Leser-Surftipps: Noch mehr Unsinn

Die Sonne brennt, die Klimaanlage pfeift auf dem letzten Loch und uns Büroknechten vergeht gerade der letzte Rest Motivation. Zeit, neue zu tanken: Bei kurzen Abstechern ins Web des Unsinns. Das macht den Kopf frei, garantiert.

Man glaubt es kaum: Rechts die Originalgröße des Spielefensters

Man glaubt es kaum: Rechts die Originalgröße des Spielefensters

Wenn sie in diesem Augenblick einen Bürokollegen dabei beobachten, wie er - die Zunge zwischen den Zähnen - angestrengt auf den Bildschirm starrt, sich ab und zu eine Träne aus dem Augenwinkel wischt und ansonsten, das Kinn knapp über dem Schreibtisch schrappend dem Monitor immer näher rückt, dann hören sie auf, sich zu wundern: Der Gute spielt nur.

Und zwar mit einiger Wahrscheinlichkeit bei Guimp.com, einer Website, die sich der vor einigen Jahren sehr beliebten Mini-Games verschrieben hat. Dabei handelt es sich um diverse Spieleklassiker von Pong über PacMan bis Astroids, die alle eines gemein haben: Sie lassen es auf wenigen Pixeln Raum darstellen und spielen.

Auf wie wenigen, das glaubt man allerdings kaum: Gerade einmal 20 Pixel klein ist das Spielfenster. Wer da gewinnen will, muss nah ran an die Sache. Im dritten Anlauf hat es im Test dann geklappt: Mit 10:5 schlug der unterbeschäftigte Redakteur den Rechner (siehe Beweisfoto). Wer keine Lust hat, sich die Augäpfel zu grillen, verstellt einfach die Bildschirmauflösung - je niedriger, desto größer das Spielfenster. Ein Webtip von SPIEGEL-ONLINE-Leser Stefan B.

Poff. Poff. Poffpoffpoffpoff!

Schon gut, schon klar: Natürlich war das für einen Einstieg in die Vorbereitungsphase des wohl verdienten Feierabends viel zu anspruchsvoll. Wer sich die Zeit einfach nur vertreiben möchte, ohne sich dabei zu sehr zu stressen, dem hat das Web etliches zu bieten.

Zum Beispiel könnten sie mit ihrem Nachbarn "X 'n Os" spielen, oder Schiffe versenken oder Käsekästchen. Nein, nicht im Web. So richtig interaktiv! Alles, was sie dafür brauchen, sind zwei Blatt Millimeterpapier und zwei Stifte. Millimeterpapier haben sie nicht? Kein Problem: Nehmen sie das hier. (Ein Tip von Dominik D.)

Sollten sie aber einsam und verlassen in ihrem Büro sitzen, wäre auch das kein Grund, auf so schicke Spielchen zu verzichten: Bei Online-Spiele.org gibt es etliche Web-basierte Versionen, bei p.i.c.s-Software Spiele für den Download. Einige davon können auch über das Netzwerk gespielt werden.

Nun sind solche Denk- und Reaktionsspiele ja nicht jedermanns Sache, gerade bei so einer Hitze. Leser A.M.H. entdeckte diese beruhigende Beschäftigung: Die Blasen in Plastik-Verpackungsmaterial knallen lassen. Das macht doch jeder gern, und im Web gibt es davon einen unerschöpflichen Vorrat.

Kurz vor Feierabend sollte man den Kreislauf allerdings wieder in Gang bringen, weil sonst beim Aufstehen Kreislauf- und Gleichgewichtsprobleme drohen - und einen Arbeitsunfall wünscht man sich am Ende eines so anstrengenden Tages doch nun wirklich nicht. Da hilft Loopy, der uns in Erinnerung ruft, wie das so geht mit der Bewegung. Ein Tipp von fotowebloghans.

Zoogeln und Dengdeeengdeeng

Das berühmte "Deeeng"-Original: Das "annoying thing" der Agentur Turboforce3D

Das berühmte "Deeeng"-Original: Das "annoying thing" der Agentur Turboforce3D

Die letzten zwei Teile der Surftipps fanden ein überaus reges Leserecho. Zum "Deengdeeengdeeeng"-Webgag merkten viele Leser an, dass die Vorlage dafür ja aus einem kleinen Film der Firma Turboforce3D stamme. Richtig, Ehre wem Ehre gebührt: Hier noch einmal der "Annoying Thing"-Film von Turboforce3D, aus dem das "Deengdeeeng" ursprünglich kommt.

Auch die Anregung, doch mal frei durchs Web zu "zoogeln", wurde dankbar aufgenommen. Neben der von SPIEGEL ONLINE vorgeschlagenen Methode, beim Googeln eine Katze über die Tastatur laufen zu lassen, gibt es noch einige automatische Verfahren. "Zum 'Bilder-zoogeln'", schreibt etwa Leser Thomas K., "gibt es eine wesentlich schönere Lösung: den 'Random Personal Picture Finder'".

Noch umfassender ist der spezielle Suchdienst, auf den Leser Niels G. hinweist: "Das im Artikel beschriebene 'zoogeln' ist zwar für einen Amateur schon ganz gut geeignet, aber die Profis unter den Gelangweilten greifen zu ganz anderen Methoden: StumpleUpon.

Dieses kleine Firefox-Plugin bringt einen per Knopfdruck auf irgendeine Seite. Zu Beginn wird die mehr oder weniger nach dem Zufallsprinzip ausgewählt, nutzt man die StumpleUpon-Leiste aber aktiv, so kann man Seiten bewerten oder selber welche empfehlen. Ebenso ist es möglich, Freunde hinzuzufügen oder ganze Interessensgruppen zu definieren. Somit werden die präsentierten Seiten - zumindest in der Theorie - immer interessanter. Ein unterhaltsamer Zeitvertreib (während die Kollegen gerade über Rechtschreibreformen diskutieren) ist es allemal. Mit Bildern ist das ganze übrigens auch möglich.

Frank Patalong

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