Cloud-Angebote Kostenlose Online-Speicher im Vergleich

Musik, Filme, E-Books - auf Wunsch lassen sich solche Dateien einfach online speichern. Je nach Datenmenge ist das sogar kostenlos. Wir haben eine Auswahl von Cloud-Speicher-Angeboten verglichen.

Datenwolke: Die Datenmenge, die in Online-Speicher hochgeladen wird, wächst
Corbis

Datenwolke: Die Datenmenge, die in Online-Speicher hochgeladen wird, wächst

Von Matthias Mett


Im Bereich der Cloud-Speicher hat sich in den vergangenen Wochen und Tagen einiges getan: Google beispielsweise hat die Preise für seine entsprechenden Dienste massiv gesenkt und setzt damit andere Anbieter unter Druck. Auch Microsoft ist mit seinen Preisen runtergegangen.

Canonical hingegen hat angekündigt, den Cloud-Speicher-Dienst Ubuntu One zum 31. Juli aus Kostengründen abzuschalten. Laut Geschäftsführerin Jane Silber möchte die Firma nicht länger am Preiskrieg der Cloud-Speicher-Anbieter teilnehmen. Bei den Kunden steigt allerdings das Interesse offenbar stetig: Die Datenmenge, die in Online-Speicher hochgeladen wird, wächst im privaten wie im geschäftlichen Bereich rasant - allen Bedenken zum Trotz.

Wir nehmen diese Entwicklung zum Anlass, einige beliebte Anbieter von Online-Speicher vorzustellen. Sie bieten ihren Kunden jeweils eine gewisse Menge Platz auf einem Server, der sich mit eigenen Dateien füllen lässt. Über die Cloud lassen sich zum Beispiel Dateien von einem Computer auf den anderen übertragen und ein Online-Speicher-Dienst kann auch für die eigene Datensicherung interessant sein. Nur sollte man dabei nie allein auf die Cloud vertrauen, egal, als wie sicher und etabliert der Anbieter gilt. Online-Speicher sollten nie der einzige Speicherort für Daten sein, eine zusätzliche Sicherung auf klassischen Speichermedien ist immer ratsam.

Spätestens seit der Späh-Affäre sollte jeder außerdem gründlich abwägen, wem er seine Daten anvertraut. Es gilt auch hinzuschauen, wo sie abgelegt werden, in welchem Land also die Server stehen. Eine Auswahl von Online-Speicher-Anbietern in Europa finden Sie hier. Und Alternativen zu den etablierten Anbieter-Firmen nennen wir hier.

Grundsätzlich ist zu raten, alle Daten zunächst selbst zu verschlüsseln, bevor man sie irgendwo hochlädt - anstatt auf die Verschlüsselung des Anbieters zu vertrauen. Und selbst dann: Sensible Daten haben in der Cloud nichts verloren. Für vieles andere aber bieten sich die komfortablen Online-Speicher durchaus an.

Unsere Übersicht:


1. Microsoft OneDrive

Microsoft OneDrive: Der Dienst war früher unter den Namen Skydrive bekannt

Microsoft OneDrive: Der Dienst war früher unter den Namen Skydrive bekannt

Angebot: Microsoft ändert derzeit seine Preise: Ab Juli steigt der kostenlose Speicherplatz in Microsofts Online-Dienst OneDrive von 7 auf 15 Gigabyte. Der Preis für 100 Gigabyte wird in Deutschland auf 1,99 Euro halbiert, der für 200 Gigabyte sinkt auf 3,99 Euro. Wer ein Abo für die Bürosoftware Office 365 abschließt, bekommt künftig als Bonus 1 Terabyte an Speicher dazu statt der bisherigen 20 Gigabyte.

OneDrive enthält eine Online-Version von Microsoft Office, mit der man beispielsweise hochgeladene Dateien bearbeiten kann. Mit Desktop-Programmen lässt sich OneDrive mit Windows ab Version 7 oder Mac OS X synchronisieren. Zusätzlich bietet Microsoft Apps für Smartphones sowie Tablets an.

