Krank durch Konsolen Vom Nintendo-Nacken zum Wii-Wehwehchen

3. Teil: Eiternde Nintendinitis


Eiternde Nintendinitis (2000)

Nintendinits: Fotos der verletzten Nintendo-Spielerin

Nintendinits: Fotos der verletzten Nintendo-Spielerin

Zum Kinderarzt Guan Koh im australischen Thuringowa kommt im Sommer 2000 ein 9-jähriges Mädchen mit einer merkwürdigen Verletzung auf der rechten Handfläche: eine vereiterte Fläche mit 6 Millimetern Durchmesser, umgeben von einem geröteten Rand.

Koh befragt das Mädchen, es stellt sicht heraus: Ihre zwei Cousins sind die Sommerferien über zu Besuch, haben eine Nintendo-64-Konsole mitgebracht. Und sie spielen zu dritt "Mario Party" - zwei Stunden am Stück. Das Mädchen schlägt mit der Handfläche auf den Joystick. Die Folgen muss Kinderarzt Koh behandeln. Seine Behandlung: 14 Tage Spielverbot und zweimal täglich gewechselte Verbände mit antiseptischer Salbe.

Guan Koh hat auch einen Namen für diese Erkrankung: "Eiternde Nintendinitis" - so die Überschrift seines Beitrag im "Medical Journal of Australia", erschienen im Dezember 2000. Der Beitrag endet mit dem Aufruf: "Wir empfehlen, dass alle Ärzte, die einen Patienten mit ungewöhnlichen Handverletzungen, Epilepsie oder Bewegungskrankheit behandeln, fragen: 'Spielen Sie interaktive Computerspiele?'"



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