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Alltags-Hacks: So schält man Kiwis ohne Messer

Er schält Mangos mit einem Handgriff, faltet ein Hemd in weniger als zwei Sekunden und nutzt eine Kaffeetasse als Lautsprecher fürs Smartphone: Dave Hax zeigt auf YouTube Haushaltstricks.

Dave hält eine Kiwihälfte an ein Glas, zieht sie mit einer geübten Handbewegung über den Rand nach unten - und zack, die Schale ist ab. Das Ganze wiederholt er mit einer Mango und einer Avocado. Zimmerwarme Limo taucht er in eine Schüssel mit Eiswürfeln und Salz. Nach nur zwei Minuten ist das Getränk erfrischend kalt. Ein T-Shirt faltet er sogar in weniger als zwei Sekunden. Einfach mit Daumen und Zeigefinger beider Hände fassen, klappen, drehen, fertig.

Wenn der Brite mit dem Spitznamen Dave Hax eine Mango schält oder T-Shirts faltet, schauen sich das Hundertausende bei YouTube an. Lifehacking nennt man das, was er macht, das Leben hacken. Seine Tricks passen zum Grundgedanken vieler kreativer Hacker und Tüftler: einen Gegenstand oder ein Gerät anders zu nutzen, als es gedacht ist - und zwar so, wie man es gerade braucht. Ein unter Hackern schon fast sprichtwörtliches Paradebeispiel: Man kocht ein Ei in einer Kaffeemaschine, indem man es oben in den Filter legt und heißes Wasser durchlaufen lässt.

Lifehacker finden eher kreative Lösungen für Alltagsprobleme - und es gibt nicht wenige davon. Blogger und YouTuber zeigen in Videos und Fotos praktische Tipps für den Alltag, viele davon erinnern an die guten alten Haushaltstricks von Oma - nur sind sie oft ein bisschen verrückter. So zeigt Dave Hax zum Beispiel, wie man eine Kerze aus einer Dose Thunfisch bastelt oder eine Sektflasche korrekt mit einem Messer köpft.

Auch alte Tricks werden millionenfach angesehen

Seine Tipps sind keineswegs immer neu, gerade die ausgefallenen Falttechniken für Kleidung begegnen einem immer wieder in Videosclips. Doch sein YouTube-Kanal bietet eine hübsche Auswahl an klassischen Alltags-Hacks - und seine Videos erreichen mehrere Millionen Klicks. Die Clips vermitteln die Botschaft: Cool ist, wer sich zu helfen weiß. Wie TV-Held MacGyver, nur moderner.

Das Lifehacking ist eine relativ junge Bewegung, die sich selbst nicht ganz ernst nimmt. Die Ratschläge reichen von hilfreich bis banal. Der Bremer Kulturwissenschaftler Leif Kramp spricht von einem Pop-Phänomen, das ohne die sozialen Medien nicht denkbar wäre. "Die Beiträge werden schnell und effizient über Facebook, Twitter und Instagram geteilt und kommentiert."

Entstanden ist der Lifehacking-Trend in den USA. "Es gibt einige Vertreter, die das fast schon professionell machen", sagt Kramp. Und die sich gegenseitig mit kreativen Ideen übertrumpfen. Manche davon sind so naheliegend, dass man sich fragt, wieso man nicht selbst darauf gekommen ist. Oder man hat sie selbst schon mal verwendet und versteht gar nicht, wieso das jetzt ein Hack sein soll.

Die Homepage 9gag.com etwa listet 20 Tricks für Studenten auf. Zum Beispiel: eine Klopapierrolle als Stiftehalter verwenden, einen alten Pizzakarton als Kehrblech benutzen oder einen Kuli, um ein Buch an einer bestimmten Stelle offen zu halten.

Andere Ratschläge sind deutlich ausgefeilter. Für das Picknick im Freien lässt sich aus einer Konservendose und Alufolie ein Grill basteln, eine Klopapierrolle und zwei Plastikbecher werden zur Mini-Lautsprecheranlage für das Smartphone. Ob man aber wirklich Kartoffeln im Geschirrspüler reinigen oder Spaghetti in der Kaffeemaschine kochen will, ist fraglich. Lifehacks sind eben keine ernste Ratgeberliteratur. Sie sollen vor allem Spaß machen.

juh/dpa

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