Eine andere Alternative ist, Micosoft Office 365 mit Online-Speicher monatlich zu mieten. Office 365 Home Premium beinhaltet für 10 Euro im Monat oder jährlich 99 Euro das Office-Paket sowie 1 TB Online-Speicher. Bei diversen Online-Händlern ist eine Office 365 Home Premium Lizenz schon ab 66 Euro pro Jahr zu haben. OneDrive for Business, das Microsoft seit April als eigenständigen Dienst für Geschäftskunden anbietet, enthält 1 TB Speicher für 2,50 Dollar im Monat pro Benutzer.

Serverstandort: Mehrere, EU (Irland)

Geeignet für: Microsoft-Office-Anwender; OneDrive for Business richtet sich außerdem an Geschäftskunden, die Benutzer verwalten wollen


2. Google Drive

Google Drive: 15 GB Speicherplatz sind hier kostenlos

Google Drive: 15 GB Speicherplatz sind hier kostenlos

Angebot: Google bietet mit Google Drive 15 GB kostenlos an. Weitere 100 GB kosten mittlerweile 1,99 Dollar und 1 TB 9,99 Dollar im Monat. Drive bringt eine eigene Software für Windows und Mac OS sowie Smartphones mit. Die Desktop-Variante lässt sich als Laufwerk einbinden. Drive enthält ebenfalls ein Online-Office-Paket, mit dem man hochgeladene Dateien in Google Drive bearbeiten oder neue Dateien erstellen kann. Mit Picasa wird seit kurzer Zeit Google+ Auto Backup installiert, das Fotos per Cloud sichern kann.

Für Geschäftskunden hat Google Apps for Business im Programm - und sein Angebot erneuert. Auf seiner Entwicklerkonferenz I/O gab das Unternehmen bekannt, für acht Euro monatlich künftig unlimitierten Speicherplatz für Geschäftskunden anzubieten.

Serverstandort: Mehrere, EU

Geeignet für: Privat- und Geschäftskunden mit großem Speicherbedarf und Vertrauen in Google


3. Dropbox

Dropbox: 2 GB gibt es für alle, mit einem Bonusprogramm wird es mehr

Dropbox: 2 GB gibt es für alle, mit einem Bonusprogramm wird es mehr

Angebot: Dropbox bietet 2 GB kostenlosen Speicher an, den man mit Bonusprogrammen wie einer Dropbox-Verknüpfung zu Facebook erweitern kann. Zusätzliche 100 GB liegen bei 9,99 Dollar, 200 GB bei 19,99 Dollar und 500 GB bei 49,99 Dollar im Monat. Auch Dropbox stellt Software zur Synchronisation mit dem Windows Desktop oder Mac OS bereit. Dropbox hat sogar ein Synchronisationsprogramm für Linux im Programm, wobei fertige Pakete für Ubuntu, Fedora und Debian zur Verfügung stehen. Mobilgeräte unterstützt Dropbox ebenfalls.

Dropbox für Unternehmen kostet 15 Dollar pro Nutzer im Monat, wobei das Abo erst ab fünf Nutzern gilt. Hierbei fängt der Speicherplatz dann bei 1 TB an und wird von Dropbox bei Bedarf kostenlos erweitert.

Serverstandort: USA

Geeignet für: Nutzer, die es sich leicht machen wollen. Das einfache Teilen und die Synchronisierungssoftware machen den Dienst beliebt. Dropbox für Unternehmen eignet sich auch für größere Nutzerzahlen.


