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Lebenserleichternde Apps: Packen Sie Ihren Krempel in die Wolke!

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Das Internet macht aus uns keine besseren Menschen - aber zumindest welche, die nicht andauernd wichtige Unterlagen verschlampen. Wer Apps und Web-Dienste richtig nutzt, spart eine Menge Zeit und gewinnt Lebensqualität.

Wolkenformation, Antenne: Cloud Apps sparen cerebralen Speicherplatz Zur Großansicht
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Wolkenformation, Antenne: Cloud Apps sparen cerebralen Speicherplatz

Von Sherlock Holmes lernen, heißt siegen lernen: Arthur Conan Doyles Meisterdetektiv hatte stets alle wichtigen Fakten parat, und sein Gedächtnis arbeitete so zuverlässig wie ein Google-Serverpark.

Was den Romanhelden dennoch sympathisch macht: Er war ein schlimmer Chaot. Sein Freund Watson berichtet, Baker Street 221b sei "mit Manuskripten vollgestopft" gewesen, "die man nicht verbrennen durfte". Überall stapelte sich Papier. Holmes hatte panische Angst davor, Dokumente wegzuwerfen, die er später vielleicht noch einmal brauchen könnte. Und er hasste Aufräumen.

Holmes, das merkt man, war einer von uns.

Fein säuberliches Archivieren oder Auswendiglernen von Informationen, das wusste das Genie von Marylebone, sind nur etwas für mindere Geister. Einem Genie wie ihm war Ordnung gar nicht zuzumuten.

Nun haben die meisten von uns kein so großes Gehirn wie der fiktive Meisterdetektiv - doch wir haben das Internet. Und wir besitzen seit einigen Jahren die Wolke: einen Datenspeicher irgendwo im Netz, auf den wir von überallher zugreifen können - via PC, Tablet oder Handy.

Informationen blitzschnell aus dem Hut zaubern

Unordentlich, chaotisch, aber dennoch stets in der Lage, die gerade relevanten Informationen aus der Deerstalker-Mütze zu zaubern: So kann jeder ein kleiner Holmes sein.

Oder besser: könnte. Erstaunlich ist, wie wenige Menschen diese Möglichkeiten nutzen. Dabei ist die Anwendung der meisten Apps kinderleicht, die Kosten sind vernachlässigbar, der Produktivitätsgewinn ist immens. Selbst Watson könnte das.

Bevor wir Ihnen im Folgenden einige der besten Helferlein vorstellen, zunächst noch ein paar allgemeine Tipps.

Ablage war gestern: Sie haben über Jahre gelernt, dass man digitale Dokumente ordentlich ablegen muss, damit man sie später wiederfindet.

Damit ist jetzt Schluss. Die wichtigste Maxime der Holmes-Methode lautet: keine Ordner mehr. Fast jeder Rechner und jedes E-Mail-Programm verfügt heute über eine Volltext-Suchfunktion, mit der Sie in Echtzeit Mails oder Word-Dokumente finden können. Mit Hilfe der unten beschriebenen Webapps funktioniert dies auch bei Bildern, PDFs oder Grafiken.

Sie müssen fortan nur noch "Steuererklärung 2009" eintippen. Den Ordner Privat/Finanzen/Steuer/2009 (und die hundert anderen) können sie getrost einmotten. Wie Sherlock Holmes dürfen sie fortan alles achtlos in die Ecke pfeffern.

Inhalte mit einem Klick in die Wolke schießen

Klick und weg: Dank der Web-Wolke können Sie Dokumente schneller archivieren, als Holmes an seiner Pfeife ziehen kann. Für viele der unten aufgeführten Dienste gibt es einen Lesezeichen-Button, den man im Webbrowser installieren kann oder eine E-Mail-Schnittstelle. Über diese Helferlein können Sie Inhalte mit einem Klick in die Wolke schießen.

Die armen Bäume: Es gibt immer noch einige Maschinenstürmer (Holmes hätte gesagt: Ludditen), die Papier verschicken. Doch Papier ist der Feind der Wolke - denn man kann es nicht automatisch indexieren und durchsuchen. Besorgen Sie sich deshalb einen Multifunktionsdrucker mit automatischem Einzug. Jagen Sie alle Dokumente, die Sie später vielleicht noch einmal brauchen, durch diesen Scanner, kippen Sie die Kopien in die Wolke - und dann weg mit dem Altpapier.

Nicht nur Watson liest mit: Wer Angst hat, dass andere mitlesen, für den ist die Web-Wolke nichts. Wer Hunderte Megabytes Daten auf diversen Servern auf der ganzen Welt speichert, muss eine gewisse Wurstigkeit an den Tag legen. Denn ganz sicher lesen da welche mit.

Das sollte man sich klarmachen, bevor man seine Daten in die Wolke kippt: "Wenn es etwas gibt, von dem du nicht willst, dass es jemand weiss, solltest du es vielleicht gar nicht erst tun", sagte Googles Ex-Boss Eric Schmidt. Für Daten in der Wolke gilt: Wenn es etwas gibt, von dem du nicht willst, dass es jemand weiß, dann schreib es lieber in ein Notizbuch aus Papier. Das ist vermutlich sicherer als jede Verschlüsselungstechnologie.

