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Konkurrenz für Amazon: Google plant angeblich Lieferdienst

Google soll mit US-Versandhändlern über einen Lieferdienst verhandeln, der Expresszustellung zum Flatrate-Preis bieten könnte. Das "Wall Street Journal" berichtet, Google wolle den Lieferdienst mit seiner Produktsuche verzahnen.

Amazon-Versandzentrum: In den USA soll Google Partner für einen Lieferdienst suchen Zur Großansicht
DPA

Amazon-Versandzentrum: In den USA soll Google Partner für einen Lieferdienst suchen

Google plant angeblich einen Versanddienst. Das "Wall Street Journal" berichtet, Google wolle in den Vereinigten Staaten Blitzlieferungen binnen 24 Stunden anbieten. Ein solches Angebot wäre vergleichbar mit dem Amazon-Dienst Prime , bei dem US-Kunden für 79 Dollar Jahresgebühr ihre Ware besonders schnell bekommen.

Konkret geht es um einen Service, mit dem sich Google-Nutzer viele Waren von Versandhändlern innerhalb eines Tages zuschicken lassen können. Der Konzern würde also nicht selbst zum Händler. Google verhandelt laut "Wall Street Journal" mit Einzelhändlern wie Macy's, Gap und OfficeMax, deren Waren dann wiederum von UPS ausgeliefert werden könnten.

Vielversprechend ist die Idee wegen Googles entscheidendem Vorteil: der Kontrolle über das, was Suchende finden. Das Versandangebot würde direkt mit der Produktsuche verknüpft. Dahinter steckt der Gedanke, dass jemand, der ein Produkt googelt, es ohne Umwege zu sich ins Büro oder nach Hause bringen lassen kann. Laut dem Bericht würde das Google-Angebot greifen, sobald jemand auf einer Partnerseite eine Bestellung tätigt, und eine Lieferung in 24 bis 48 Stunden anbieten.

Offiziell hat sich das Unternehmen bislang nicht geäußert. Ein Produktmanager sagte auf Anfrage des "Journal" lediglich, man sei schon lange damit beschäftigt, Käufer mit Verkäufern zu verbinden. Ein Vertreter der Warenhauskette Macy's bestätigte, dass es Gespräche mit Google gegeben habe, aber noch keine Entscheidung getroffen worden sei. Gap, OfficeMax und der Auslieferer UPS äußerten sich zunächst nicht.

Den "Wall Street Journal"-Informationen zufolge könnte der Dienst 2012 starten, zunächst in einem Pilotprojekt in und um San Francisco.

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1. Wurde auch langsam Zeit!
macbs1971 02.12.2011
Ich frage mich ohnehin, warum es bisher noch kein Unternehmen geschafft hat, Amazon ernsthaft (!) Konkurrenz zu machen. Bisher sind die ganzen Versandhäuser noch nicht auf die Idee gekommen, sich ggf. einmal zusammen zu setzen und ernsthaft daran zu arbeiten. Man muss sich nur mal die Zahlen von Amazon in den letzten 5-10 Jahren anschauen, dann sollten die Vorstände selbst bemerken, dass mit derartigem Wachstum doch noch etwas möglich ist. Aber hier in Deutschland sitzen die Vorstände ja lieber bequem in ihren eigenen Sesseln, als sich untereinander zu verständigen. Das ist leider die typisch deutsche "Erstmal komm ich dran, dann vielleicht mal ein anderer"-Mentalität. So kann das nix werden.
2. hmm
spatenheimer 02.12.2011
Dann kann man endlich bei Den Guten bestellen - echt spitze.
3. Markteintrittsbarrieren
andlu 02.12.2011
Zitat von macbs1971Ich frage mich ohnehin, warum es bisher noch kein Unternehmen geschafft hat, Amazon ernsthaft (!) Konkurrenz zu machen. Bisher sind die ganzen Versandhäuser noch nicht auf die Idee gekommen, sich ggf. einmal zusammen zu setzen und ernsthaft daran zu arbeiten. Man muss sich nur mal die Zahlen von Amazon in den letzten 5-10 Jahren anschauen, dann sollten die Vorstände selbst bemerken, dass mit derartigem Wachstum doch noch etwas möglich ist. Aber hier in Deutschland sitzen die Vorstände ja lieber bequem in ihren eigenen Sesseln, als sich untereinander zu verständigen. Das ist leider die typisch deutsche "Erstmal komm ich dran, dann vielleicht mal ein anderer"-Mentalität. So kann das nix werden.
Den Grund kann ich Ihnen nennen: Hohe Markteintrittsbarrieren. Um ein Logistiknetzwerk wie von Amazon in den USA aufzubauen, muss sehr viel vorab investiert werden. Es müssen langwierige Verhandlungen mit Herstellern geführt werden, da das Amazon-Konzept den Direktbezug über die Produzenten vorsieht und den Großhändler im Channel zur Gewinnmaximierung so gut es geht ausklammert - mit Erfolg, aber das kostet zunächst erst einmal Geld. Der hohe Konkurrenzdruck erledigt dann den Rest, denn Amazon kann jeden Ansatz eines gleichwertigen Mitbewerbers über den Preis im Keim ersticken, da den Neueinsteigern oft große Investoren fehlen. Google ist einer der wenigen, die den Markteintritt in dieser Größe wagen können, ganz einfach weil sie schon eine hohe Markenreputation haben und das nötige Kapital, um auf lange Sicht Amazon die Stirn zu bieten. Aber auch sie könnten damit scheitern, eben weil Amazon eine Institution ist und aufgrund des hohen Servicelevels nur schwer Amazon-Stammkunden zu Google wandern dürften.
4. Auf Thema antworten
c.PAF 02.12.2011
Zitat von spatenheimerDann kann man endlich bei Den Guten bestellen - echt spitze.
Nicht gelesen, oder nicht verstanden? Dann nochmal für Sie:
5. Auf Thema antworten
Der Meyer Klaus 02.12.2011
In Deutschland wäre das dann wohl DHL Express. Und über die bestelle ich nichts mehr. Warum? Weil ich mir immer an Packstationen liefern lasse und hier hat DHL die Aufteilung das Express ca. nur 10% belegen dürfen, der Rest ist für das normale DHL. In der Folge heißt es dann immer "Packstation war voll", das Paket darf man dann in der Zentrale des Express abholen, die weder mit Bus und Bahn noch mit Fahrrad zu erreichen ist. Von den Öffnungszeiten ganz zu schweigen. Lieferung an die Haustür geht eh nicht, da dann Amazon zB oft Hermes nimmt (gleichbedeutend mit Geld verbrennen) und das bei Google nicht anders sein dürfte. DHL ist schließlich ausgelastet wie doof dank Amazon. Wohl auch einer der Gründe warum Amazon eigene Packstationen in den USA einführen. In DE können sie ja nicht, da hat DHL das Patent drauf.
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Das High Definition Multimedia Interface soll nach dem Wunsch der Hersteller die generelle Schnittstelle der Zukunft sein, für Musik, Filme und auch die Verbindung zwischen Computer und Monitor. Sie ist standardmäßig mit HDCP ausgestattet - ein Ausgabegerät mit HDMI-Schnittstelle und ein Fernseher mit dem "HD Ready"-Logo sollten gemeinsam also in jedem Fall hochauflösende Filme darstellen können.
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