem Jahr seine Leser abstimmen lassen, welche Meme ihnen am besten gefallen haben. Zugleich haben die Macher des Portals ihre eigenen Lieblinge bestimmt. Das Ergebnis zeigt zumindest beim jeweiligen Sieger erstaunliche Einigkeit: Sowohl bei den Lesern als auch in der Redaktion bekamen Meme, in denen Shiba Inu die Hauptrolle spielen, die meisten Stimmen.

Hunderte Fotomontage mit Hundebildern tauchten auf Portalen wie Tumblr und Reddit auf, oft beschriftet mit Gedankenbildern der Tiere. Wichtig dabei: Zur Beschriftung musste stets die von manchen gehasste, von anderen geliebte Schriftart Comic Sans benutzt werden, gerne in knalligen Farben.

Nummer eins durch Klickautomatik

In den Top-Ten-Listen, die "Know Your Meme" veröffentlicht hat, findet sich allerdings auch noch ein Fehler: Sie zeigen Brent Rambo als Top-Mem des Jahres. Die Grundlage für das animierte Gif des Jungen, der mit erhobenem Daumen seine Zustimmung signalisiert, stammt aus einem Werbevideo, das Apple Anfang der Neunziger veröffentlicht hatte.

Der kurze Videoschnipsel ist ein Beispiel dafür, wie ein Mem den Forscherdrang mancher Nutzer antreiben kann. Erst im Juli wurde der Junge aus dem Video wieder aufgespürt. Er arbeitet heute als Entwickler für Sony Online Entertainment und hat sich selbst noch einmal in der Pose von damals gefilmt.

Dass Brent Rambo es jetzt auf die Spitzenposition der Top-Meme geschafft hat, ist "Wired" zufolge allerdings Manipulationen im anarchischen Webforum 4chan zuzuschreiben. Dort wurden Scripte veröffentlicht, die automatisch Stimmen für Brent Rambo abgaben. Auch so etwas gehört zum Mem-Phänomen.

mak

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