Neue Funktion Knowledge Graph: Google mit neuer Datenbank

Google bietet eine neue Suchfunktion: Den sogenannten Knowledge Graph. Er soll zu einem Begriff nicht nur Informationen ausspucken, sondern auch Zusammenhänge auflisten. Dazu wurde eine gigantische Datenbank erschaffen - ein Superhirn mit milliardenfachen Verknüpfungen.

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Google Knowledge Graph: Neue Suchfunktion zeigt Zusammenhänge an

Mountain View - Bei Google sind in den vergangenen zwei Jahren über 500 Millionen Begriffe auf einer Datenbank zusammengetragen worden - Personen, Plätze, Ereignisse, Dinge. Diesen Begriffen seien 3,5 Milliarden Fakten zugeordnet und diese anschließend untereinander verknüpft worden, schreibt Google-Manager Amit Singhal im offiziellen Unternehmens-Blog. Herausgekommen ist dabei der Dienst Knowledge Graph - eine Suchfunktion, die in Zusammenhängen denkt und themenverwandte Infos liefert.

Singhal erläuterte die neue Funktion in dem Blog-Eintrag am Beispiel der Suche nach dem Begriff "Taj Mahal": Der Knowledge Graph erkennt, dass diese beiden Worte zum einen das berühmte Mausoleum im indischen Bundesstaat Uttar beschreiben. Er kennt aber auch den US-amerikanischen Blues-Musiker Taj Mahal und das gleichnamige Casino-Hotel in Atlantic City als populäre Suchanfragen.

Alle drei Bedeutungen werden ganz oben auf der Seite untereinander aufgelistet. Damit gelange man rascher zu dem wirklich gemeinten Zusammenhang, schreibt Singhal.

Zu der Sehenswürdigkeit Taj Mahal präsentiert Google nun beispielweise nicht nur die Kernfakten zum Mausoleum (aus Wikipedia) sowie ein Foto, sondern bietet auch bebilderte Links zu Sehenswürdigkeiten gleicher Bedeutung, wie der Chinesischen Mauer oder dem Delhi Fort - der Begriff wird damit in einen größeren Kontext gesetzt.

Antwort schon vor der Frage

"Wir können nun dabei behilflich sein, die nächste Frage zu einem Begriff zu beantworten, bevor diese überhaupt eingegeben worden ist", schreibt Singhal. So weiß das System, dass Leonardo da Vinci als Maler und Bildhauer der Kunstepoche der Renaissance zuzuordnen ist und zeigt im Knowledge Graph auch bekannte Werke des Universalgelehrten.

Die zusätzlichen Informationshappen aus dem Knowledge Graph werden in einer Box rechts neben den Suchergebnissen angezeigt. Der Dienst soll innerhalb der nächsten Tage zuerst in den USA verfügbar sein.

Google versucht mit der neuartigen Suchfunktion, den Hauptwettbewerber Microsoft mit dessen Suchmaschine Bing auf Distanz zu halten. Bing hatte Anfang Mai eine "soziale Suchfunktion" vorgestellt, bei der Inhalte aus Netzwerken wie Facebook und Twitter zu den herkömmlichen Suchergebnissen hinzugefügt werden.

