Leser-Surftipps: Füllung fürs Sommerloch

Am Montag war es in den meisten Teilen Deutschlands ziemlich heiß. Den Leser-Linktipps merkt man das an: Das Niveau stürzt weiter ab, immer aberwitziger werden die Seiten, die SPIEGEL-ONLINE-Leser ausgraben. Denn im Web gilt die Devise: Es gibt nichts, was es nicht gibt.

"Rheinkrokodil"-Dummi aus dem Sommerloch 2001: Weil sie den angeblich echten Alligator nicht finden konnten, nutzten TV-Teams dieses Gummitier zur humorigen Illustrierung ihrer Berichte
DPA

"Rheinkrokodil"-Dummi aus dem Sommerloch 2001: Weil sie den angeblich echten Alligator nicht finden konnten, nutzten TV-Teams dieses Gummitier zur humorigen Illustrierung ihrer Berichte

Sie wissen, was normalerweise passiert, wenn zum Höhepunkt des Sommers die Produktivität in Politik und Wirtschaft so weit sinkt, hinreichend aberwitzige Ereignisse zu produzieren? Uns Journalisten wird langweilig. "Sommerloch" nennt sich diese Zeit, in denen es altgediente Sesselreiter mal wieder so richtig juckt, hinaus in die Welt zu traben und Nachrichten zu sammeln. In der Regel kommen sie dann mit einem Krokodil zurück (heimische Sommerloch-Krokodile unterteilt man in Baggersee- und Alt-Rheinarm-Krokodile).

Da will ich natürlich nicht zurückstehen. Zum Auftakt der heutigen Surfstunde also ein Krokodil. Lautsprecher an!

Tief Luft holen: Zumindest der Text lernt sich schnell

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Und jetzt wird's ernst. Die folgende Seite, bestens geeignet, sich nach einem durchsessenen Tag wieder ein wenig in Schwung zu bringen, haben wir zwar schon im letzten Sommerloch vorgestellt - aber wer erinnert sich schon an so was? Jedenfalls gab es eine Flut von Leserbriefen, doch bitteschön auf das beliebte Heavy-Metal-Karaoke hinzuweisen. Bitte schön: Nehmen Sie vorher besser noch einen Schluck Wasser. Und nicht schüchtern sein, sondern aus voller Brust mitmachen: Womöglich werden Sie entdeckt. Ziemlich sicher sogar.

Entschuldigen müssen wir uns übrigens bei bei Armin M., der sich sehr unzufrieden über einen der letzten Linktipps geäußert hat: "Also das Millimeterpapier gibt es noch in einer besseren Version ohne Werbeeindruck und in fünf verschiedenen Farben." Sorry, Armin, da haben Sie natürlich Recht.

Kurze Form, einfache Mittel: Die "Kondensierungs"-Schule führt die erzählte Geschichte auf ihre maßgeblichen Elemente zurück

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Das waren schon drei Klicks in schneller Folge: Zeit, den Zeigefinger ein wenig auszuruhen. Wie wäre es mit einem Filmchen?

Im Programm hätten wir zum Beispiel den "Herr der Ringe", Teil 1 bis 3. Keine Bange, das kriegen Sie noch hin bis Feierabend. Ist ja die Kurzversion.

Ähnlich knapp, aber filmisch anspruchsvoller kommt diese Neuadaption von "Titanic" daher.

Apropos Klassiker: Das hier ist auch einer. Gehört zu Malte B.'s Favoriten.

Für alle, die heute Überstunden machen müssen, hat Bernward M. noch einen Tipp bereit: Superbad.com, "eigentlich schon seit Jahren bekannt. Man kann sich ewig beschäftigen; reine Web-Kunst, ohne jeden Hintergedanken an Tiefsinn irgendwelcher Art."

Frank Patalong

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