Lifi als WLAN-Ersatz Superschnelles Internet aus der Deckenlampe

Forscher wollen die Haushalte der Zukunft mit einer neuen Lampentechnik vernetzen. Daten sollen dann von winzigen LEDs an Computer, Tablets und Smartphones gesendet werden - und das um ein Vielfaches schneller, als es per Funk derzeit möglich ist.

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Lifi-Testaufbau: Hält man die Hand zwischen Sender und Empfänger, bricht die Übertragung ab
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Lifi-Testaufbau: Hält man die Hand zwischen Sender und Empfänger, bricht die Übertragung ab


Das indische Start-up Velmenni will Netzwerke schneller machen. Die dafür entwickelte Technik soll Daten mit einer Geschwindigkeit von bis zu 1 Gigabyte pro Sekunde übertragen können. Ein durchschnittlicher Kinofilm in HD-Auflösung ließe sich damit sekundenschnell übers Netz kopieren.

Die dafür genutzte Technik heißt Visible Light Communication (VLC) und wurde 2003 erstmals gezeigt. Seit Harald Haas, Informatikprofessor an der Universität von Edinburgh, 2011 die Technik in einem Vortrag in Anlehnung an Wifi als Lifi bezeichnete, wird meist dieser Begriff dafür benutzt.

In der von Velmenni entwickelten Variante werden die Daten von extrem schnell blinkenden LED-Lampen übertragen. Die Blinkfrequenz ist dabei so hoch, dass sie vom menschlichen Auge nicht wahrgenommen wird. Passende Lichtsensoren fangen die Signale am empfangenden Gerät auf.

Funktioniert nur auf Sicht

Das für VLC nutzbare Lichtspektrum ist sehr groß reicht vom Infrarot- bis in den Ultraviolettbereich. Das ermöglicht sehr hohe Datenübertragungsraten. In einem Laborversuch an der University of Oxford wurden bereits Übertragungsraten von bis zu 224 Gigabit pro Sekunde erreicht, damit könnten zum Beispiel 18 1,5 Gigabyte große Filmdateien in einer Sekunde übertragen werden.

Allerdings funktioniert die VLC-Datenübertragung nur bei direkter Sichtverbindung. Ein Manko, dass durch einen Sicherheitsgewinn teilweise wieder wettgemacht wird: Ohne direkten Sichtkontakt zu den Lichtemittern haben Lauscher keine Chance, sich in den Datenstrom einzuklinken. Trotzdem begrenzt die Beschränkung auf direkte Sichtverbindungen die Verwendungsmöglichkeiten. Die Lifi-Technologie wird WLAN nie völlig ersetzen können

Alltagstauglichkeit vor Rekordjagd

Künftig könnte zu Hause jeder einfach mit Hilfe der Glühbirnen ins Internet gelangen, glauben Lifi-Befürworter. Harald Haas hatte das schon vor vier Jahren erklärt: "Wir müssen nur in jede Lampe einen kleinen Mikrochip einbauen und würden damit zwei grundlegende Funktionen kombinieren, Beleuchtung und drahtlose Datenübertragung." Genau das will Velmenni nun anbieten und wirbt für Jugnu genannte LED-Lampen, für die Licht-Datenübertragung zwischen PCs, Laptops und Smartphones .

Andere Unternehmen wie Oledcomm oder das von Harald Haas gegründete pureLifi offerieren ebenfalls die Installation von LiFi-Netzwerken. Allerdings liegen die von ihnen angegebenen Datenübertragungsraten bei nur einem Zehntel der von Velmenni versprochenen Werte.

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insgesamt 23 Beiträge
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humorrid 26.11.2015
1. Forsche Forschung
Die gesundheitliche Wirkung der Wellen auf Menschen und Umwelt ist noch nicht erforscht, schon wird an Lichtfrequnzen geforscht. Neben light polution freue ich mich schon auf bekloppt werden durchs Blinken. Mal ehrlich, solche Entwicklungen fördern Entertainment, aber im realen Leben wird sich kaum etwas verändern. Ein HD-Film in Sekunden kann kaum ein Ziel der Entwicklung sein.
Mimimat 26.11.2015
2. Was reden sie da?
Zitat von humorridDie gesundheitliche Wirkung der Wellen auf Menschen und Umwelt ist noch nicht erforscht, schon wird an Lichtfrequnzen geforscht. Neben light polution freue ich mich schon auf bekloppt werden durchs Blinken. Mal ehrlich, solche Entwicklungen fördern Entertainment, aber im realen Leben wird sich kaum etwas verändern. Ein HD-Film in Sekunden kann kaum ein Ziel der Entwicklung sein.
Die Wirkung von Wellen auf den Menschen gibt es so lange, wie es Wellen gibt. erkundigen sie sich mal, was das Rauchen zwischen den Radionsendern verursacht. Und dass es ständig blinken wird, wenn Daten übertragen werden, wage ich zu bezweifeln. Zumindest wird es für den Verbraucher nicht wahrnehmbar sein. Es würde sih nämlich sondt nicht verkaufen. Und was den Film betrifft: Das war als Beispiel genannt. Es könnten auch riesige Datenmengen sein, die z.B. im medizinischen Bereich, in der Forschung oder der Industrie übertragen werden. Da kann dann allen Menschen helfen, selbst hoffnungslosen Meckerköppen.
Wolffpack 26.11.2015
3.
>nur bei direkter Sichtverbindung Mehr muss man eigentlich nicht sagen.
schüttelkugel 26.11.2015
4. Wieso Sicherheitsgewinn?
Zitat: "Ohne direkten Sichtkontakt zu den Lichtemittern haben Lauscher keine Chance, sich in den Datenstrom einzuklinken." So ein Quatsch! Die klinken sich natürlich schon vorher ein. Der Weg von der Quelle zum Ziel ist ja lange genug.
rüsselhündchen 26.11.2015
5. @3
Es geht hier in erster Linie um die Verbindung zu Endgeräten. Die werden in der Regel schon zusammen mit irgendeiner Lichtquelle im Raum betrieben.
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