Kommunikationspanne Vodafone veröffentlicht obszöne Nachricht bei Twitter

Normalerweise veröffentlicht Vodafone auf seinem offiziellen Twitter-Angebot Verbraucherinfos und Antworten auf technische Fragen. Entsprechend überrascht waren die Nutzer deshalb, dort zur Abwechslung etwas über Schwule und Geschlechtsorgane zu lesen.

Internetseite Twitter: Peinliche Panne für Vodafone
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Internetseite Twitter: Peinliche Panne für Vodafone


Hamburg/London - Die britische Telekommunikationsfirma Vodafone hat sich bei Tausenden Nutzern des Micro-Blogging-Dienstes Twitter für die Veröffentlichung einer obszönen Nachricht entschuldigt. Auf dem Kundenservice-Account "VodafoneUK", der knapp 9000 Follower hat, war am Freitagnachmittag folgende Botschaft zu lesen: "VodafoneUK is fed up of dirty homo's and is going after beaver" (auf Deutsch in etwa: "VodafoneUK hat die Nase voll von dreckigen Homosexuellen und steht auf Vaginas").

Innerhalb weniger Minuten nach der Veröffentlichung beschwerten sich Hunderte Vodafone-Kunden und fragten, ob möglicherweise Hacker für die Nachricht verantwortlich seien. Obwohl das Unternehmen den "Tweet" bald löschte, hatten Twitter-User längst den ungewöhnlichen Beitrag gespeichert und weiterverschickt, wie die britische Zeitung "The Guardian" berichtet. Natürlich ist die Häme im Netz groß: "Ein interessanter Ansatz für virales Marketing", schreibt ein Twitter-Nutzer, ein anderer amüsiert sich über einen Grammatikfehler: "Die sollten sich entschuldigen - der Missbrauch eines Apostrophs ist nicht zu verzeihen!"

Vodafone sandte zahlreiche Entschuldigungen an die Nutzer. Es seien keine Hacker verantwortlich, sondern "ein schwerer Regelverstoß eines Mitarbeiters in unserem Büro". Ein Unternehmenssprecher teilte mit, dass der Schuldige bis auf weiteres von seinem Job suspendiert worden sei.

Mit der wachsenden Zahl von Unternehmen, die Twitter als Plattform für den direkten Kundenkontakt nutzen, kam es schon mehrfach zu Kommunikationspannen. Im vergangenen Jahr feuerte die Fluglinie Virgin 13 Flugbegleiter, die auf der Micro-Blogging-Seite die Passagiere als "chavs" (Prolls) bezeichnet und behauptet hatten, die Flugzeuge seien voller Kakerlaken.

sto



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