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LeFloid interviewt Merkel: Muttis Liebling

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LeFloid vor dem Kanzleramt: Am Freitag interviewt er Angela Merkel Zur Großansicht
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LeFloid vor dem Kanzleramt: Am Freitag interviewt er Angela Merkel

Am Freitag darf LeFloid die Bundeskanzlerin befragen. Unter Jugendlichen ist der YouTuber ein Star, viele Erwachsene haben nie von ihm gehört. Vier Fragen und Antworten zum Videomacher.

1. Muss man diesen LeFloid kennen?

Will man im Gespräch mit Jugendlichen nicht als jemand aus einer völlig anderen Lebensrealität auffallen, dann ja. LeFloid, der Freitag Angela Merkel interviewen darf, heißt eigentlich Florian Mundt, ist 27 und macht Videos für YouTube. LeFloids Videokanal existiert seit 2007, damit zählt er zu den dienstältesten deutschen YouTubern.

Der Kanal kommt mittlerweile auf 2,6 Millionen Abonnenten, er ist damit das viertbeliebteste deutsche Angebot. Die meisten Zuschauer von LeFloid sind 16 bis 24 Jahre alt. Auf Facebook hat der Videomacher 621.000 Fans, bei Twitter 565.000 Follower - das sind Größenordnungen wie bei bekannten Nachrichtenseiten.

Die neuesten Videos von LeFloid kommen regelmäßig auf mehr als eine Million Abrufe, ältere Clips mit klickträchtigen Vorschaubildern und Titeln wie "Vormittags Schülerin - abends Hure" oder "Künstler nagelt Hoden am Boden fest" sammelten bis zu drei Millionen Klicks.

Obwohl LeFloid auch Videos zu Gaming-Themen macht und zwei weitere Kanäle betreibt, dürften ihn die meisten Nutzer mit dem Format "LeNews" verbinden. Darin präsentiert und kommentiert er jeden Montag und Donnerstag fünf bis acht Minuten lang eine Handvoll Nachrichtengeschichten. Die Bandbreite der Themen reicht von politischen Krisen über die Impfpflicht bis hin zum Leben auf dem Mars.

LeFloid pickt sich aus diversen Nachrichtenquellen vor allem das heraus, was Weitererzählpotenzial für den Pausenhof oder den Hörsaal hat. Damit eine Meldung für "LeNews" taugt, muss sie wohl mindestens den Blutdruck des Präsentators in die Höhe treiben. Das Format ist hochsubjektives Boulevard-TV, nur ohne Promiklatsch.

2. Warum ist LeFloid so beliebt?

Mit seiner Basecap und einem Stormtrooper-Kostüm hinter sich hat LeFloid einen Coolness-Bonus gegenüber allen Nachrichtensprechern, die sich mit gepudertem Gesicht abmühen, möglichst fehlerfrei in die Kamera zu sprechen. Wenn LeFloids Satzbau mal scheitert, ist das nicht peinlich, sondern authentisch und Teil des Konzepts, zu dem auch das Stimme-Verstellen und übertriebenes Gestikulieren gehören.

In den bewusst hektisch geschnittenen "LeNews"-Clips ist LeFloids Rolle als empörter und leicht verwirrter Nerd so überzeichnet, dass man sie fast zwangsläufig unterhaltsam oder aber auf faszinierende Art unerträglich findet. Beides ist ein guter Vorwand, die Clips anzuschauen und LeFloid zu beobachten, wie er sich etwa ob der Dummheit von Politikern wieder einmal die Hand vors Gesicht schlägt.

Beim Publikum sammelt LeFloid aber auch auf weniger polemischen Wegen Sympathien: So fordert er nach fast jeder Meldung auf, das Thema zu kommentieren. Er inszeniert seine Meinung als Anlass für eine Diskussion und nicht deren Ende. Da ist es konsequent, dass er der Kanzlerin weniger seine Fragen stellen will, als solche, die ihm Fans unter dem Hashtag #NetzFragtMerkel vorgeschlagen haben.

Screenshot aus einem LeFloid-Clip: Mit Basecap und Stormtrooper Zur Großansicht

Screenshot aus einem LeFloid-Clip: Mit Basecap und Stormtrooper

Im Oktober hatte sich LeFloid öffentlichkeitswirksam vom Vermarktungsnetzwerk Mediakraft getrennt, das mancher Zuschauer für den Inbegriff der Kommerzialisierung von YouTube hält. Zudem ist LeFloid im Vorstand des Vereins 301+, der sich für originelle Videoinhalte stark machen will. Zusammen mit "stern TV" startete er im Mai die Anti-Mobbing-Kampagne #NoHate.

Bei Medienschaffenden punktet LeFloid durch Interviews und Auftritte wie etwa auf der re:publica, bei denen er sich sehr selbstreflektiert präsentiert. So nimmt ihm auch kaum jemand übel, dass er als unabhängiger Kommentator von der Vertrauenskrise der traditionellen Medien wohl eher profitiert - obwohl er selbst Medieninhalte zitiert.

3. Wieso darf ausgerechnet LeFloid die Kanzlerin interviewen?

Politikern fällt es schwer, junge Menschen zu erreichen. Durch ein Gespräch mit LeFloid, das anschließend im Netz landet, hat Angela Merkel die Chance, sich bei Hunderttausenden YouTube-Nutzern anzubiedern oder zumindest als netzaffin darzustellen. Eine ähnliche Idee hat schon US-Präsident Barack Obama umgesetzt. Er traf sich im Januar gleich mit drei beliebten Videomachern.

