Betrugsmasche in den USA Neue Bankkarte, alter Chip

Wenn viel Geld zu holen ist, scheuen Kriminelle keinen Aufwand: Beim Betrug mit Bankkarten gilt das ganz besonders. Ein Sicherheitsexperte berichtet nun vom einem ganz perfiden Trick der Abzocker.

Bankkarten (Symbolbild)
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Bankkarten (Symbolbild)


Der amerikanische Secret Service ist nicht nur für den Schutz des US-Präsidenten zuständig, sondern beschäftigt sich auch mit dem Thema Finanzkriminalität. In dieser Rolle hat die Behörde vergangenen Monat offenbar verschiedene Finanzfirmen auf eine neue Betrugsmasche mit chipbasierten Bankkarten hingewiesen. Das schreibt der Tech-Journalist Brian Krebs in seinem Blog "Krebs on Security".

Die Betrugsmasche besteht Krebs' Zusammenfassung zufolge darin, dass Kriminelle an große Firmen gesendete Bankkarten-Sets bei der Post abfangen, deren Chips ausbauen und stattdessen Chips aus alten oder ungültigen Bankkarten einsetzen. Die derart abgefangenen neuen Chips werden wiederum in alte Bankkarten eingesetzt. Die manipulierten Karten werden dann an ihre Empfänger weitergeschickt.

Aktivieren die rechtmäßigen Empfänger die manipulierten Karten dann mit ihren Daten - erst dann funktionieren sie -, können die Kriminellen mithilfe der auf dem Postweg ausgebauten Chips Geld vom zugeordneten Konto abheben.

Kriminalität per Heißluftfön

Um die Chips entfernen zu können erwärmen die Betrüger den Klebstoff, mit dem diese auf den Karten befestigt ist, zitiert Krebs aus der Secret-Service-Warnung. Erkennen lasse sich die Masche daher möglicherweise an Hitzeschäden rund um den Kartenteil herum, in dem der Chip befestigt ist. Auch ein kleines Loch im Plastik könne darauf hindeuten, dass der Chip ausgetauscht wurde.

Krebs zufolge verrät der Secret Service in seiner Warnung nicht, wie genau die Karten-Pakete bei der Post abgefangen werden. Eventuell könnten Postmitarbeiter in die Masche involviert sein, mutmaßt der Experte. Ein anderer Weg bestünde darin, dass die Betrüger Zugriff auf die Postfächer von Unternehmen haben, die Bankkarten in Großpackungen zugeschickt bekommen.

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mbö



insgesamt 8 Beiträge
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Seite 1
tutnet 06.04.2018
1. Ohne PIN geht es trotzdem nicht
und den PIN werden die Jungs kaum kennen. Nach dreimaliger Falscheingabe ist die Karte gesperrt. Einzige denkbare Möglichkeit, daß die rechtmäßigen Karteninhaber dann, weil die Karte nicht geht, einen neuen PIN angefordert haben, der per Post zugeschickt wurde und dieser Brief ebenfalls angefangen wird. Dann müßte ein Postmitarbeiter involviert sein, oder der Firmenangehörige, der das Postfach leert.
curiosus_ 06.04.2018
2. Wie steht bei...
Zitat von tutnetund den PIN werden die Jungs kaum kennen. Nach dreimaliger Falscheingabe ist die Karte gesperrt. Einzige denkbare Möglichkeit, daß die rechtmäßigen Karteninhaber dann, weil die Karte nicht geht, einen neuen PIN angefordert haben, der per Post zugeschickt wurde und dieser Brief ebenfalls angefangen wird. Dann müßte ein Postmitarbeiter involviert sein, oder der Firmenangehörige, der das Postfach leert.
...Wikipedia ("Bankkarte"): Sie ermöglicht es ihrem Besitzer, Geld von seinem Konto abzuheben, und zwar: ... - am Schalter der jeweiligen Bank in Verbindung mit PIN, Ausweis *oder Unterschrift* Unterschrift genügt.
louis-xiv 06.04.2018
3. Das Abfangen von Briefen ist in den USA relativ leicht, ....
denn viele Briefkästen sind von außen zugänglich. So wurden (und werden?) Schecks der Sozialversicherung regelmäßig abgefangen, denn der Zahlungszeitpunkt war bekannt.
ja-und? 06.04.2018
4. In USA haben viele Karten keinen PIN als zusätzliche Sicherheit
#tutnet dein Kommentar ist nicht richtig. Diese Betrugsmasche funktioniert, weil in USA das PIN-Verfahren nicht etabliert ist. Karten werden ohne PIN akzeptiert.
eldoloroso 06.04.2018
5. Jein
Zitat von tutnetund den PIN werden die Jungs kaum kennen. Nach dreimaliger Falscheingabe ist die Karte gesperrt. Einzige denkbare Möglichkeit, daß die rechtmäßigen Karteninhaber dann, weil die Karte nicht geht, einen neuen PIN angefordert haben, der per Post zugeschickt wurde und dieser Brief ebenfalls angefangen wird. Dann müßte ein Postmitarbeiter involviert sein, oder der Firmenangehörige, der das Postfach leert.
Tach, Die Amis, in Sachen Zahlungsverkehr immer noch in der Steinzeit, haben zwar gewisse Banken, die ihre EMC-Lösung mit Chip+PIN anbieten. Aus "Kundengewohnhiet" aber bieten viele Banken auch CHip+Autogramm an - was natürlich vom Sicherheitsaspekt her komplett nutzlos ist.
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