4. Box

Box: Angebote für Einzelkunden, Teams und kleine Unternehmen

Box: Angebote für Einzelkunden, Teams und kleine Unternehmen

Angebot: Der Online-Speicher-Anbieter Box vergibt 10 GB Speicher gratis. Hier ist die maximale Dateigröße für den Upload auf 250 MB beschränkt. Bei 100 GB Speicher und 5 GB maximaler Dateigröße kostet der Dienst 8 Euro im Monat. Box bietet mit der Software Sync 4 eine Synchronisation mit Windows und Mac OS an. Darüber hinaus gibt es Apps für mobile Geräte und auch Anwendungen wie zum Beispiel für Microsoft Office. In der Business-Variante kostet der Dienst pro Benutzer 12 Euro im Monat mit einem TB freiem Speicher, wobei man mindestens drei Benutzer anmelden muss. Darüber hinaus hat Box noch weitere Angebote für kleine Teams und größere Unternehmen im Programm.

Serverstandort: USA

Geeignet für: Nutzer mit viel Speicherbedarf, die es nicht stört, ihre Daten in den USA abzulegen


5. Amazon Cloud Drive

Amazon Cloud Drive: 5 GB sind kostenlos, Platz gibt es bis zu einem Terabyte

Amazon Cloud Drive: 5 GB sind kostenlos, Platz gibt es bis zu einem Terabyte

Angebot: Amazon Cloud Drive kommt mit 5 GB kostenlosem Speicher daher. Amazon bietet eine Preisstaffel für die Erweiterung bis zu einem Terabyte an. Auch Amazon bietet standardmäßig Programme für Windows, Mac und Mobilgeräte. Für Geschäftskunden stellt Amazon mit seinem Dienst S3 Speichervolumen hauptsächlich für die Firmen zur Verfügung, die Online-Speicher über eine Programmierschnittstelle in Ihre Anwendung integrieren wollen. Dazu kommt, dass Amazon den Cloud-Speicher nutzungsabhängig abrechnet.

Serverstandort: Mehrere, EU (Irland)

Geeignet für: Für Nutzer des Amazon Kindle eine gute Option; der Dienst S3 ist für professionelle Entwickler und Dienstanbieter vorgesehen.


6. Mediencenter der Deutschen Telekom

Mediencenter der Telekom: 25 GB sind hier kostenlos

Mediencenter der Telekom: 25 GB sind hier kostenlos

Angebot: Im Mediencenter der Deutschen Telekom gibt es 25 GB kostenlosen Speicher. Mit dem Tarif MAIL & CLOUD M lässt sich der Online-Speicher für 4,95 Euro im Monat auf 50 GB erweitern, im Tarif MAIL & CLOUD L für 9,95 Euro im Monat auf 100 GB. Mit der Mediencenter Software kann man Windows und verschiedene mobile Geräte synchronisieren. Für Mac-User gibt es eine Anleitung, wie man das Mediencenter unter Mac OS X einrichtet. Im Business-Bereich verweist die Deutsche Telekom über ihren Business Marketplace auf andere Anbieter wie zum Beispiel Strato mit HighDrive Pro oder die Business-Variante von Box.

Serverstandort: Deutschland

Geeignet für: Nutzer mit viel Speicherbedarf und Vertrauen in die Telekom. Für Privatnutzer gibt es hier den meisten kostenlosen Speicher.


7. GMX MediaCenter und Web.de

GMX Media Center: Für die Nutzer des E-Mail-Dienstes gibt es andere Tarife

GMX Media Center: Für die Nutzer des E-Mail-Dienstes gibt es andere Tarife

Angebot: Das GMX MediaCenter und auch Web.de, beide von United Internet, bieten 2 GB kostenlosen Speicher, den man mit der Nutzung von Apps insgesamt auf 10 GB erweitern kann. Bei beiden kosten zusätzliche 20 GB 1,99 Euro, 50 GB 4,99 Euro und 100 GB 9,99 Euro im Monat. Zusätzlich bieten GMX MediaCenter und Web.de noch weitere Tarife für die Nutzer des eigenen E-Mail-Dienstes an. United Internet wirbt bei seinen Diensten mit der Einhaltung des deutschen Datenschutzrechts.

Serverstandort: Deutschland

Geeignet für: GMX-und Web.de-Kunden und diejenigen, die Wert auf einen deutschen Standort legen.