Dass Angela Merkel - deren Regierung mittlerweile einen Facebook-Auftritt hat - ausgerechnet LeFloid ein Interview gibt, erklärt sich durch die deutsche YouTuber-Szene. Dort sind Videomacher, die sich überhaupt mit politischen Themen beschäftigen, rar, und kein anderer ähnlicher Kanal erreicht eine solche Reichweite wie LeFloid. Beliebt sind hierzulande vor allem Kanäle, in denen es um Videospiele, Kosmetiktipps, Beziehungsthemen oder Sketche geht.

Mit LeFloid als Interviewer weiß Merkels Presseteam, was es bekommt: Man kann sich vergleichsweise sicher sein, dass er in Gegenwart der Kanzlerin keine Peniswitze macht, keine Markenprodukte ins Bild schmuggelt oder vor Nervosität zu kichern anfängt.

4. Kann LeFloid von seiner Arbeit leben?

Ja. LeFloid ist Vollzeit-YouTuber, das Konzipieren, Drehen und Schneiden der Videos sein Beruf. Er verdient sein Geld unter anderem dadurch, dass YouTube ihn an den Werbeeinnahmen beteiligt, die seine Clips generieren. Zusätzlich entwickelt er ein Format für das kommende Jugendangebot von ARD und ZDF und wirbt für die Techniker Krankenkasse. Seinen letzten Studentenjob hatte LeFloid nach eigenen Angaben Weihnachten 2012.

Nach seiner Trennung von Mediakraft ist LeFloid seit Kurzem beim zu ProSiebenSat.1 gehörenden Netzwerk Studio71 unter Vertrag. Die YouTube-Netzwerke helfen den Kreativen bei der Vermarktung, Finanzierung und Produktion von Videos, bekommen im Gegenzug aber einen Anteil der Umsätze.

LeFloid auf der re:publica: Ein beliebter Ansprechpartner auch fürs öffentlich-rechtliche Fernsehen
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LeFloid auf der re:publica: Ein beliebter Ansprechpartner auch fürs öffentlich-rechtliche Fernsehen

Im Vergleich zu professionellen Nachrichtensendungen oder TV-Magazinen sind Sendungen wie "LeNews" oder Videospiel-Mitschnitte viel günstiger zu produzieren. Bei "LeNews" zum Beispiel gibt es kein Redaktionsteam im Hintergrund, was man LeFloid allerdings von Zeit zu Zeit wünschen würde. Etwa dann, wenn er mal eine dubiose Quelle heranzieht oder - wohl versehentlich - eine mehrere Jahre alte Geschichte über die sogenannte Sauerland-Gruppe als aktuelle News präsentiert. "Ich bin bloß eine Ein-Mann-Armee", erklärte er vor einigen Wochen dem SPIEGEL.

Für sein Merkel-Interview bekomme er kein Geld, schreibt der YouTuber auf Facebook. Das Video des Gesprächs soll kommenden Montag in LeFloids Kanal veröffentlicht werden.

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 53 Beiträge
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1.
ra.wiesehoefer 10.07.2015
na ja die überschrift sollte wohl lauten " interviewen muss " und nicht " darf "
2. Viel geschrieben, wenig Inhalt
robinchen001 10.07.2015
In dem Artikel steht das gleiche drin, wie im letzten "LeFloid interviewed Merkel" Artikel am Montag. Wieso wird eigentlich nie erwähnt das er Psychologie studiert? Ursprünglich mal Chirurg werden wollte? Das einzige was ich aus diesen Artikeln immer herauslese ist, das LeFloid in hyperaktiver Nerd ist. Wieso werden heute immernoch junge Menschen als Nerds bezeichnet, weil Sie wie er eben Computerspielen, obwohl das Normalität in dem Alter ist? An die 60+ Generation die sein Gezappel nervt. Ob ihr es glaubt oder nicht, Leute in dem Alter die noch überschüssige Lebensenergie haben, gestikulieren auch etwas mehr als z.B. Frau Merkel. ~ von einer 21-Jährigen die das herabwürdigen von Jugendlichen und die Annahme das alle jungen Leute nix im Kopf haben langsam echt nervt.
3. Viel geschrieben, wenig Inhalt
robinchen001 10.07.2015
In dem Artikel steht das gleiche drin, wie im letzten "LeFloid interviewed Merkel" Artikel am Montag. Wieso wird eigentlich nie erwähnt das er Psychologie studiert? Ursprünglich mal Chirurg werden wollte? Das einzige was ich aus diesen Artikeln immer herauslese ist, das LeFloid in hyperaktiver Nerd ist. Wieso werden heute immernoch junge Menschen als Nerds bezeichnet, weil Sie wie er eben Computerspielen, obwohl das Normalität in dem Alter ist??? An die 60+ Generation die sein Gezappel nervt. Ob ihr es glaubt oder nicht, Leute in dem Alter die noch überschüssige Lebensenergie haben, gestikulieren auch etwas mehr als z.B. Frau Merkel. ~ von einer 21-Jährigen die das herabwürdigen von Jugendlichen und die Annahme das alle jungen Leute nix im Kopf haben langsam echt nervt.
4. Der Arme
caty24 10.07.2015
Was soll denn bloss aus ihm werden, wenn er sich Merkel als Vorbild nimmt.
5. puh
piccolo-mini 10.07.2015
LeFloid ist inhaltlich irgendwo zwischen Logo und rtl2-Nachrichten. Ich befürchte, dass auf diesem extrem platten Niveau am Ende noch mehr Merkelwähler dabei heraus kommen. "Ey, haste Merkel gesehen, bei LeFloid, Alta? Die war voll lässig, weißte... Sch'mein', die interessiert sich auch für unsere Probleme und so. Nächste mal geh ich wählen. CDU, ja. Mach auch, Bruder..."
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