Und hier jetzt die besten Apps fürs produktive Wolkengehirn:

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insgesamt 76 Beiträge
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    Seite 1    
1. jo
HuFu 10.04.2011
Zitat von sysopDas Internet macht aus uns keine besseren Menschen - aber zumindest welche, die nicht andauernd wichtige Unterlagen verschlampen. Wer Apps und Webdienste richtig nutzt, spart eine Menge Zeit und gewinnt Lebensqualität. http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,753765,00.html
Daten heissen jetzt also "App". Aha. Sorry, Leute. Ich falle auf Eure Werbeformen nicht rein! Daten sind immer noch Daten sind immer noch Daten. Ein Anwendung immer noch eine Anwendung.
2.
madoschilus 10.04.2011
Zitat von HuFuDaten heissen jetzt also "App". Aha. Sorry, Leute. Ich falle auf Eure Werbeformen nicht rein! Daten sind immer noch Daten sind immer noch Daten. Ein Anwendung immer noch eine Anwendung.
Ich glaube: Apps sind Apps sind Anwendungen, Daten sind Daten und Webdienste sind Webdienste!
3. Genau
marasek, 10.04.2011
Pfeffern Sie Ihre Daten einfach in die Ecke. Ich schlage vor, dass SPON seine Kategorien abschafft, überhaupt die ganze Seite, bis auf ein Eingabefeld. Ich suche nach Westerwelle und voilà, ich finde alles zu Westerwelle. Ich werd zwar nie den Artikel finden, zu dem mir der passende Suchbegriff nicht einfällt, aber sei's drum. Und natürlich packe ich meine sensiblen Daten in die Cloud. Sollte man halt nicht machen, wenn es einem was ausmacht, dass jemand mitliest, aber blah laber fasel die Ehefrau könnte ja auch mitlesen. Ausserdem: wenn die Daten weg sind, weil die jeweilige Firma pleite ist / den Dienst eingestellt hat, juckt es auch nicht mehr! Kann man eigentlich von selbst Vormundschaft beantragen? Ich finde den ganzen Kram mit Kontoführung etc. so mühsam, kann das nicht jemand anders für mich machen?
4. Erfahrungen mit der Cloud
hugom23 10.04.2011
Daten sind Daten, aber womit verwalten / ansehen ... - mit Anwendungen ?? Und wer wie ich zB Evernote und Dropbox nutzt weiß, dass diese Daten auch lokal vorhanden sind und auch lokal gelesen werden können, wenn der Dienst weg ist - damit auch persönlich sicherbar. Und handelt es sich bei jedem Rezept / HowTo / Notiz wirklich um sensible Daten ? Dafür gibt es andere Lösungen, stand auch so im Beitrag. Wer glaubt das alle Nutzer von Clouddiensten nicht differenzieren können kann es wohl irgendwie selbst nicht - oder ?
5. Strategie gegen StaSi-Epigonen
avollmer 10.04.2011
Je mehr Menschen ihre Daten in die Wolke kippen und je mehr Menschen sich dabei mit Menschen- und Bürgerrechten, Subkultur, Sexualität jenseits des Mainstreams und anderen Aktivitäten beschäftigen, die der staatlichen Überwachungsindustrie beobachtenswert erscheinen, desto mehr Überwacher braucht dieses System. Es gibt dann einen Punkt ab dem nicht mehr genug Kapazität vorhanden ist um sowohl die Überwachung als auch die Analyse zu betreiben. Die Schlapphut-Aktivität wird zum "rat race", wenn sie gemeinsam mit Google und den Cloudhostern versuchen den Server- und Festplattenmarkt leerzukaufen und sich um die zusätzlich nötige Bandbreite zu streiten.
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Stichwort: Cloud Computing
Prinzip
Das Endgerät ist beim Cloud Computing nur ein Fenster auf einen stets aktuellen Datenbestand. Wer am Rechner einen Termin einträgt, sieht ihn später auch beim Blick in den Handy-Kalender, wer mobil einen Kontakt einträgt, kann ihn später am PC abrufen - immer nur online, versteht sich. Das Gleiche gilt für Adressbücher, E-Mails, online abgelegte Fotos, Dokumente und so weiter.
Anbieter
Viele Anbieter versuchen derzeit, sich als erste Adresse für den Zugang zur Datenwolke zu positionieren. Dazu gehören beispielsweise Google, Microsoft, der Hardware-Hersteller Apple mit MobileMe und der Handy-Produzent Nokia mit seinem Dienst Ovi. Auch Vodafone will künftig stärker auf Netzdienste setzen.
Business-Funktionen
Für Unternehmen hat Cloud Computing eine weitere Bedeutung: Sie können rechen- oder datenintensive Aufgaben an Datenzentren auslagern, gewissermaßen Rechner - oder Speicherkapazität in der Wolke nach Bedarf für bestimmte Aufgaben anmieten. Vorreiter ist hier Amazon mit seinen Web Services (AWS), etwa dem Speicherdienst S3. Es gibt aber auch zahlreiche andere Anbieter, etwa die Plattform Force.com von Salesforce.


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