Kostenloskultur Björk und eine dänische Polizeiserie - das gibt es gerade im Netz geschenkt

"Großstadtrevier" auf Dänisch, eine Björk-Doku und eine App, mit der es auf Geisterjagd geht. Fünf Gratisangebote aus dem Internet fürs Herbstwochenende.

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1. Heldin auf Streife: "Anna Pihl"

Finger am Abzug: Charlotte Munck als Anna Pihl
Clipfish

Finger am Abzug: Charlotte Munck als Anna Pihl

Sie ist die Neue auf der Polizeistation, und ihre erste Woche ist eine Katastrophe. Anna Pihl, Hauptfigur der gleichnamigen TV-Serie, wird von Kollegen gemobbt und von Randalierern verprügelt. Sie macht lebensbedrohliche Alleingänge - und sucht nebenbei einen Babysitter für ihren Sohn. Obwohl all das in der ersten Folge passiert, wirkt die dänische Serie "Anna Pihl" nicht unglaubwürdig.

Das gelingt vor allem durch starke Figuren. Anna Pihl ist keine selbstsichere Heldin. Mal ist sie überfordert, mal ist sie schlichtweg leichtsinnig. Auch die großen und kleinen Verbrecher aus Kopenhagen sind nicht einfach nur die Bösen, oft bleibt die Frage nach Schuld oder Unschuld offen. Wer Serien wie "Großstadtrevier" mag und kein Problem mit einem vorhersehbaren Happy End hat, wird "Anna Pihl" gerne sehen. Alle drei Staffeln sind bis März 2017 kostenlos auf Clipfish zu sehen.

2. Immer Tageslicht: "Björk!"

Ausschnitt aus "Björk!": Verkleidung zum neusten Album "Vulnicura"
Arte

Ausschnitt aus "Björk!": Verkleidung zum neusten Album "Vulnicura"

So wünscht sich Björk die Natur: "22 Stunden Tageslicht im Sommer und Dunkelheit im Winter, dazu die Eisberge, die Geysir-Ausbrüche und kein einziger Baum." In der Arte-Dokumentation "Björk!" schwärmt die Musikerin von Island, erzählt von ihren Reisen um die Welt - und wie sie wieder nach Island zurückkehrte.

Die Dokumentation vollzieht ihre Karriere nach, von den ersten Live-Auftritten der gerade mal 14-jährigen Björk bis hin zum Stück "Black Lake", das für die diesjährige Björk-Ausstellung im New Yorker Museum of Modern Art produziert wurde. Stellenweise bleibt die Dokumentation aber oberflächlich - zum Beispiel wenn vermeintliche Kenner Phrasen von sich geben wie: "Sie hat Popmusik vorangetrieben. Sie hat uns eröffnet, was ein Künstler sein kann."

Wer mehr von Björks Musik hören will, kann sich in der Arte-Mediathek die Aufnahme der Live-Performance "Biophilia" anschauen, die auf dem gleichnamigen Album beruht. Die Performance ist ein bizarres Gesamtkunstwerk aus Musik, Gesang und Kostümen, aus 3D-Animationen und Naturaufnahmen.

3. Der Bonbonfresser: "Slashy Hero"

Screenshot von "Slashy Hero": Mit Frankensteinmaske auf Bonbonjagd
Kongregate

Screenshot von "Slashy Hero": Mit Frankensteinmaske auf Bonbonjagd

So viel kann ja keiner essen: Der Held aus der Spiele-App "Slashy Hero" sammelt in jedem Level Hunderte Zuckerstangen, Lutscher und Bonbons, vertreibt auf seinem Weg Geister und zerschnippelt wandelnde Kürbisköpfe.

Das Besondere an der Gratis-App für iOS und Android ist die Steuerung: Der Spieler zeichnet den Weg seines Helden mit dem Finger auf ein Schachbrettmuster, muss dabei geschickt auf Gegner und Hindernisse achten. Erst wenn der Spieler seinen Finger vom Bildschirm löst, flitzt der Held davon.