8. Apple iCloud

iCloud: Besitzer von Apple-Geräten bekommen 5 GB kostenlosen Online-Speicher

iCloud: Besitzer von Apple-Geräten bekommen 5 GB kostenlosen Online-Speicher

Angebot: Apple bietet mit der iCloud für Besitzer von Apple-Geräten 5 GB kostenlosen Online-Speicher an, wobei man diesen Speicher ebenfalls erweitern kann. Mit iCloud Drive hat Apple gerade einen Dropbox-ähnlichen Dienst angekündigt und die iCloud-Preise angepasst. 20 GB sollen jetzt 0,99 Dollar im Monat kosten, 200 GB 3,99 Dollar. Die iCloud muss zuerst auf einem iOS- oder OS-X-Gerät eingerichtet werden.

Serverstandort: USA

Geeignet für: Das Angebot richtet sich ausschließlich an Apple-Kunden.


9. Open Source: OwnCloud und Co.

Owncloud.org (Screenshot): Hier braucht man Webspace bei einem Provider

Owncloud.org (Screenshot): Hier braucht man Webspace bei einem Provider

Angebot: Als Alternative zu den etablierten Cloud-Speicher-Anbietern gibt es die Möglichkeit, mithilfe von kostenlosen Open-Source-Lösungen wie zum Beispiel Owncloud selbst einen Online-Speicher zu erstellen. Hierzu benötigt man aber Webspace bei einem Internetprovider. Wer das komplizierte Setup scheut, kann entweder einen Anbieter wählen, der OwnCloudvorinstalliert hat, oder mit OwnCubedas Setup bei einem Provider seiner Wahl automatisiert erledigen lassen.

Serverstandort: Nach Wahl - zum Beispiel bei Ihnen zuhause

Geeignet für: Fortgeschrittene, die den etablierten Anbietern nicht vertrauen.

Weitere Alternativen zu den etablierten Diensten und Tipps für die eigene, sichere Cloud lesen Sie hier.



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insgesamt 17 Beiträge
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Seite 1
gorkamorka 27.06.2014
1.
Zitat von sysopCorbisMusik, Filme, E-Books - auf Wunsch lassen sich solche Dateien einfach online speichern. Je nach Datenmenge ist das sogar kostenlos. Wir haben eine Auswahl von Cloud-Speicher-Angeboten verglichen. http://www.spiegel.de/netzwelt/web/kostenlose-cloud-speicher-angebote-im-vergleich-a-964273.html
Der Beste Anbieter ist leider nicht dabei. MEGA. 50GB kostenlos, Serverstandort Deutschland.
Mark_Ellos_1 27.06.2014
2. Bin bei Google Drive
Sehr zu empfehlen, top performance und features. Derzeit 12 von meinen 150 GB (Durch Chromebook und Smartphones Speicher erweitert) belegt mit Bildern und Dokumenten. Aber die anderen haben sicher auch ihre Vorteile. Jeder soll das nutzen was ihm am besten gefällt! :)
mactor2 27.06.2014
3. Mega?
Was ist mit dem interessantesten Online-Cloud Speicher MEGA? Der ist schließlich im Gegensatz zu allen anderen oben genannten Verschlüsselt!
googlefanboy 27.06.2014
4. Google Drive
Google Drive wegen der mächtigen online Office-Suite.
matokla 27.06.2014
5. In der heutigen Zeit...
...kann der Profi nur zu Punkt 9 raten. Und das auch nur, wenn nicht wie im Artikel empfohlen, 'Webspace beim Provider' gebucht wird, sondern für diesen Einsatz ein physikalischer Root-Server gemietet, bzw. eine eigene, selbst zusammengebaute Maschine bei einem Hoster eingestellt wird. Ich muss mir schon um die Sicherung der Transportwege der Daten Sorgen genug machen, da hätte ich zumindest bei der Datenhaltung gern 100% Kontrolle.
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