cst/dpa/AP

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insgesamt 4 Beiträge
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1. endlich
mellon0101 17.05.2012
wird ja auch zeit, ich vermisse bei google schon immer etwas, was ich beim Blättern in Lexika / Wörterbüchern / Almanchen immer tool fand. Auf einer Seite stehen auch noch andere Themen / Infos, die vielleicht nicht direkt mir meiner Suche zu tun haben, aber auch spannend sind. Der Knowledge Graph könnte ich dahin entwickeln. Wenn das Ding Algorithmen basiert ist, dann könnte google vielleicht demnächst neue Infos und Fakten genererien und wäre damit einer KI ein Stück näher.
2. Genial - wäre da nicht Wikipedia
Agiluk 17.05.2012
Das ist die Geschichte von Hase und Igel. Die gigantische Google-Datenbank ist fast so schlau, als hätte Google die Wikipedia gelesen. Zu "Taj Mahal" nennt die Begriffsklärungseite der Wikipedia nicht drei, sondern gleich sechs mögliche Bedeutungen. Was den "größeren Kontext" angeht, scheiden sich die Geister notwendigerweise. Zu jedem Einzeldatum gibt es eine schier unendliche Menge möglicher Kontexte - zum Beispiel die Biografie jedes einzelnen Rezipienten. Als Filter für die Suchergebnisse macht die Begriffsklärung durchaus Sinn.
3. Ein Fall für´s Kartellamt
inappropriate 17.05.2012
Klingt unschuldig, ist aber ein weiterer Schachzug von Google, seine Wertschöpfungskette zu verlängern. Hätte man statt Taj Mahal z.B. ein Reiseziel als Beispiel verwendet, so wäre klar, dass man sich in Zukunft den Besuch von Expedia & Co sparen kann, da Google diese Informationen (inkl. Flügen) bereits im Kontext anbieten wird (bevor sie gesucht werden). Gleiches gilt für sämtliche E-Commerce-Seiten. Das ist sehr gefährlich (und anrüchig) und wahrscheinlich in absehbarer Zeit ein Fall für´s Kartellamt. Der Zeitpunkt dieser Meldung ist natürlich auch ein Manöver gegen Facebook. Schließlich ist der Social Graph das einzige Asset, das die utopischen Bewertungen von Facebook rechtfertigen könnte. Da Google aber null Kompetenz im Marketing bzw. Branding hat, dürfte auch dieser PR-Vorstoß recht lautlos verpuffen. Irgendwie wird Google langsam unsympathisch.
4.
Zephira 19.05.2012
Zitat von inappropriateKlingt unschuldig, ist aber ein weiterer Schachzug von Google, seine Wertschöpfungskette zu verlängern. Hätte man statt Taj Mahal z.B. ein Reiseziel als Beispiel verwendet, so wäre klar, dass man sich in Zukunft den Besuch von Expedia & Co sparen kann, da Google diese Informationen (inkl. Flügen) bereits im Kontext anbieten wird (bevor sie gesucht werden). Gleiches gilt für sämtliche E-Commerce-Seiten. Das ist sehr gefährlich (und anrüchig) und wahrscheinlich in absehbarer Zeit ein Fall für´s Kartellamt. Der Zeitpunkt dieser Meldung ist natürlich auch ein Manöver gegen Facebook. Schließlich ist der Social Graph das einzige Asset, das die utopischen Bewertungen von Facebook rechtfertigen könnte. Da Google aber null Kompetenz im Marketing bzw. Branding hat, dürfte auch dieser PR-Vorstoß recht lautlos verpuffen. Irgendwie wird Google langsam unsympathisch.
Dann verwenden Sie es einfach nicht. Der Rest der Welt schreitet derweil allerdings in die Zukunft, während die Bedenkenträger einsam zurückbleiben.
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Marktanteile der Tech-Riesen
Suchmaschinen (Desktop)
Google 75,68%
Baidu 11,95%
Yahoo 5,92%
Bing 4,24%
Stand: Februar 2012, Quelle: Net Applications
Suchmaschinen (Mobil)
Google 88,35%
Yahoo 6,63%
Baidu 3,34%
Bing 1,08%
Stand: Februar 2012, Quelle: Net Applications
Browser (Desktop)
Microsoft Internet Explorer 58,35%
Firefox 23,72%
Chrome (Google) 11,50%
Safari (Apple) 4,15%
*weltweiter Marktanteil, erhoben auf der Webbrowser-Angabe, Stand: Januar 2012, Quelle: Net Applications
Browser (Mobil)
Safari (Apple) 54,03%
Opera Mini 21,42%
Android Browser 12,74%
Symbian 6,89%
*weltweiter Marktanteil, erhoben auf der Webbrowser-Angabe, Stand: Januar 2012, Quelle: Net Applications
Betriebssysteme (Desktop)
Windows 91,92%
Mac 6,92%
Linux 1,16%
*weltweit, erhoben auf der Webbrowser-Angabe zum user-agent Stand: Februar 2012, Quelle: Net Applications
Betriebssysteme (Mobil)
Android (Google) 49,7
iOS (Apple) 30,1
Symbian 6,9
RIM 2,1
Nokia 1,8
andere 9,4
Marktanteil an Smartphone-Betriebsystemen im März 2011 in Deutschland (%). Quelle: InMob Mobile Insights, Basis der Auswertung sind 518,7 Millionen inMobi-Werbeeinblendungen auf Mobilgeräten in Deutschland im März 2011 und 470,3 Millionen Werbeeinblendungen im Januar
Werbung
Umsatz gesamt* Umsatz Google* Anteil Google (in %)
Internet 72,842 36,531 50,15
Magazine 43,122 0
TV 184,29 0
Zeitungen 91,495 0
gesamt 458,385 36,531 7,97
*Werbeumsätze 2011, weltweit in Mrd. Dollar, veröffentlicht von ZenithOptimedia 15. März 2012, Googles Werbeumsatz im Jahr 2011
Webnutzer
Angebot Unique Visitors (Mio.) Ø-Stunden
Webnutzer gesamt 366,8 26,75
Google 333,4 3.,14
Microsoft 270,8 3,22
Facebook 240,0 5,43
Wikimedia 161,3 0,22
Yahoo 141,0 1,23
eBay 107,6 0,99
Amazon 91,4 0,27
Top 30 Online Portale in Europa nach Gesamtzahl der Unique Visitors. Mai 2011, Internetnutzer in Europa, Alter 15+, Zuhause und am Arbeitsplatz; Quelle: comScore Media Metrix
Produkte, die Google nie veröffentlichen wollte

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