Internet-Währung: Bitcoin-Tauschdienst plant Kreditkarte

Fast überall mit Bitcoins zahlen, einfach per Karte: Ein Finanzdienstleister, der sich auf die Internet-Währung spezialisiert hat, will angeblich eine weltweit gültige Kreditkarte herausgeben. Zwei Banken sollen dabei helfen.

Entwurf der Bitinstant-Karte: Überall den Bitcoin-Vorrat anzapfen Zur Großansicht

Entwurf der Bitinstant-Karte: Überall den Bitcoin-Vorrat anzapfen

Bisher kann man mit der dezentralen Internet-Währung Bitcoin nur in wenigen Ausnahmefällen direkt etwas bezahlen. Dienstleister bieten stattdessen gegen eine Gebühr den Umtausch in breiter akzeptierte Währungen wie Dollar oder Euro an. Einer dieser Umtausch-Dienste, das junge Unternehmen Bitinstant, will das nun deutlich vereinfachen.

Das Unternehmen plant, wie einer der Bitinstant-Gründer in einem Chat ankündigte, in Zusammenarbeit mit zwei nicht näher genannten Banken eine eigene Kreditkarte. Die soll sich mit Bitcoins aufladen lassen. Bezahlen kann der Inhaber dann in jedem Geschäft, dass Kreditkarten als Zahlungsmittel akzeptiert. Der Umtausch von Bitcoins in die jeweilige Zielwährung soll im Hintergrund von Bitinstant abgewickelt werden.

Das Aufladen der Karte mit Bitcoins soll ein Prozent Gebühr kosten, für Auszahlungen an Geldautomaten 1,50 Dollar fällig werden. So stellte es der Firmengründer in dem Chat dar. Offenbar handelt es sich dabei um eine Debitkarte des Mastercard-Systems. Darauf deutet jedenfalls ein Bild an, das von Bitinstant-Mitgründer Charlie Shrem veröffentlicht wurde, und das Kartenlayout zeigen soll. Angeblich will Bitinstant zum Start 10.000 dieser Karten produzieren.

Bitinstant würde damit zwar nicht die erste Bitcoin-Debitkarte auf den Markt bringen, hätte aber wohl das attraktivste Angebot - und eine Firmenadresse in den USA sowie namentlich bekannte Mitarbeiter. Andere Anbieter verlangen deutlich höhere Transaktionsgebühren und geben Postfächer auf den Virgin Islands oder in Panama als Adresse an - wenn sie ihre Adresse nicht ganz verschleiern. Nicht gerade vertrauensfördernd.

Um eine Bitinstant-Kreditkarte zum Preis von zehn Dollar zu erhalten, ist ein Identitätsnachweis nötig - im Gegensatz zur Teilnahme am Bitcoin-Netzwerk. Dort lassen sich Transaktionen zurückverfolgen, die Inhaber von Bitcoin-Adressen können allerdings anonym bleiben. Bitinstant will seine Karte in den nächsten sechs bis acht Wochen präsentieren, sagte der Firmengründer in dem Chat.

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1. Sinn davon?
ArnoNyhm1984 21.08.2012
Die Sinnhaftigkeit einer solchen Lösung erschliesst sich mir nicht: Der wesentliche Vorteil von bitcoins ist ja gerade die (weitestgehende) Anonymität dieses Zahlungsmittels einerseits und die Abkopplung von traditionellen politisch verfälschten Fiat-Währungen andererseits. Die beschriebene Kreditkarte würde nun gerade beide Vorteile aufheben -dann kann man aber gleich eine "normale" Kreditkarte verwenden. wirecard.de z.B. bietet auch (halbwegs) anonyme Kreditkarten auf prepaid-Basis.
2. Umsatzsteuer?
elgitano 21.08.2012
Wie ist das mit Fantasie-Währungen? Sind die auch Umsatzsteuerpflichtig? In vielen Gemeinden gibt es in kleinen sozialen Gruppen Tausch-Währungen, ohne Umsatz-/Mehrwertsteuer. Kann sowas auch mit Kreditkarten funktionieren?
3. Umastzsteuer und Steuern allgemein
devilsown 22.08.2012
Laut dem Fachmann für BitCoins und andere Nicht-Währungen meines Finanzamts fallen Steuern erst an, wenn ich die Coins in eine offizielle Währung umtausche. Das war mir aber schon vorab soweit noch klar, wo es haperte, das war die Umsatzsteuer und der Erwerb erheblicher Warenwerte, aber dabei kam auch er ziemlich ins Schleudern. Der Erstverkäufer der BitConins muß in jedem Fall, wenn er sie verkauft Umsatzsteuer abführen, da das Finanzamt BitCoins als digitale Ware ansieht. Danach wurde das Gespräch lustig und war sehr "ähhhh"-geprägt, da das Finanzamt bis dahin nur mit kleineren Beträgen zu tun hatte und dies dann als Tausch Ware gegen Ware betrachtete, ergo als nicht steuerpflichtig. Richtig nett wurde es bei meiner Frage, wie ich das handhaben soll, wenn ich Bitcoins im Ausland kaufe und nach Deutschland einführe. Seine Antwort war da sehr frech mit einem Augenzwinkern: "Wenn Sie diese mit Euro bezahlen, werden sie wohl auch aus dem Euroraum verkauft werden und selbst dann, wenn sie in $ angeboten werden, können Sie nicht wissen, ob diese aus dem Ausland kommen und wenn Sie das schon nicht nachvollziehen können, meinen Sie, wir könnten das? Gehen Sie einfach davon aus, Sie würden sie aus Deutschland kaufen!" Tenor blieb: Sobald ich es in Euro umtausche, fallen die Steuern an, theoretisch auch die Mehrwertsteuer für die erbrachten Leistungen, für die ich die BitCoins bekam. Bleibe ich im Kreislauf Ware-BitCoin-Ware-BitCoin, fallen keine Steuern jedweder Art an, gleichgülltig, in welchem Umfang ich dort handle. Jedoch sollte ich peniebel Buch führen, denn sobald ich in Euro umtausche fallen ebend diese Steuern an und müssen dann auch nachvollzogen werden können. Das Gespräch mit dem Herrn vom Finanzamt ist allerdings bereits über 1 Jahr her, evtl. sollte ich nochmals vorstellig werden, ob es inzwischen neue Bestimmungen / Erkenntnisse gibt.
4.
kirschenmund 06.09.2012
Zitat von sysopFast überall mit Bitcoins zahlen, einfach per Karte: Ein Finanzdienstleister, der sich auf die Internet-Währung spezialisiert hat, will angeblich eine weltweit gültige Kreditkarte herausgeben. Zwei Banken sollen dabei helfen. Kommt die Prepaid-Karte für Bitcoins? - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,851158,00.html)
Also ich sehe das erst in Zukunft, derweil greife ich aber auch gerne auf prepaid Kreditkarten zurück, weil einfach mein Bankkonto etwas anderes ist und da keine Verbindung herrschen sollte. Mit der Yuna gut und problemlos bezahlt, allerdings sollte man auch da sehen wie die Aklzeptanz ist, das sehe ich bei bitcoins noch nicht gegeben.
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