Knuddels Chat-Plattform muss nach Hackerangriff Bußgeld zahlen

Weil Nutzerdaten nicht ausreichend gesichert waren, ist Knuddels ein fünfstelliges Bußgeld auferlegt worden. Der zuständige Datenschutzbeauftragte hat trotzdem Lob für die Chat-Plattform übrig.

Knuddels-Website
knuddels.de

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Das soziale Netzwerk Knuddels.de muss ein Bußgeld in Höhe von 20.000 Euro zahlen, weil es Passwörter von Nutzern unverschlüsselt gespeichert hatte. Damit habe das Unternehmen aus Karlsruhe gegen die Pflicht verstoßen, die Sicherheit von personenbezogenen Daten zu gewährleisten, teilte der baden-württembergische Datenschutzbeauftragte Stefan Brink am Donnerstag in Stuttgart mit.

Er hielt dem Unternehmen zugute, dass es sich nach einem Hackerangriff an die Datenschutzbehörde wandte und die Nutzer sofort und umfangreich über den Angriff informierte. Bei dem Angriff waren nach Darstellung des Unternehmens rund 808.000 E-Mail-Adressen sowie 1.872.000 Pseudonyme und Passwörter von Unbekannten erbeutet und im Internet veröffentlicht worden.

Von manchen Nutzern sind so neben dem Chatnamen auch Passwort, Mailadresse sowie Angaben zum echten Vornamen oder zum Wohnort öffentlich geworden. Nutzer der Plattform sollten deshalb unbedingt ihr Passwort ändern, sofern sie das nicht bereits getan haben. Das gilt erst recht, wenn man dasselbe Kennwort oder eine ähnliche Variation auch noch auf anderen Websites nutzt.

Brink sagte, das Unternehmen habe in vorbildlicher Weise mit seiner Behörde zusammengearbeitet und die IT-Sicherheit erheblich verbessert. "Wer aus Schaden lernt und transparent an der Verbesserung des Datenschutzes mitwirkt, kann auch als Unternehmen aus einem Hackerangriff gestärkt hervorgehen.

Der Geschäftsführer der Knuddels GmbH & Co. KG, Holger Kujath, sagte: "Der Hackerangriff war eine echte Belastungsprobe für Knuddels." Es sei sofort klar gewesen, dass das Vertrauen der Nutzer nur mit einer transparenten Kommunikation und einer sofort spürbaren Verbesserung der IT-Sicherheit zurückzugewinnen sei. "Knuddels ist nun sicherer denn je."

Knuddels hat nach eigenen Angaben mehr als zwei Millionen registrierte Mitglieder. Seit dem Mai sind neue, europäische Datenschutzregeln in Kraft, die in der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) festgelegt wurden. Sie sehen bei Verstößen Bußgelder von bis zu 20 Millionen Euro oder - im Falle eines Unternehmens - ein Bußgeld von bis zu vier Prozent des weltweit erzielten Jahresumsatzes vor.

mak/dpa



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