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08. September 2018, 12:30 Uhr

Internetplattform

Knuddels von Hackern angegriffen

Unbekannte haben bei einer der größten deutschsprachigen Chatcommunitys Millionen Nutzerdaten erbeutet - darunter Mailadressen, Klarnamen und Passwörter.

Das soziale Netzwerk Knuddels.de ist von Hackern angegriffen worden. Dabei wurden Nutzer-Nicknames sowie Mailadressen von Mitgliedern erbeutet und auf einer Internetplattform veröffentlicht. Nach SPIEGEL-Informationen handelt es sich um rund 808.000 Mailadressen sowie mehr als 1,8 Millionen Pseudonym-Nutzernamen. Von manchen Nutzern sind so neben dem Chatnamen auch Passwort, Mailadresse sowie Angaben zum echten Vornamen oder zum Wohnort öffentlich geworden.

Knuddels.de gehört zu den größten deutschsprachigen Chatplattformen im Netz, die Karlsruher Firma wurde 1999 gegründet. Man habe "alle erforderlichen Schritte" eingeleitet, um die Nutzerdaten zu schützen und die Behörden informiert, sagt Holger Kujath, Gründer und Geschäftsführer von Knuddels.de. Bislang habe man nicht herausfinden können, woher und von wem die entwendeten Mitgliederdaten stammen. Die Internetplattform entschuldigte sich inzwischen bei den Nutzern.

Knuddels betont, dass man einen hohen Sicherheitsstandard für Nutzerdaten habe, die man nach Bekanntwerden des Datenabflusses weiter erhöht habe. Alle Mitglieder müssten nun beim Log-in ein neues Passwort festlegen. Meldet sich ein Nutzer über ein vorher nicht bekanntes Gerät an, bekomme er per SMS oder Mail einen Link, um sich zu authentifizieren.

"Uns ist bewusst, dass Daten, die uns unsere Community anvertraut, sicher sein müssen", sagt Kujath. Man wolle die Vorgänge aufarbeiten und das Vertrauen zurückgewinnen.

Von den rund 808.000 Maildressen sind laut Knuddels nur 320.000 verifiziert. Das macht wahrscheinlich, dass die Zahl der betroffenen Nutzer kleiner sein dürfte als die Zahl der Mailadressen und auch Fakeadressen unter den entwendeten Daten sind.

mum

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