Landeskriminalamt ermittelt Kinderpornos bei Napster

Als Ende 2000 Bertelsmann bei der Internet-Tauschbörse Napster einstieg, schienen die rauen Zeiten für Shawn Fannings Firma vorbei. Nun gerät Napster vom Regen in die Traufe: Das LKA Bayern ermittelt wegen Verdachts auf Kinderpornos.


Napster steht wieder Ärger ins Haus

Napster steht wieder Ärger ins Haus

München - Wegen der Verbreitung von Kinderpornografie über die Internet-Musikbörsen Napster und Gnutella ermittelt das Bayerische Landeskriminalamt (LKA). Das bestätigte ein Sprecher des LKA am Dienstag in München. Einzelheiten wollte der Sprecher aber nicht nennen. Erst vor wenigen Wochen hatte der niedersächsische Verfassungsschutz berichtet, Napster habe sich zur zentralen Plattform für den Austausch rechtsextremistischer Musik entwickelt.

Nicht nur illegal kopierte Filme und Softwarepakete, sondern auch Bilder und Videos mit eindeutig kinderpornografischem Inhalt würden über Napster und Gnutella zum Herunterladen per Mausklick angeboten, berichtet das Online-Magazin "Computer Channel". Noch einfacher sei es, über den so genannten Filesharing-Service MyNapster an solche Daten heranzukommen.

Nach Angaben des niedersächsischen Verfassungsschutzes können über die Tauschbörse zum Beispiel Rechtsextremisten Musiktitel verbreiten, in denen zum Mord aufgerufen wird. Der Bertelsmann-Konzern, der erst im Oktober eine strategische Allianz mit Napster eingegangen war, verurteilte den Missbrauch der Musikbörse zur Verbreitung von Hass und Gewalt.



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