Luftpost Amazon bittet um Testlizenz für Drohnenflüge

In nicht allzu ferner Zukunft könnten die ersten Amazon-Päckchen per Drohne ausgeliefert werden. Der Konzern plant schon länger die Lieferung aus der Luft. Nun hat er um die Erlaubnis für Testflüge gebeten.

Amazon-Drohne: Soll 80 Kilometer pro Stunde fliegen
AFP/ Amazon

Amazon-Drohne: Soll 80 Kilometer pro Stunde fliegen


Seattle - Amazon macht langsam Ernst mit seinen Pläne für die Warenzustellung per Drohne: Jetzt beantragte der Onlinehändler bei der amerikanischen Luftfahrtbehörde FAA eine Erlaubnis zum Test der Drohnen an seinen Standorten. Bisher sind solche Versuche nur an wenigen, von der FAA dafür freigegebenen Orten in den USA möglich.

Aus dem Antrag geht auch hervor, dass Amazons Drohnen eine Geschwindigkeit von mehr als 80 Kilometern pro Stunde erreichen und Lasten von bis zu 2,5 Kilogramm tragen sollen. Mit über 27 Kilogramm Gewicht sind sie schwerer als ähnliche Fluggeräte, die man heute kaufen kann.

Amazon-Chef Jeff Bezos hatte die Idee, kleine Artikel den Kunden mit automatischen Drohnen zuzustellen, Ende vergangenen Jahres präsentiert. Sogenannte Octocopter, also Hubschrauber mit acht Propellern, sollen bestellte Ware innerhalb von 30 Minuten zum Empfänger bringen, so der Plan. In der Wirtschaft werden schon länger zivile Einsatzmöglichkeiten von Drohnen erprobt. Im Sommer sorgte die Pizzakette Domino's mit einem YouTube-Video für Aufsehen. Es zeigt eine Drohne, die Pizza ausliefert, nur eines von vielen solcher Experimente.

Andernorts werden Drohnen längst eingesetzt: In Asien fungieren die Flugobjekte als Wildparkhüter, mit Kameras ausgestattet überfliegen sie vollautomatisch schwer zugängliche Dschungelgebiete und überwachen Tiere. In Deutschland ist der Einsatz nicht so einfach: Man braucht für den kommerziellen Einsatz eine Genehmigung, und laut Gesetz muss der Pilot das Gerät während des Fluges ständig im Auge behalten. Allerdings testete unter anderem auch die Deutsche Post Drohnen bereits im kleinen Rahmen in der Firmenzentrale.

juh/dpa



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insgesamt 86 Beiträge
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reever_de 11.07.2014
1. Beeindruckend ...
Wenn ich richtig informiert bin, braucht es hierzulande für Drohnen über 5 KG Gewicht schon eine Zulassung ... Diese schöne neue Welt der Postzustellung wird bei uns wohl noch eine ganze Zeit brauchen.
mvanwoerkom 11.07.2014
2. Viel Spass mit der Batterie!
Zitat von sysopAFP/ AmazonIn nicht allzu ferner Zukunft könnten die ersten Amazon-Päckchen per Drohne ausgeliefert werden. Der Konzern plant schon länger die Lieferung aus der Luft. Nun hat er um die Erlaubnis für Testflüge gebeten. http://www.spiegel.de/netzwelt/web/lieferung-per-drohne-amazon-beantragt-testlizenz-a-980556.html
Beim Elektroauto sind aktuelle Batterien nicht so leistungsfähig, wie man das gerne hätte. Das müsste bei der Drohne doch drastischer sein. Da halte ich doch eher autonome Lieferfahrzeuge für eine sinnvolle Lösung. Eine fahrende Packstation auf Autopilot.
gucky2009 11.07.2014
3.
Zitat von mvanwoerkomBeim Elektroauto sind aktuelle Batterien nicht so leistungsfähig, wie man das gerne hätte. Das müsste bei der Drohne doch drastischer sein. Da halte ich doch eher autonome Lieferfahrzeuge für eine sinnvolle Lösung. Eine fahrende Packstation auf Autopilot.
Wieso das? Im Ersteinsatz werden sie nur in Großstädten mit wenigen Flugminuten eingesetzt. Da wird es kein Problem geben.
Georg_Alexander 11.07.2014
4. Bedrohliche Vorstellung
Muss ich mir in absehbarer Zukunft einen riesigen Fangtrichter in den Garten stellen? Oder werfen die mir die Päckchen auf den Frühstückstisch? Wahrscheinlich wird dann nebenbei, sozusagen als Service für Google, auch ein Blick mit der Videokamera in die Fenster geworfen... Nee - will ich nicht!
giovanniconte 11.07.2014
5. Was für ein PR-Schmarren...!
Zitat von sysopAFP/ AmazonIn nicht allzu ferner Zukunft könnten die ersten Amazon-Päckchen per Drohne ausgeliefert werden. Der Konzern plant schon länger die Lieferung aus der Luft. Nun hat er um die Erlaubnis für Testflüge gebeten. http://www.spiegel.de/netzwelt/web/lieferung-per-drohne-amazon-beantragt-testlizenz-a-980556.html
Die Drohnen besitzen kein Fail-safe wie jeder Flächen oder Drehflügler. Die einzige Alternative wäre ein Schirm, der aber zu noch mehr Gewicht beitragen würde. Also alles einfach nur dummes Zeug das hier, fürs Sommerloch. Die Fliegerei auf Routen und Autopilot wird es sicher nicht sein was die Zulassung verhindert, Gewicht und Leistungträger sind hier die Fakten, die Bremsen. Safety first, so heißt es immer noch in der Fliegerei, ...und die ist nicht gegeben. Alles andere sind Sommerlochträumereien. Und jetzt wieder Sitzenmachen! Also, weißte ...
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