Die App bietet 48 Level und einen Endlosmodus. Der Spielstand wird regelmäßig an Kontrollpunkten gespeichert. Und wer es übers Herz bringt, sich von seinen virtuellen Süßigkeiten zu trennen, kann sie gegen hilfreiche Power-ups eintauschen.

4. "Kabooom": Western-Comic für den Browser

Comic mit Parallaxe-Effekt: Gefühl von räumlicher Tiefe
nevermindthebullets.com

Comic mit Parallaxe-Effekt: Gefühl von räumlicher Tiefe

Dieser Comic lässt kein Western-Klischee aus: Dampfende Lokomotiven, Ganoven im Saloon, Revolverduelle in der Wüste. Das Originelle an "Never Mind The Bullets" ist aber nicht die Geschichte, sondern die Aufbereitung - denn der Browser-Comic lässt sich durch Bewegungen mit der Maus erkunden.

Je nach Cursor-Position ziehen die Bilder unterschiedlich schnell am Betrachter vorbei. Dabei huschen Figuren und Sprechblasen nur so über den Bildschirm, während die Landschaft im Hintergrund gemächlich gleitet. Auf diese Weise entsteht ein Gefühl von räumlicher Tiefe.

Links zu weiteren Websites mit sogenanntem Parallax Scrolling hat das Magazin "t3n" gesammelt. Besonders gelungen ist eine Seite zur Fernsehserie "The Walking Dead". Sie erzählt im Comic-Stil, wie Schauspieler für die Kamera zu Zombies werden.

5. Comeback: Walter Trout "Battle Scars"

Aus dem Videotrailer für "Battle Scars": Walter Trout zurück auf der Bühne
YouTube/ mascotlabelgroup

Aus dem Videotrailer für "Battle Scars": Walter Trout zurück auf der Bühne

"Ich bin durch die Hölle gegangen und ich kam zurück", sagt US-Musiker Walter Trout im Trailer für sein neues Album "Battle Scars". Der leberkranke Gitarrist, der einst mit John Lee Hooker und Big Mama Thornton aufgetreten ist, hatte mit seinem Leben schon abgeschlossen. "Ich habe 50 Kilogramm gewogen und konnte nicht sprechen, mich nicht bewegen", erzählt Trout im Video. "Ich musste durch die Nase ernährt werden." Dann bekam er eine Spenderleber.

Nun geht Trout mit "Battle Scars" auf Tournee. Das Album lässt sich zwischen Rock und Blues verorten, die Lieder handeln vom Kampf gegen die Krankheit. Die Texte sind mal abgeklärt ("Ich sage mir, dass das Leben niemals fair ist"), mal haben sie bitteren Humor. "Ich kann nicht mehr laufen, also muss ich nirgendwo hin", heißt es beispielweise im Lied "Haunted by the Night".

Bewahrheitet haben sich diese Zeilen nicht: Trout reist derzeit durch Europa, wird im Dezember in Hamburg, Berlin, Bochum und München auftreten. Sein Album ist am 23. Oktober erschienen und auf der Website des Online-Magazins "Neckbreaker" via Soundcloud zu hören.


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insgesamt 4 Beiträge
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hemberg 07.11.2015
1. Anna Pihl ist der Hammer!
Eine wirklich tolle Serie mal etwas anders gemacht. Schade das es nur 3 Staffeln gibt und momentan keine vortsetzung geplant ist.
loeweneule 07.11.2015
2.
Zitat von hembergEine wirklich tolle Serie mal etwas anders gemacht. Schade das es nur 3 Staffeln gibt und momentan keine vortsetzung geplant ist.
Der Grund dafür ist ganz einfach: "vortsetzung" gibt es gar nicht.
neuronensalat 07.11.2015
3. Cool, danke für den Tipp
Ich bin unverbesserlicher Björk-Fan, vielen Dank für den Tipp!
Nebhrid 07.11.2015
4.
Sie ist wirklich wunderbar. Ich habe sie lange unterschätzt. Eine interessante und sehr, zumindest für mich, erfreuliche Entwicklung.
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