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Kunst im Netz: Die 13 schönsten Avatare

Die 13 großformatigen Porträts, die die New Yorker Postmasters Gallery gerade ausstellt, zeigen nur bedingt lebende Personen: Sie sind Avatare aus "Second Life", Stellvertreter unbekannter Menschen. Und, so sagen ihre virtuellen Fotografen, sie sind die Schönsten ihrer Art.

Desire Strangelove, Lanai Jarrico und Xavier Nielson gehören zu den Auserwählten. Porträts der drei sind derzeit in der "Postmasters Gallery" in New York ausgestellt. Desire hat rote Haare und einen Schmollmund, Lanai trägt einen rosa Schleier über ihrer Nase und Xavier hält seine Augen geschlossen.

Perfekte Posen virtueller Modells vor einer nicht wirklich existenten Kamera, die trotzdem Bilder machte - in der Parallelwelt "Second Life". Wer die Modelle wirklich sind, weiß niemand - noch nicht einmal, was für ein Geschlecht sie wirklich haben. Die schönsten Frauen in "Second Life", so heißt es, seien oft genug Männer.

Doch wie auch immer: Die ausgewählten Modelle gehören nach Meinung des Künstlerehepaars Eva und Franco Mattes zu den hübschesten, den "13 Most Beautiful Avatars". Das Duo durchstöberte ein Jahr lang die Online-Welt und lud die schönsten der Schönen zu virtuellen Fotosessions. Leider wurde SPIEGEL-ONLINE-Avatarin Sponto dabei einfach übersehen.

Eva und Franco Mattes, auch bekannt unter dem Pseudonym 0100101110101101.ORG, gelten als Pioniere der "Net Art". Sie machen gerne mit ungewöhnlichen Aktionen von sich reden: So schockten sie vor knapp drei Jahren die Wiener Bevölkerung, indem sie behaupteten, die Firma Nike wolle den Karlsplatz der österreichischen Hauptstadt in "Nikeplatz" umbenennen. Der Sportartikelhersteller war davon übrigens genauso überrascht.

Das neue Avatar-Projekt wurde von den beiden Künstlern während eines Aufenthalts an der Columbia University erdacht. "Das sind irgendwie schon Fotos von Selbstporträts", sagte Franco Mattes dem New Yorker Magazin "Radar". Schließlich kreieren die Nutzer ihre Avatare selbst. Nach einem Bericht des "Sidney Morning Herald" sind während der Ausstellung viele der Bilder verkauft worden - für 8500 US-Dollar pro Stück.

Dass ausgerechnet 13 Pixel-Schönheiten ausgewählt wurden, ist nach Angaben der Galerie als eine Hommage an Andy Warhol zu verstehen. Er hatte in den sechziger Jahren Porträtserien wie "13 Most Beautiful Boys" und "13 Most Beautiful Women" erstellt.

Die für die Ausstellung ausgewählten Porträts sind nur ein Ausschnitt aus dem "Second-Life"-Projekt von 0100101110101101.ORG. Weitere Bilder sind auf der Homepage des Künstlerpaares sowie auf der Website der Postmasters Gallery zu sehen.

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Kunst in "Second Life": Die 13 schönsten Avatare

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